| 27.03.2012 - Text und Bilder von Roland Baumann
Der Tabellenführer VfL Sindelfingen erfüllte erwartungsgemäß seine Pflichtaufgabe mit einem klaren 7:0 gegen das Schlusslicht FV Löchgau. Dabei gelang der US-Amerikanerin Natalia
Mann im zweiten Durchgang ein lupenreiner Hattrick. Die weiteren Tore erzielten Fabienne Dongus (2) sowie Merza Julevic und Jana Spengler.
Das 4:0 durch Natalia Mann. Keeperin Ilona Welsch konnte nur mit Mühe eine dicht vors Tor gespielte Flanke an die Latte lenken. Den Abpraller verwertete Natalia Mann zum
ersten ihrer 3 Tore.
Der Favorit kontrolliert das Spiel: Unter den 100 Zuschauern, die bei besten Frühsommerwetter, dem württembergischen Derby beiwohnten, war auch der ehemalige Keeper des VfB
Stuttgart Helmut Roleder. Und die Gastgeberinnen übernahmen auch sofort die Initiative. Doch nach zwei guten Möglichkeiten in den ersten Minuten kam plötzlich Löchgau gefährlich
vor das VfL-Tor, aber die Kopfballverlängerung von Nicole Mihalek ging knapp am linken Pfosten vorbei. Im Gegenzug fiel dann das 1:0. Fabienne Dongus hatte sich im Laufduell gegen
Rebecca Granz behaupten können und ließ auch Ilona Welsch im Löchgauer Tor keine Chance. Ohne groß glänzen zu können, gelang es den VfL dennoch, das Spiel weit in die gegnerische
Hälfte zu verlagern. Torgefahr kam nur auf, wenn Sindelfingen das Spiel über die Flügel schnell machte, so wie in der 25. Minute, als Lisa Tieber rechts bis auf die Grundlinie
durchstürmte und mit ihre Flanke Fabienne Dongus bediente, die das Leder im zweiten Versuch erneut zum 2:0 über die Linie bugsieren konnte. Auch ohne selbst ein Tor zu erzielen,
sollte es die Halbzeit von Lisa Tieber werden. Nur zwei Minuten nach dem 2:0 streifte sie mit einem schönen Distanzschuss die Latte des Löchgauer Gehäuses. Und in der 35. Minute
war es ihr Sprintduell mit ihrer Gegenspielerin Fatma Isik, mit der sie den Elfmeter herausholte, den Merza Julevic zum 3:0 Pausenstand in die Maschen jagte.
Keine Änderung in Halbzeit 2: Zu Beginn der zweiten Halbzeit verstärkte der VfL das Tempo. In der 49. Minute zog Julevic nach einem Eckstoß aus dem Hintergrund ab, verzog
aber um wenige Zentimeter. Dann kam wieder ein Flügellauf von Lisa Tieber, die den Ball gefährlich dicht vors Tor brachte. Ilona Welsch musste sich strecken, um den Ball wenigstens
noch an die Latte zu lenken. Den Abpraller nahm Natalia Mann, die die Situation am schnellsten erkannte, auf und drückte den Ball sicher zum 4:0 über die Linie. Während
Sindelfingen sich weitere gute Möglichkeiten erarbeitete, kam Löchgau nur einmal über Nicole Mihalek gefährlich nah ans Tor der Gastgeberinnen. In der 69. Minute klärte die
FV-Abwehr einen VfL-Angriff nicht weit genug. Der Ball kam prompt zu Natalia Mann auf zentraler Position, die bei ihrem Schuss zum 5:0 Welsch erneut keine Chance ließ. Während
Fatma Isik in der 72. Minute noch einen Schuss von Tieber von der Linie kratzen konnte, hatte die Löchgauer Abwehr in der Aktion aus der 76. Minute erneut das Nachsehen. Wieder war
Tieber der Ausgangspunkt, als sie auf die mittig postierte Mann ablegte. Mann legte sich den Ball zurecht und machte ihren Hattrick zum 6:0 perfekt. Nach der Auswechslung von
Tieber übernahm Stefanie Grimm nahlos deren Part. Während in der 78. Minute ein erstes Zusammenspiel mit der ebenfalls erst für Julia Schneider eingewechselten Jana Spengler „nur“
zu einer Ecke führte, passte es fünf Minuten später zwischen den beiden Akteurinnen besser, Spengler hatte frei Bahn und traf zum 7:0. In den Schlussminuten, als Löchgau es mit
gezielterem Pressing versuchte, kam sogar die VfL-Abwehr nochmals in Verlegenheit, konnte letztlich aber das „zu Null“ über die Runden bringen.
Stimmen zum Spiel: Löchgaus Trainer Daniel Kevric monierte, dass sein Team einfach zuviel zugelassen habe. Die ersten Gegentore seien ohne Gegenwehr gefallen und seine
Spielerinnen hätten zu oft zuweit von den Gegenspielerinnen weg gestanden. Ursächlich für dies Manko seien durchaus die schwierigen Trainingsbedingungen verantwortlich. Viele
Spielerinnen können am Training aus beruflichen Gründen nicht regelmäßigen teilnehmen, wodurch brauchbares konditionelles und technisches Training einfach auf der Strecke blieben.
Auf der Gegenseite war VfL-Trainer Niko Koutroubis trotz des hohen Sieges auch nicht so recht zufrieden. Das Spiel sah er zwar nach dem 1:0 schon entschieden, aus Sicht der
Zuschauer glaubte er aber das schlechteste Spiel seiner Elf gesehen zu haben. Wichtig war aber nur, dass die drei Punkte geholt wurden. Wie er süffisant anmerkte, habe sich seine
Mannschaft wohl schon für das kommende Training geschont. Im Gegensatz zu seiner Mannschaft, die schon klare Vorstellungen über ihr Saisonziel hat (Aufstieg), wollte sich
Koutroubis seinen Spielerinnen auch jetzt, nach dem 16. Spieltag und einer Sieben-Punkte-Führung vor dem Tabellenzweiten Hoffenheim, noch nicht anschließen: „Es sind noch sechs
Spieltage mit 18 zu vergebenden Punkten, da ist noch alles drin“.
VfL Sindelfingen: Holder - M. Schwägler, Höller, Laich, Rädle, T. Dongus, Mann, J. Schneider (60. Spengler), F. Dongus (74. Rall), Julevic, Tieber (77. Grimm)
FV Löchgau: Welsch - Streicher (46. Lehmann), Bahtanovic (89. Rief), Schüle, Klinge, Härterich, Gayer, Isik, Granz, Puglisi, Mihalek
Tore:
1:0 F. Dongus (10.)
2:0 F. Dongus (25.)
3:0 Julevic (36. FE)
4:0 Mann (51.)
5:0 Mann (69.)
6:0 Mann (76.)
7:0 Spengler (84.)
Gelbe Karten: - / Isik, Gayer
Schiedsrichterin: Andrea Knauer (Oberding) mit Lena Wöllmer und Johanna Klamper
Zuschauer: 100
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