2. Bundesliga Süd„Wenn wir verletzungsfrei bleiben, ist der Aufstieg möglich”Interview mit Birgit Bauer, Abteilungsleiterin des SC Freiburg | ||
Text : Roland Baumann 07.08.2010 Seit der Saison 2001/2002 spielte die Mannschaft des SC Freiburg ununterbrochen in der 1. Bundesliga der Frauen. Am letzten Spieltag der vergangen Saison wurde nach sehr mäßigem Saisonauftakt und einer kleinen Aufholjagd in der Rückrunde mit dem 1:1 gegen die SG Essen-Schönebeck das Ziel Klassenerhalt doch nicht mehr geschafft. Birgit Bauer, die Abteilungsleiterin beim SC Freiburg, stellte sich den Fragen von Fansoccer zum Neuanfang in der zweiten Liga Süd: ![]() Birgit Bauer, hier links neben ihrem Patenkind Jaqueline Die vergangene Saison ist ja bekanntlich ziemlich schlecht verlaufen. Am Ende blieb der Abstieg in die zweite Liga. Auffallend ist auch die hohe Fluktuation der Trainer in den letzten Jahren. Wo sind Fehler begangen worden und was soll anders werden? Das mit den Trainern war etwas unglücklich gelaufen, nach der Trennung von Dietmar Sehrig, mit dem wir zweieinhalb Jahre zusammengearbeitet haben, kamen wir aus verschiedenen Gründen nicht mehr zur Ruhe. Wie es so häufig ist, gehören immer zwei Seiten dazu. Es passte in den vergangen Spielzeiten nach einer gewissen Zeit einfach nicht mehr, aber es lag nicht immer am Verein bzw. der Abteilung, sondern an beiden Parteien. Wie auch immer, jetzt bin ich überzeugt davon, dass wir in Milorad Pilipovic wieder einen Trainer haben, der zu uns passt und zu dem auch wir passen. Wie schätzen Sie im Nachhinein die Verpflichtung der drei amerikanischen Spielerinnen ein? Alle drei Spielerinnen sind nach einer halben Saison wieder in ihre Heimat zurückgekehrt. Wie haben sie sich denn in Deutschland zurechtgefunden? Und würden Sie so eine Gelegenheit wieder nutzen wollen? Ich glaube nicht, dass es ein Fehler war, die drei Amerikanerinnen zu holen. Kelly Parker konnte leider nur ein Bundesliga-Spiel gesund absolvieren und da haben wir gegen Bad Neuenahr mit 4:1 gewonnen, nach dem Spiel hat sie sich verletzt, wollte trotzdem spielen und es ging einfach nicht. Michelle Wenino würde ich sofort wieder zurückholen. Sie hat allerdings Ihren Freund in den USA und möchte nicht so lange von Ihm getrennt sein. Dass die drei, falls wir absteigen, zurückkehren würden, war allen Beteiligten von Anfang an klar. |
Der SC Freiburg hatte zuletzt drei Schweizer Nationalspielerinnen unter Vertrag. Dazu habe ich Nationaltrainerin Beatrice von Siebenthal mehrfach im Stadion bei Spielerbeobachtungen gesehen. Wie sind die Kontakte zur Schweizer Fußballwelt (Verband, einzelne Vereine)? Wir haben mit Marisa Brunner und Isabelle Meyer ja immer noch zwei Schweizer Nationalspielerinnen. Der Kontakt zu den Vereinen in der Schweiz ist ebenso wie der zum Verband sehr gut. Mit dem Weggang mehrere Leistungsträger (Moser, Faißt, Stein, Kleiner, Hartel, etc.) steht die Mannschaft vor einem großen Umbruch. a) Welche Ziele für die neue Saison habt ihr euch vorgenommen? b) Welche Spielertypen werden für die neue Mannschaft bevorzugt? a) Klar wollen wir sofort wieder aufsteigen, aber da gehört nicht nur eine gute Mannschaft dazu, sondern auch Glück. Wenn alle verletzungsfrei bleiben, können wir es auch schaffen. Wobei ich die Süd-Gruppe der Zweiten Bundesliga schon immer als wesentlich stärker als die Nord Gruppe einschätze. Eine eingleisige zweite Liga mit zwei Aufsteigern wäre mit Sicherheit fairer als die zweigeteilte zweite Liga. b) Die Spielerinnen müssen charakterlich und spielerisch zu uns passen, ob das so ist, entscheidet letztendlich der Trainer und nicht ich alleine. Sind aktuell Spielerinnen des SC Freiburg zu Auswahlmannschaften berufen? Momentan ist unsere Torhüterin Laura Benkarth gerade bei der U20-Weltmeisterschaft, die ja gerade bei uns in Deutschland stattfindet. Melanie Leupolz und Isabella Schmid sind im Kader der U17-Nationalmannschaft. Alisa Schmidt ist U16-Nationalspielerin. Der SC Freiburg hat immer wieder gute Jugendauswahlspielerinnen hervor gebracht. Aktuell steht Keeperin Laura Benkarth im Kader der U20-Nationalmannschaft Seit der Sportclub im Möslestadion spielt, sind die Zuschauerzahlen beständig gestiegen. Dazu besteht noch die Fußballschule, |
die dem Verein immer wieder talentierte Spielerinnen beschert. Was bedeutet der Umzug in dieses Stadion für das Team (auch Trainer, Betreuer)? Das Stadion ist einfach klasse, wir fühlen uns wohl und da das auch die Heimspielstätte der anderen Teams des SC Freiburg ist, ist die enge Zusammenarbeit noch besser und das Zusammengehörigkeitsgefühl noch größer geworden. ![]() Es war nicht immer leicht in der vergangenen Saison für Birgit Bauer, hier bei einer Pressekonferenz nach einer Niederlage beim 1. FFC Frankfurt Eine Zeit lang war die Tendenz in der Bundesliga zu sehen, dass sich Frauenmannschaften liebend gerne von ihren vom Männerfußball dominierten Vereinen getrennt haben. Zwischenzeitlich schließen sich einige Teams aber wieder Vereinen mit großen Namen an (z.Bsp. 1. FC Köln, Bayer 04 Leverkusen). Wie ist das aktuelle Verhältnis beim Sportclub zwischen der Herren- und Frauenabteilung? Ich möchte hier an die Begrüßung von Meli Behringer nach der gewonnenen WM 2007 durch den Trainer Robin Dutt bei der offiziellen Pressekonferenz erinnern. Wir haben ein gutes Verhältnis untereinander, wir gehören dazu und werden mit einbezogen. Kurzum: wir fühlen uns im Verein SC Freiburg sehr wohl und pflegen ein sehr gutes Verhältnis zwischen den Abteilungen. Frau Bauer, ich bedanke mich für diese Informationen und wünsche Ihnen und dem Sportclub für die kommende Saison viel Erfolg.
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