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2. Bundesliga-Süd, 6. Spieltag

Mit kämpferischer Leistung das Spiel gedreht

VfL Sindelfingen - TSV Crailsheim 2:1 (0:1)

18.10.2011 - Text und Bilder von Roland Baumann

Auch nach dem sechsten Spieltag behielt der VfL Sindelfingen die weiße Weste an. Dazu war allerdings eine gewaltige Leistungssteigerung im zweiten Spielabschnitt erforderlich, da die Gäste aus dem Hohenlohe zur Halbzeit nicht unverdient durch ein Tor von Claudia Nußelt in Führung gegangen waren. Mit unbändigem Willen setzten die Gastgeberinnen nach der Pause den TSV Crailsheim unter Druck und kamen in der Schlussviertelstunde durch die Torgaranten Nicole Loipersberger und Natalia Mann noch zum 2:1 Sieg.


Der Anfang vom Ende für den TSV Crailsheim. Nicole Loipersberger (7) erzielt gegen Jasmin Leonhardt und Keeperin Kim Kaller den 1:1 Ausgleich.   



Tabellenführer im Rückstand. Der VfL suchte früh sein Heil in der Offensive. Bereits nach neun Minuten hatte der VfL-Anhang einen Torschrei auf den Lippen, doch hatte ein verdeckter Schuss nur die Außentorstange des Crailsheimer Gehäuses getroffen. Zwei Minuten später hatte Keeperin Kim Kaller nochmals Glück, als nach einem Eckball eine Bogenlampe steil herunterfallend die Latte streichelte und wenige Zentimeter vor der Torlinie auf das Spielfeld zurückprallte, aber keine VfL-Stürmerin war zur Stelle. Danach kamen aber die Gäste besser ins Spiel und erarbeiteten sich Torchancen. Dass ein Einwurf auch ein Steilpass sein kann, zeigte die 14. Minute. Mit einem solchen Einwurf wurde Claudia Nußelt steil geschickt, scheiterte aber mit einem überhastetem Abschluss. Ein zu lascher Spielaufbau seitens der Gastgeberinnen führte zur nächsten Großchance für den TSV. Carolin Hörber nahm einer VfL-Abwehrspielerin den Ball ab, ihren Schuss konnte aber Simone Holder parieren. Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, wenn gleich auf seiten des VfL die notwendige Präzision und Kaltschnäuzigkeit fehlte, um richtig gute Chance zu bekommen. Die besseren Chancen hatte nun die Gäste. So verfehlte Allison Scurich in der 28. Minute mit ihrem Kopfball nur knapp das Tor.

(Bild links: Noch nie hatte ein Gästeteam im Sindelfinger Floschenstadion in dieser Saison so viele Torchancen. Hier pariert Simone Holder einen Schuss von Lisa Wich (20), die schon enttäuscht abdreht.)

Drei Minuten später scheiterte Nußelt nach gutem Zuspiel an einer Klasse Fußabwehr von Holder. In der 37. Minute passte es dann für den TSV, erneut ein schöner Steilpass auf Nußelt, die jetzt alles richtig machte und das Leder zum 0:1 für Crailsheim über die Linie brachte. Das Spiel blieb bis zum Pausenpfiff spannend. In den Schlussminuten vergab erst Nußelt eine Möglichkeit, wie auch auf der Gegenseite Fabienne Dongus, die von Natalia Mann gut in Szene gesetzt wurde.

Die Wende in der Schlussphase. Die zweite Halbzeit wurde sehr verbissen begonnen. Innerhalb der ersten 15 Minuten sahen drei Spielerinnen die gelbe Karte, in manchen Szenen beließ es Schiedsrichterin Alessa Plass mit einer Ermahnung. Obwohl Sindelfingen tatsächlich kaum wirkliche Torchancen hatte, war nicht zu übersehen, dass die Ansprache von Trainer Niko Koutroubis in der Pause und sein taktischer Wechsel – für Merza Julevic rückte Tamar Dongus ins Mittelfeld, dafür spielte Elisabeth Tieber in der Abwehr - Wirkung zeigte, die Mädels in blau wollten den Ausgleich erzwingen. Aber auch die Gäste wehrten sich mit Leibeskräften. Die TSV-Abwehr hielt auch lange Stand, bis zur 76. Minute, als Nicole Loipersberger ihre Gegenspielerin abschütteln und auch Keeperin Kaller überwinden konnte. Das Tor war aber umstritten, da laut Aussage einiger Zuschauer aus diesem Bereich eine Abseitsposition vorgelegen sein sollte, die vom Schiedsrichtergespann nicht erkannt wurde. Proteste seitens der TSV-Spielerinnen gab es allerdings nicht. Fünf Minuten später fiel dann die Entscheidung.

(Bild rechts: Langweilig wurde es den Zuschauern nicht. Gekämpft wurde um jeden Ball, wie hier von Jasmin Leonhardt (links) und Natalie Hezel.)

Diesmal bereitete Loipersberger mit einer Balleroberung vor, passte auf die zentral positionierte Natalia Mann, die sich geschickt um ihre Gegenspielerin herumwinden und mit ihrem schönen Flachschuss den Treffer zur 2:1 Führung erzielen konnte. Auch die Schlussminuten waren weiterhin heftig umkämpft, keines der beiden Teams wollte sich mit dem Ergebnis zufrieden geben, doch wollte kein Tor mehr gelingen.

Stimmen zum Spiel. Gästetrainer Christian Isert gratulierte den VfL Sindelfingen zum Sieg. Er sah zwei verschiedene Halbzeiten, eine erste, in der sein Team gute Torchancen herausarbeitete, aber auch zuviele vergeben hatte. In der zweiten Halbzeit stand seine Mannschaft zu tief und brachte keine Entlastung mehr zustande. Die Gastgeberinnen wollten unbedingt gewinnen, dagegen war sein Team nicht mehr in der Lage, das Spiel zu machen.

Niko Koutroubis sah die erste Halbzeit als eine der schlechtesten seiner Elf überhaupt, wogegen die Gäste einen sehr starken Eindruck hinterließen. Die Wechsel nach der Pause seien spielentscheidend gewesen, zum einen die Umstellung nach der Auswechselung von Merza Julevic, wie auch die verletzungsbedingte Herausnahme der routinierten Ramona Treyer beim TSV Crailsheim. Alles in Allem sei ein 1:1 vermutlich das gerechtere Ergebnis gewesen. Angesprochen auf den aktuellen Tabellenplatz sagte Koutroubis, dass der Aufstieg in diesem Jahr für ihn kein Thema sei. Die Mannschaft sei noch zu jung und unerfahren. Er rechne mit der TSG Hoffenheim als Topanwärter für den Aufstieg.

(Bild links: Mit enormen Einsatzwillen konnte der VfL Sindelfingen das Spiel noch drehen. Umringt von Allison Scurich (Mitte) und Heike Gaugler, versucht sich hier Nicole Loipersberger mit einem Dribbling gegen Mirjam Steck.)

VfL Sindelfingen:
Holder - M. Schwägler, Höller, Loipersberger (87. Hezel), Laich, J. Schneider, F. Dongus, Mann, T. Dongus, Julevic (46. Schwägler), Grimm (58. Tieber)

TSV Crailsheim:
Kaller - Steck, Scurich, Bachteler (81. L. Wich), Hörber, Maceri, Treyer (74. Gaugler), Leonhardt, Scheidel, J. Klenk, Nußelt

Tore:
0:1 Nußelt (37.)
1:1 Loipersberger (76.)
2:1 Mann (81.)

Gelbe Karten: F. Dongus, Höller, T. Dongus / Leonhardt

Schiedsrichterin: Alessa Plass (Augsburg) mit Marietta Menner und Lena Maußner

Zuschauer: 150


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