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2. Bundesliga Süd, 20. Spieltag

Der VfL macht den Aufstieg perfekt

VfL Sindelfingen - TSG 1899 Hoffenheim 2:1 (1:1)

30.04.2012 - Text und Bilder von Roland Baumann

Mit einem umkämpften 2:1 Sieg über den härtesten Konkurrenten Hoffenheim holte sich der VfL Sindelfingen bereits am 20. Spieltag die Meisterschaft in der zweiten Liga Süd. Während der ersten Drangphase der Gäste aus Hoffenheim nutzte Natalia Mann auf der Gegenseite eine Standardsituation zur 1:0 Führung. Obwohl Christine Schneider nur zwei Minuten später schon der Ausgleich gelang, konnte Hoffenheim nicht weiter nachlegen. In der 60. Minute löste Fabienne Dongus mit ihrem Treffer zum 2:1 das Ticket für die Erste Liga.


Riesenjubel nach dem Sieg, der Aufstieg ist perfekt. "1. Liga, wir kommen".

Schon vor dem Spiel gab es gute Nachrichten für den VfL Sindelfingen. Steffi Jones war mit einem Scheck im Gepäck angereist, den der DFB für leistungsorientierte Nachwuchsförderung bereitstellte. Nach sehr nervösem Beginn, beide Teams zeigte ungewohnt viele Fehlpässe, kamen die Gäste aus dem Kraichgau besser ins Spiel und zwangen Kristine Schnüll im VfL-Gehäuse zu mehreren Glanzparaden. Für die 35-Jährige war es das erste Saisonspiel in der Startformation. Mitten in diese Drangperiode der Gäste gelang Sindelfingen die Führung. Es war eine Kopie eines Tores aus Crailsheim vom 17. Spieltag, wieder eine Ecke von rechts getreten von Merza Julevic, wieder in den Rückraum auf Susi Höller, die mit ihrer Hereingabe erneut Natalia Mann mustergültig bediente und schon war es passiert, die Heimelf führte mit 1:0. Die Freude über die Führung währte aber nur kurz. Schon im nächsten Angriff gelang Christine Schneider für Hoffenheim der Ausgleich. Wohl wissend, dass nur ein Sieg die Chance zur Meisterschaft offen ließ, versuchte es Hoffenheim mit der Brechstange, den Abwehrriegel des VfL zu brechen.

Dazwischen lauerte Sindelfingen immer wieder mit gefährlichen Kontern auf. Die Entscheidung fiel dann in der 60. Minute. Die erste drei Minuten zuvor eingewechselte Nicole Loipersberger marschierte auf der linken Seite Richtung Hoffenheimer Tor. An der Strafraumgrenze rannte sie sich zwar fest, konnte aber auf die mitgelaufene Fabienne Dongus auf zentraler Position ablegen, die Hoffenheims Keeperin Martina Tufekovic keine Chance ließ und den Treffer zum 2:1 markierte. Hoffenheim gab aber nie auf und versuchte alles, um das Ergebnis zu korrigieren. Die beste Möglichkeit hatten die Gäste in der 81. Minute, als Kristine Schnüll eine Hereingabe unterlief, aber Susi Höller ihrer einschussbereiten Gegenspielerin Annike Eberhardt den Ball von der Fußspitze weg aus der Gefahrenzone bugsierte. Es wollte der TSG Hoffenheim einfach nichts mehr gelingen.

Als Schiedrichterin Andrea Knauer nach 90 Minuten das Spiel abpfiff, kannte auf Sindelfinger Seite der Jubel keine Grenzen mehr. Nach 20 Spieltagen noch immer ungeschlagen, hatten die Jungspunde des VfL Sindelfingen die Meisterschaft und damit den erneuten Aufstieg nach 2005 in das Bundesligaoberhaus perfekt gemacht. Hier ein paar Stimmen. Lisa Tieber: „Wir sind alle sehr glücklich, das hätte vor der Saison keiner gedacht”. Natalia Mann: „Die Mannschaft zeigte die gesamte Saison hindurch einen unglaublichen Siegeswillen”. Rudi Orban, Leiter der Frauen- und Mädchenfußballabteilung: „Einfach nur sensationell”. Selbst Stefan Zöller, der DFB-Beauftragte beim VfL Sindelfingen räumte ein, die neu zusammengewürfelte Mannschaft eher im Abstiegskampf vermutet zu haben. Und auch VfL-Trainer Niko Koutroubis, der lange Zeit von diesem Wort „Aufstieg” nichts wissen wollte, war begeistert: „Das Team ist einfach geil auf Fußball, die denken nicht an Punkte. Die Mannschaft hat den Aufstieg gewollt und geschafft, jetzt ist es die Aufgabe des Vorstandes, die Vorbereitungen für die erste Liga zu treffen, Verträge zu verlängern, die Mannschaft mit einigen erfahrenen Neuzugängen zu verstärken.” Sogar Gästetrainer Jürgen Ehrmann zeigte sich beeindruckt: „Wir haben nicht damit gerechnet, heute hier die Meisterschaft noch entscheidend zu beeinflussen. Im Verlauf der Saison haben wir schon zuviele Punkte gerade gegen schwächere Mannschaften liegen lassen. Am Ende ist die beste Mannschaft Meister geworden.” Seiner Mannschaft wollte Ehrmann keinen Vorwurf machen, nach ein paar Anfangsproblemen sei sie gut ins Spiel gekommen. Gegen die beste Defensive der Liga habe es dann doch nicht mehr gereicht.

Bilder vom Spiel:





... und jetzt wird gefeiert:







VfL Sindelfingen:
Schnüll - Höller, C. Schwägler, Laich, Rädle (57. Loipersberger, 84. Hezel), M. Schwägler, T. Dongus, N. Mann, F. Dongus, Julevic, Grimm (46. Tieber)


TSG 1899 Hoffenheim:
Tufekovic - Hünerfauth, Howard, Schlee (54. Meißner), Betz, C. Schneider, Pankratz, Savin, Zinner (72. Rauschenberger), Eberhardt, Stoller

Tore:
1:0 Mann (18.)
1:1 C. Schneider (20.)
2:1 F. Dongus (60.)

Gelbe Karten: - / Betz, C. Schneider

Schiedsrichterin: Andrea Knauer (Oberding) mit Lena Wöllmer und Andrea Heßdörfer

Zuschauer: 400





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