| Text und Bilder von Tom Schlimme
01.12.2011 Mit einem beeindruckend souveränen Auftritt bei der zweiten Mannschaft des 1. FFC
Frankfurt sicherte sich der VfL Sindelfingen den ersten Tabellenplatz in der 2. Bundesliga Süd. Da Verfolger Hoffenheim am gleichen Tag gegen die Zweite des FC Bayern nur
zu einem Unentschieden kam, geht Sindelfingen nun mit fünf Punkten Vorsprung in den letzten Spieltag vor der Winterpause.
Herbstmeister! Nach dem Spiel wartete das gesamte
Sindelfinger Team auf das Ergebnis aus Hoffenheim. Eben wurde bekannt, Sindelfingen geht mit fünf Punkten Vorsprung in den letzten Spieltag vor der Winterpause, die
Freude darüber ist den Gesichtern abzulesen!
Von Beginn an drängte der VfL die Heimelf in die eigene Hälfte zurück, agierte dabei allerdings recht vorsichtig mit viel Ballbesitz, ruhigem Aufbauspiel, doch ohne zwingend in
den Frankfurter Strafraum einzudringen. In der 5. Spielminute schoss Julia Schneider über das Frankfurter Tor, nach einer knappen Viertelstunde senkte sich eine Flanke von
Elisabeth Tieber fast ins Tor, das waren die einzigen Gelegenheiten in diesem Zeitraum. Bis dahin stand das Frankfurter Team gegen den Tabellenführer gut, machte die Räume
eng, versuchte, früh zu stören. Doch nach dieser ersten Viertelstunde wurde der von den Sindelfingerinnen aufgebaute Druck langsam größer. Tieber setzte sich auf dem rechten
Flügel durch, passte flach nach innen, doch ihre Sturmkolleginnen in der Spitze wurden gerade so noch von der Frankfurter Innenverteidigung mit Tina Wunderlich und
Rosalie Sirna abgeblockt. Doch als nach einem Zuspiel vom linken Flügel Sindelfingens Torjägerin Nicole Loipersberger an den Ball kam, war es um den FFC II geschehen. Geschickt
hielt Loipersberger den Fuß in den halbhoch kommenden Ball, und so stand es nach 27 Minuten 0:1 für Sindelfingen. Nur wenig später ging ein Kopfball von Marina Schwägler nur
ganz knapp am Frankfurter Gehäuse vorbei. Ein Fernschuss von Merza Julevic, die hinter den Spitzen spielte und das Sindelfinger Spiel lenkte, geriet zu schwach, aber wenig
später hatte Frankfurt dann Glück, dass Loipersberger nah vorm Tor eine Flanke verpasste. Trotz der Führung für den Gast gelangen dem FFC II nur wenige Entlastungsangriffe. Bei
einem davon prallten die Frankfurterin Deniz Özer und Sindelfingens Susanna Höller mit den Köpfen heftig zusammen. Höller konnte bald weiterspielen, Özer erst nach einer
mehrminütigen Behandlungspause, und das wohl mit einem heftigen Brummschädel. Um so bewundernswerter, dass Özer weiter eine gute Leistung zeigen konnte! Die richtig guten
Chancen gab es aber weiter nur auf der anderen Seite, so als in der 42. Minute Loipersberger Frankfurts Keeperin Anne-Kathrine Kremer am Toreck auspielte, zurück gab, doch Tieber
schoss freistehend über den Kasten und versiebte so die fast hundertprozentige Gelegenheit. Zu diesem Zeitpunkt spielte Frankfurt nur zu zehnt, denn Mirella Junker war am
Sindelfinger Strafraum umgeknickt, wurde behandelt und erst in der 45. Minute durch Jessica Reinhardt ersetzt. Eine deutliche Schwächung für Frankfurt, denn Junker hatte wieder
eine wichtige Rolle als zentrale Spielerin vor der Abwehr eingenommen, die sie bis dahin sehr gut erledigt hatte.
Nach dem Seitenwechsel wurde Frankfurt dann offensiver, das Spiel wurde offener. Doch die nächste gute Chance hatte wieder Sindelfingen, doch Keeperin Kremer war rechtzeitig
draußen und klärte vor Rall. Wenig später fing das Sindelfinger Mittelfeld dann einen Abschlag von Kremer an der Mittellinie ab, Rall ging mit dem Ball, gab ab zu Loipersberger,
die stand frei und ließ Kremer nicht den Hauch einer Chance. Mit diesem 0:2 in der 53. Minute war das Spiel praktisch entschieden. Doch ausgerechnet jetzt kam auch der FFC
noch mal zu Chancen. Ein Schuss von Patrizia Barucha wurde noch abgefälscht und ging haarscharf am Pfosten vorbei. Nach der Hereingabe des Eckstoßes musste Höller artistisch
vor Jasmin Meyer retten. Dann war wieder Sindelfingen an der Reihe, ein Freistoß von Julevic ging aber ebenfalls knapp vorbei. Ich fand es erstaunlich, dass das Spiel noch
einmal so offen geworden war, man kann der zweiten Mannschaft des 1. FFC Frankfurt weder Kampfgeist noch Können absprechen. In der 73. Minute kam Frankfurt sogar zur bis dahin
besten Chance, doch die gerade zuvor erst für die angeschlagene Keeperin Simone Holder eingewechselte Sindelfinger Ersatzkeeperin Jessica König parierte sensationell gegen
Deniz Özer. Etwas fahrlässig ging auf der anderen Seite Rall mit ihren Chancen um, in der 76. bekam sie den Ball im Strafraum von den Frankfurter
Abwehrspielerinnen praktisch vorgelegt, schoss aber über das Tor. Besser machte es dann aber erneut Loipersberger, die Keeperin Kremer ausspielen und ihren dritten Treffer
an diesem Tag erzielen konnte. Der FFC II wirkte in der Schlussphase etwas ungeordnet, was auch daran liegen mag, dass Abwehrchefin Tina Wunderlich in der 76. Minute verletzt
ausgewechselt werden musste. Diese Unordnung konnte die eingewechselte Natalie Hezel zum 0:4 für Sindelfingen nutzen. Rall hätte danach noch erhöhen können, schoss aber erneut
über das Tor.
„Die Tabelle hat jetzt noch nichts zu sagen, entschieden wird nach dem 22. Spieltag”, erklärte Sindelfinges Trainer Niko Koutroubis nach dem Spiel. „Wir wollen
eigentlich noch gar nicht aufsteigen mit dieser jungen Mannschaft, wir planen noch für die zweite Liga”, meinte er. Normal müsse Hoffenheim den Aufstieg schaffen, aber wenn
es so weiter gehe, müssten sie in Sindelfingen schon umplanen, war dem Trainer dann immerhin zu entlocken. Sehr zufrieden war Koutroubis mit dem Spiel seiner Mannschaft hier in
Frankfurt. „Wir haben weiter die wenigsten Gegentore, haben guten Fußball gespielt und auch in der Höhe verdient gewonnen”. Der FFC habe eher passiv gespielt, hinten
kompakt gestanden, aber das Sindelfinger Team habe bis zum Schluss geduldig auf die eigenen Chancen gewartet. Nach dem Spiel stand das gesamte Sindelfinger Team samt Betreuern
gemeinsam im Kreis und wartete auf das Ergebnis aus Hoffenheim. Als dieses dann herein kam, war der Jubel groß. „Die Spielerinnen wollen Meister werden, weil sie wissen, dass
es dann eine geile Party gibt”, meinte Koutroubis dazu. „Wir konnten hier frei aufspielen, in Hoffenheim ist der Druck vieleicht größer”, schloss er sein
Statement.
Vielleicht liegt hier auch das Geheimnis des Erfolgs von Sindelfingen!
1. FFC Frankfurt II: Kremer - Losert, Wunderlich (68. Scheel), Sirna, Goerdel - Junker (45. Reinhardt) - Meyer, Herbert, Barucha (76. Weinhardt) - Sigurdadottir, Özer
VfL Sindelfingen:
Holder (68. König) - Schwägler, Höller, T. Dongus, Laich - Rall, Schneider - Tieber (81. Grimm), Julevic, Mann - Loipersberger (79. Hezel)
Tore:
0:1 Loipersberger (27.)
0:2 Loipersberger (53.)
0:3 Loipersberger (79.)
0:4 Hezel (84.)
Gelbe Karten:- / -
Schiedsrichterin: Lena Dittmann (Stadthagen) mit Nicole Fink und Hanna Schlemmer
Zuschauer: 165
Teilen
zur 2. Bundesliga Süd
Zur FanSoccer-Startseite
|