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2. Bundesliga Süd, 12. Spieltag

Tabellenführer nicht zu stoppen

VfL Sindelfingen - ETSV Würzburg 4:0 (3:0)

06.12.2011 - Text und Bilder von Roland Baumann

Auch im letzten Punktspiel des Jahres ließ sich der Tabellenführer der zweiten Liga Süd, der VfL Sindelfingen, nicht die Butter vom Brot nehmen und schickte die Gäste vom ETSV Würzburg mit einer deftigen 4:0 Packung in die Winterpause. Nach anfänglichem Leerlauf wirbelte der Gastgeber den Kontrahenten gehörig durcheinander, konnte allerdings bis zur Pause aus den zahllosen Chancen „nur“ dreimal Zählbares verbuchen. Nach der Pause war dann beim Gastgeber die Konzentration weg und das Spiel plätscherte gemächlich vor sich hin. Erst als in der Schlussphase das Tempo wieder verschärft wurde, boten sich wieder Tormöglichkeiten. Eine davon nutzte die erst kurz vor Spielende eingewechselte Jana Spengler zum 4:0 Endstand.


Elfmeter von Merza Julevic

Der Elfmeter von Merza Julevic aus der 22. Minute, der zum 2:0 für den VfL führte.   



Stefanie Kübler gegen Nicole Loipersberger Entscheidung schon in Halbzeit eins: Gutes Fußballwetter sieht anders aus. Bei dichtem Wolkenhimmel und frischen Temperaturen verloren sich gerade mal 50 Zuschauer im Sindelfinger Floschenstadion. Begeisterung wollte in den ersten zehn Spielminuten auch nicht recht aufkommen, da zunächst einmal Abtasten angesagt war. Erst danach wurde das Spiel munterer. Die erste echte Möglichkeit gehörte den Gästen, als sich Jeanette Seitz auf der rechten Seite gegen Larissa Laich durchsetzen konnte, aber mit ihrem Schussversuch an Keeperin Simone Holder scheiterte. Genial herausgespielt war die erste echte Möglichkeit für die Gastgeberinnen. Merza Julevic passte genau in die Schnittstelle der ETSV-Abwehr vor die Füße von Nicole Loipersberger, die dann noch Keeperin Stefanie Kübler auskurvte und locker zum 1:0 einnetzen konnte. Wenig später drang Julevic über linksaußen in den Würzburger Strafraum ein und wurde dort mit einem heftigen Einsatz von Kapitänin Daniela Held zu Fall gebracht. Schiedsrichterin Nicola Jepkens zögerte keine Sekunde und deutete auf den Punkt: Elfmeter! Die Gefoulte übernahm die Verantwortung und überwandt Kübler mit einem platzierten Schuss ins untere rechte Eck zum 2:0. Danach rollte eine Angriffswelle nach der anderen gegen das Tor von Stefanie Kübler, doch konnten die Chancen durch unkonzentrierte Abschlüsse und gute Aktionen der ETSV-Keeperin nicht verwertet werden. In der 37. Minute hatte der ETSV nach langer Abstinenz noch eine letzte Chance vor der Pause, als Julia Manger mit ihrem Schuss VfL-Keeperin Simone Holder prüfte. Doch schon im Gegenzug brannte es wieder lichterloh im Würzburger Strafraum. Aber auch hier zielte Loipersberger am Tor vorbei. Besser machte sie es in der nächsten Spielszene. Erneut kam ein toller Steilpass auf die VfL-Stürmerin, jetzt passte alles und schon stand es 3:0 für die Gastgebrinnen. Die letzte Chance vor der Pause gehörte nochmals dem VfL. Elisabeth Tieber kam über die rechte Seite, doch ihr Pass auf die mitgelaufende Julevic kam einen Tick zu dicht vor die Teamkollegin. Julevic kam in Rücklage und schaufelte das Leder über das Tor. Mit dem aus Würzburger Sicht sehr schmeichelhaften 0:3 Rückstand ging es in die Pause.

Maximiliane Rall gegen Christine Bauer und Martina Honecker Gemächlicher Ausklang zur Winterpause in Halbzeit zwei: Im zweiten Durchgang schaltete der VfL Sindelfingen ein paar Gänge zurück. Nach einer ersten Möglichkeit aus der 47. Minute, als Fabienne Dongus eine Hereingabe von der linken Torauslinie aus über das Tor setzte, passierte lange Zeit nicht mehr viel. Der Spielfluss war dahin, die Spielzüge recht ideenlos und uneffektiv. So dauerte bis zur 77. Minute, bis die Gäste einen Schussversuch von Antonia Heider, der mehr eine Rückgabe auf die gegnerische Keeperin war, verbuchen konnten. Aber auch der VfL bot lange Zeit nur Magerkost. Erst in den letzten zehn Spielminuten wurde das Tempo wieder etwas verschärft. In der 84. Minute parierte Kübler gegen die durchgebrochene Fabienne Dongus. Auch in der nächsten Szene, vier Minuten später, hatte Fabienne Dongus Pech, als sie eine Vorlage von Stefanie Grimm über das Tor drosch. Mehr Glück hatte sie in der Schlussminute als Vorlagengeberin. Nach einer tollen Kombination legte sie auf die eben erst eingewechselte Jana Spengler ab, die sich nicht lange bitten ließ und zum 4:0 Endstand einnetzte. Das Spiel endete dann mit einem Foulspiel einer VfL-Spielerin, das zwar abgepfiffen wurde, der fällige Freistoß wurde aber nicht mehr ausgeführt.

Merza Julevic gegen Martina Honecker


Stimmen zum Spiel: ETSV-Trainer Gernot Haubenthal musste eingestehen, dass trotz guter Vorbereitung auf dieses Spiel seine Mannschaft zu unkonzentriert zu Werke ging und dann nach dem ersten Gegentor ordentlich durcheinander geriet. Der Gegner sei dagegen mit einfachen Pässen gut ins Spiel gekommen. Seiner Meinung nach waren aber die beiden ersten Tore irregulär, er sah beim ersten Tor eine Abseitsstellung und beim zweiten keinen elfmeterwürdigen Einsatz seiner Abwehrspielerin.

Niko Koutroubis war dagegen mit der Leistung seiner Elf zufrieden. Sie habe schon in der ersten Halbzeit alles klar gemacht. Dannach habe sein Team gut zehn Prozent weniger Leistung abgerufen und nur noch ein bisschen hin und her gespielt, aber stets das Spiel kontrolliert. Jetzt hätten sich seine Spielerinnen aber erst mal einen richtigen Urlaub verdient.




VfL Sindelfingen:
Holder - Loipersberger (89. Spengler), Höller, Laich, Rall (40. F. Dongus), M. Schwägler, N. Mann (80. Grimm), T. Dongus, J. Schneider, Julevic, Tieber

ETSV Würzburg:
Kübler - Bauer, Held, Honecker (68. Niedermayer), Gaspar (43. Damm), Seitz, D. Hofmann, Höß, S. Mann, Manger, Kuffner (57. Heider)

Tore:
1:0 Loipersberger (17.)
2:0 Julevic (22.)
3:0 Loipersberger (39.)
4:0 Spengler (90.)

Gelbe Karten: Höller, J.Schneider / -

Schiedsrichterin: Nicola Jepkens (Wasserberg) mit Annika Paszehr und Sandra Föhrdes

Zuschauer: 50


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