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2. Bundesliga-Süd, 2. Spieltag

Heimsieg für Mönchengladbach im Duell der Aufsteiger

VfL Borussia Mönchengladbach – ETSV Würzburg 3:1 (1:0)

Bericht von Stephan Tegründe, Bilder von Marion Kehren

07. September 2011 -
Das Duell der beiden Zweitliga-Neulinge im Mönchengladbacher Grenzlandstadion entschieden die – seit dieser Saison neuen – Hausherrinnen eindeutig für sich: in einem über weite Strecken absolut schwachen Spiel gewannen die Fohlinnen aufgrund der besseren zweiten Hälfte verdient gegen den von einigen Experten zum Geheimfavoriten erklärten Aufsteiger aus Würzburg mit 3:1.

Angelika Kirsch, Petra Hauser, Nicole Südholt, Jörg Schemberg

Mit einem wuchtigen Kopfball sorgte Eyline Lupprich für den Führungstreffer für die Fohlinnen. Besonders fatal ist dabei die Tatsache, dass Lupprich völlig frei zum Zuge kam und gleich sechs Würzburgerinnen sahen sich nicht in der Lage einzugreifen.


ETSV-Trainer Gernot Haubenthal brachte es nach dem Spiel auf den Punkt, als er die durchgängige Harm- und Hilflosigkeit seines Teams kritisierte: „Wir stehen uns selbst im Weg und sind noch nicht in Liga 2 angekommen.“ Was man, resümiert man die erste Halbzeit realistisch, eigentlich beiden Teams attestieren musste. Angesichts ihrer jeweiligen Auftaktniederlagen agierten die Mannschaften nervös und vorsichtig, bedacht darauf, keine Fehler zu machen, und so entwickelte sich von Beginn an kaum ein Spielfluss, von Torchancen einmal völlig abgesehen.


Gernot HaubenthalEine erste gute Möglichkeit zwar bereits nach fünf Minuten auf Seiten der Gladbacherinnen – Eyline Lupprich hatte sich über rechts gut durchgesetzt, aber anstatt die zentral wesentlich besser postierte Nadja Deyke zu bedienen, verzog sie überhastet. Dies war auch die einzig nennenswerte Aktion der ersten halben Stunde, die ansonsten von Ballverlusten und ziellosem Mittelfeldgeplänkel geprägt war. Selbst wenn eine Aktion in Richtung Tor ging erzeugte diese keine Gefahr.

Mönchengladbach wirkte dabei insgesamt zwar etwas ballsicherer und zeigte über die rechte Seite einige Ansätze, war aber ebenfalls zu harmlos. Auf Würzburger Seite zeigte sich einzig Julia Manger – und das über die gesamte Spielzeit - bemüht, an ihre sehr gute Leistung im Pokalspiel beim 1.FFC Recklinghausen anzuknüpfen, bekam dabei jedoch kaum Unterstützung durch ihre Mitspielerinnen. Und als die - auf der Tribüne des Grenzlandstadions etwas verloren wirkenden - 125 Zuschauer sich schon auf die Halbzeitpause freuten, geschah doch noch etwas: Eckball für die Fohlinnen, den anschließenden Kopfball verlängerte Lupprich ebenfalls mit dem Kopf, und der Rettungsversuch der am Pfosten postierten Würzburger Abwehrspielerin misslang – das überraschende 1:0 für die Gastgeberinnen gewissermaßen mit dem Pausenpfiff!


Bild links: Würzburgs Trainer Gernot Haubenthal mußte selber eingestehen, dass seine Mannschaft noch nicht in der 2. Liga angekommen ist.


Nadja Deyke, Eyline Lupprich, Leonie Zellmann gegen Carina BreuningNach dem Wiederanpfiff änderte sich wenig im Spielaufbau bei beiden Teams – der ETSV versuchte jetzt jedoch etwas mehr, und auch hier brachte ein Standard den Erfolg: ein Eckball von rechts in der 51. Minute auf die völlig freistehende Sandra Abersfelder, die sich nicht lange bitten ließ und zum 1:1-Ausgleich einköpfte. Aber anstatt darauf aufzubauen und die Fohlinnen unter Druck zu setzen, was durchaus möglich gewesen wäre, da die Abwehr auch nicht immer sicher wirkte, überließen die Fränkinnen das Feld wieder der Borussia. Diese stellte sich jedoch zu umständlich an und versuchte es einige Male, den Ball ins Tor zu tragen – hier wäre ein gelegentlicher beherzter Schuss aufs Tor sicher effektiver gewesen.

Doch aus einer dieser nun häufiger werdenden Chancen resultierte eine Ecke – die wiederum die Führung brachte: Carina Flemming bugsierte den Ball irgendwie über die Linie - es stand nach einer Stunde 2:1. Danach schienen die Würzburgerinnen zu resignieren, und nach den beiden Einwechslungen auf Gladbacher Seite kam mit Pilar Stüttgen und Bianca Jäschke zusätzlicher Druck über die Flügel, dem die Gäste auch konditionell offensichtlich nicht mehr viel entgegen zu setzen hatten. Jäschke tauchte einige Male gefährlich über rechts auf, aber auch Lupprich zeigte hier ihre Qualitäten, und entschied sich zehn Minuten vor Schluss nach einem tollen Sololauf im Gegensatz zur Situation in der ersten Hälfte jedoch dafür, in aussichtsreicher Position abzuspielen – was letztlich nur eine Ecke einbrachte. Eine Minute später gelang das Zusammenspiel allerdings wesentlich besser: ein toller Pass von Leonie Zellmann in den Lauf von Lupprich, die Abwehr und Torhüterin aussteigen ließ und in der 81. Minute zur endgültigen Entscheidung nur noch einzuschieben brauchte.


Bild rechts: Die Gladbacherinnen waren in der zweiten Halbzeit wesentlich aktiver. Das zeigt u.a. auch die folgende Szene als gleich drei Spielerinnen (Nadja Deyke, Eyline Lupprich und Leonie Zellmann) Carina Breuning in die Zange nehmen.


Fazit:

Die Borussia gewinnt aufgrund des klar besseren zweiten Durchgangs letztlich auch in der Höhe verdient – mit etwas mehr Abgeklärtheit und Mut wäre sogar mehr drin gewesen. Würzburg präsentierte sich beim Mitaufsteiger in keinen Belangen so, wie die Mannschaft noch vor der Saison eingeschätzt worden war. Ein Geheimfavorit war hier nicht zu sehen, im Gegenteil: schon der mühsame Sieg im Pokal beim Regionalligisten aus Recklinghausen ließ erste Zweifel an den Vorschusslorbeeren aufkommen, die nicht erst nach dem erstaunlichen 5:1-Sieg in der Vorbereitung gegen den Bundesligisten USV Jena vielerorts verteilt wurden. Aber Testspiele sind halt kein Liga-Alltag.

Am kommenden Wochenende wartet in der 2. DFB-Pokal-Hauptrunde jeweils ein schweres Auswärts-Los auf die Teams: die Fohlinnen reisen zum Ligakonkurrenten nach Sindelfingen, und der ETSV muss beim Bundesliga-Aufsteiger SC Freiburg antreten. Beide Mannschaften benötigen eine deutliche Leistungssteigerung, um diese Runde zu überstehen.


Würzburgs Kapitänin Daniela Held mächtig sauer!In der zweiten Halbzeit nahm die Borussia das Heft in die Hand und stürmte nach vorne, wie hier mit Anne Birbaum.Gladbachs Trainerfuchs Friedel Baumann wußte in Halbzeit 2 seine Mannschaft richtig zu motivieren.Nach dem Schlußpfiff herrschte bei Julia Manger und Christiane Bauer große Enttäuschung.


Stenogramm:

VfL Borussia Mönchengladbach:
Ernst - Weyers, Walmanns (68. Stüttgen), Heitmann, Hansen, Flemming (89. Steinsträter), Bierbaum, Krohnen, Deyke (76. Jäschke), Zellmann, Lupprich

ETSV Würzburg :
Kübler - Bauer, Held, Honecker, Seitz, Höß, D. Hofmann (72. Niedermayer), Breunig, Manger, Abersfelder, Kuffner

Tore:
1:0 Lupprich (45.)
1:1 Abersfelder (51.)
2:1 Flemming (60.)
3:1 Lupprich (81.)

Gelbe Karten:
- / Held

Schiedsrichterin:
Corinna Feldmann (Wietmarschen) mit Anja Klimm und Annika Paszehr

Zuschauer:
ca. 130


Weitere Bilder von diesem Spiel unter:
www.girlsplay.de


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