| Text von Tom Schlimme, Bilder von Peter Henkel
8.11.2011 Das Team der TSG Hoffenheim war als Spitzenreiter der 2.
Bundesliga Süd ins Stadion am Brentano Bad gekommen und fuhr auch als Spitzenreiter wieder heim. Die jungen Spielerinnen der zweiten Mannschaft des 1. FFC
Frankfurt hatten sich zuvor zwar tapfer gegen den Aufstiegsfavoriten geschlagen und durch einen "Sonntagsschuss" sogar den
zwischenzeitlichen Ausgleich erzielt, konnten letztlich aber die erste Heimniederlage der Saison nicht verhindern.
Chantal Fuchs springt über Tara
Zimmermann - eine typische Szene vor allem in der zweiten Halbzeit, als die Hoffenheimer Stürmerinnen immer wieder vor Zimmermann auftauchten und Zimmermann
einige Male gut parieren konnte.
Dabei präsentierte sich die Heimelf von Beginn an sehr engagiert und taktisch von Trainer Winfried Klein hervorragend eingestellt. Kleins Schachzug,
Mirella Junker aus dem Sturm auf eine Staubsaugerposition vor die Abwehr zurück zu ziehen, ging voll auf. Die Frankfurter Stürmerinnen verteidigten vor allem
zu Beginn gut mit, was man nicht immer in dieser Saison von allen so gesehen hat, und die insgesamt tief stehende Mannschaft machte den starken
Hoffenheimerinnen das Stürmen ziemlich schwer. So dauerte es bis zur zehnten Minute, ehe Hoffenheim zur ersten kleinen Chance kam, doch Stephanie Breitner
zielte genau auf Keeperin Tara Zimmermann, die die Hände schnell genug hoch bekam und den Ball zwar etwas unkonventionell, aber letztlich erfolgreich nach oben
abklatschen konnte. Drei Minuten später war ein Schuss von Christina Arend zwar schon aussichtsreicher, doch Zimmermann parierte wieder. Die
Entlastungsangriffe des FFC II blieben meist sehr früh hängen, ganz langsam und stetig wuchs der Druck der Gäste auf das Frankfurter Tor. Eine brenzlige
Situation mussten die Hoffenheimerinnen dann aber doch überstehen: Theresa Panfil setzte sich zentral gegen drei Hoffenheimer Abwehrspielerinnen durch, sah
Michelle Baumann frei links im Strafraum und gab dieser den Ball weiter, doch Baumann verzog aus guter Position. Es wäre aber auch ein Tor aus dem Nichts
heraus geworden, denn ansonsten spielte sich das Spiel weitgehend in der Frankfurter Hälfte ab. Doch die Frankfurterinnen verteidigten weiterhin gut und
ließen in der Nähe des Strafraums wenig zu. In der 36. Minute wurde ein gefährlich herein gebrachter Freistoß von Christine Schneider noch knapp zur Ecke
abgefälscht, ansonsten liefen sich die Hoffenheimerinnen meist in der Frankfurter Abwehr fest. So musste ein Fernschuss her: in der 41. Minute kam Christina
Arend, die stärkste Hoffenheimer Stürmerin an diesem Tag, zu einem Schuss von der Strafraumgrenze, der zum 0:1 im Frankfurter Tor einschlug. Es
war der zehnte Saisontreffer von Arend, die damit die Torschützenliste der 2. Bundesliga Süd anführt.
Nur wenig später kam Junker auf der anderen Seite zu einem
Schuss aus ähnlicher Entfernung, nachdem erneut Panfil sehenswerte Vorarbeit geleistet hatte, doch ihr Schuss ging über das Tor. Die letzte Chance vor der Pause
gehörte wieder Hoffenheim, einen Schuss von Schneider konnte Zimmermann wieder nur nach oben abklatschen, diesmal wäre das beinahe schief gegangen, denn der
Ball senkte sich genau auf die Latte, tänzelte dort einen Moment und kullerte dann doch hinter das Tor statt hinein. So ging es mit einem 0:1 in die Pause,
dem Spielverlauf absolut entsprechend. Zur jungen Ersatztorhüterin Tara Zimmermann möchte ich noch erwähnen, dass sie insgesamt sehr gut hielt und in zwei
Situationen durch gutes Herauslaufen, einmal in der ersten Hälfte gegen Arend, später dann in der zweiten Hälfte auch gegen Claire Savin, fast sichere
Torgelegenheiten der Gäste vereitelte. Zimmermann stand dann auch in der zweiten Hälfte immer mehr im Blickpunkt, denn Hoffenheim kam stark aus der Kabine und
kam nun auch immer öfter nach vorne durch. So konnte vor allem Janina Meißner auf dem linken Flügel sich immer besser durchsetzen, ihr
Pass erreichte in der 48. Minute Arend, deren Schuss konnte gerade noch zum Eckstoß abgefälscht werden. Nur eine Minute später spielten sich wieder Meißner und
Arend im Doppelpass durch, Arend zog ab, doch knapp vorbei. Dann kam die schon erwähnte starke Szene von Zimmermann im Herauslaufen gegen Savin, eine Minute
später wehrte Zimmermann aus kurzer Entfernung einen Schuss ab, es ging jetzt Schlag auf Schlag vor dem Frankfurter Kasten, doch das nächste Tor fiel trotzdem
auf der anderen Seite! Tina Wunderlich führte einen Freistoß im Mittelfeld aus, der Ball kam steil nach vorne, sprang hoch, und Mirella Junker bekam den Fuß so
gut darunter, dass ihr ca. sechs Meter vor dem Strafraum abgegebener Schuss völlig unhaltbar im Hoffenheimer Tor landete.
Jetzt mussten die Favoritinnen aus Hoffenheim zeigen, dass sie auch bei unglücklichem Spielverlauf Moral beweisen können, und das taten sie auch. Erneut
kam Arend vor Zimmermann zum Schuss, wieder parierte die Keeperin. Hoffenheim setzte nach, und nach einem Eckstoß kam Meißner zum Schuss, der wurde noch
abgewehrt, doch der Ball kam zu Leonie Pankratz, und ausgerechnet die Ex-Frankfurterin verlängerte so geschickt auf Christine Schneider, dass diese bequem
ins lange Eck einschießen konnte. Doch die Hoffenheimerinnen beschränkten sich nicht darauf, diese neu erkämpfte Führung zu verwalten, sondern blieben
spielbestimmend, erhöhten den Druck sogar noch und kamen dann auch noch zum insgesamt absolut verdienten 1:3. Erneut war Arend beteiligt, die allein auf
Zimmermann zuging. Diese konnte in der eins gegen eins Situation zwar noch mit dem Fuß abwehren, gegen den Nachschuss der gerade zuvor eingewechselten
Jennifer Schlee war sie dann aber doch machtlos. Hoffenheim unterstreicht mit diesem Sieg, übrigens vor den Augen von DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger, die
Aufstiegsambitionen, während die jungen Frankfurter Spielerinnen eine Leistung boten, auf der sie in der Zukunft aufbauen können.
Stimmen zum Spiel:
Hoffenheims Trainer Jürgen Ehrmann: „Wir haben das Spiel von der ersten Minute an bestimmt, doch der FFC hat sehr diszipliniert tief gestanden und auch
den einen oder anderen Konter gut gefahren, das hat es uns zunächst sehr schwer gemacht. Der Führungstreffer hat dann unserem Spiel sehr gut getan, und nach
der Pause kamen wir richtig gut in Schwung, doch genau in diese Phase fiel dann der Ausgleich durch den Sonntagsschuss, und wir mussten wieder von vorne
anfangen. Aber mein Team war so stabil, dass wir am Ende dann doch verdient gewonnen haben. Der FFC war kein schlechter Gegner!”
Frankfurts Trainer Winfried Klein: „Natürlich bin ich etwas enttäuscht über das Ergebnis. Nach dem Ausgleichstreffer war das Spiel wieder offen und wir
hätten mit dem 1:1 die Sensation schaffen können. Ich kann meine Mannschaft loben, die unsere Taktik sehr gut umgesetzt hat, sehr diszipliniert gespielt hat,
hervorragend gekämpft hat. Das Pressing im Mittelfeld hat das Team lange Zeit sehr gut umgesetzt. Leider kam es dann durch zwei Unachtsamkeiten doch noch zu den
Gegentoren. Unsere Konter hätten wir auch noch ein bisschen entschlossener zu Ende spielen müssen, um hier vielleicht doch eine Chance zu haben. Die junge
Keeperin hat ihre Sache erneut wieder sehr gut gemacht, und wir können nun mit viel Selbstvertrauen in das Spiel in Köln gehen, wo uns ein Gegner auf Augenhöhe
erwartet.”
1. FFC Frankfurt II: Zimmermann - Goerdel (60. Scheel), Sirna, T. Wunderlich, Losert - Panfil, Herbert, Junker, Baumann (69. Reinhardt), Barucha,-
Özer
TSG 1899 Hoffenheim:
Kober - Howard, Huenerfauth, Fuchs (83.Betz), Pankratz (77. Rauschenberger) - Breitner, Weiss, Schneider, Meißner - Savin (82. Schlee), Arend
Tore:
0:1 Arend (42.)
1:1 Junker (53.)
1:2 Schneider (64.)
1:3 Schlee (87.)
Gelbe Karten:- / Schneider
Schiedsrichterin: Eisenhardt (Holzgerlingen) mit Karoline Wacker und Samira Bologna
Zuschauer: 118
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