2. Bundesliga Süd, 4. SpieltagKöln schießt sich an die Spitze1. FFC Frankfurt II - 1. FC Köln 1:6 (1:3) | ||
Text und Bilder von Tom Schlimme 08.09.2010 Gegen eine starke Kölner Mannschaft mit einer überragenden Sonja Fuss hatte die U23 des 1. FFC Frankfurt nichts zu melden. Köln gewann mit 6:1 und eroberte mit einer Tordifferenz von plus 20 die Tabellenführung der 2. Bundesliga Süd. Wenn auch nur ganz knapp, denn der bisherige Tabellenführer, der SC Freiburg, hat die gleiche Tordifferenz, aber weniger Tore geschossen. Dabei begann das Spiel bestens für Frankfurt, die die schwedische Nationalspielerin Jessica Landström aus der ersten Mannschaft aufgeboten hatten, um dieser Spielpraxis zu verschaffen. Landström spielte in der Sturmspitze neben Selina Dambier, wurde aber von der Kölner Abwehr die ganze Spielzeit hindurch so konsequent gedoppelt, dass sie kaum Bälle bekam. Dafür bekam aber Vivian Tobolik schon in der ersten Minute an der Strafraumgrenze den Ball, ihr Schuss ging nur knapp vorbei. In der dritten Minute jedoch machte es Mirella Junker ebenfalls von der rechten Seite aus besser, ihr Fernschuss senkte sich unhaltbar für Keeperin Vanessa Zimmermann in den Kölner Kasten. Da war die Frankfurter Welt noch in Ordnung: Mirella Junker (zweite von links) hatte gerade das 1:0 erzielt Großer Jubel bei den jungen Frankfurterinnen, doch das um den Aufstieg spielende Kölner Team ließ sich nicht aus der Ruhe bringen und ergriff zunehmend die Initiative. Schon in der achten Minute fiel dann auch der Ausgleich: Charline Hartmann hatte sich links durchgesetzt, Keeperin Stephanie Ullrich kam ihr ein Stück entgegen, konnte aber den Schuss von Hartmann nicht parieren. Tina Wunderlich erwischte den Ball zwar noch kurz vor der Linie mit einer artistischen Aktion, doch der Nachschuss von Patricia Hanebeck war dann nicht mehr zu blocken. Mit diesem Schuss erzielte Patricia Hanebeck den Ausgleich und legte damit den Grundstein für den hohen Kölner Sieg Nun wogte das Spiel eine Zeit lang hin und her, mit leichten Vorteilen für Köln. Hanebeck lupfte in der zehnten Minute geschickt über Ullrich, doch der Ball ging nur auf das Netz statt hinein. Immerhin, auf der anderen Seite kam Dambier wenig später ebenfalls zu einem Lupfer über die Keeperin, der ebenfalls nur auf das Tornetz ging. In der 19. Minute rettete Kölns Innenverteidigerin Lena Schrum in höchster Not nach einer Flanke von Landström zur Ecke, Dambier hätte parat gestanden, um den Ball zu empfangen. Selina Dambier, die hier vesucht, zwischen Nicole Bender (links) und Paula Balzer (rechts) den Ball zu behaupten, hing, genau wie die andere Frankfurter Spitze, Jessica Landström, meist ohne Bindung zum Spiel in der Luft Doch dann begannen die Auftritte von Sonja Fuss, die letztlich das Spiel entscheiden sollten. Die Nationalspielerin, bei Silvia Neid wie auch früher in Duisburg meist in der Innenverteidigung oder links in der Viererkette eingesetzt, wurde von Trainer Marcus Kühn auf den rechten Flügel beordert, wo sie sehr offensiv agierte, fast als weitere Stürmerin. Unglaublich spritzig und schnell war Fuss einfach nicht zu halten. Wer behauptet, ältere Spielerinnen würden langsam, sollte sich erst einmal die 31-jährige Sonja Fuss ansehen, die ganz offensichtlich bestens in Schuss ist und auf dem Höhepunkt ihrer Kraft zu stehen scheint. In der 26. Minute war Fuss das erste Mal alleine rechts durch, ihre Flanke in den Fünfmeterraum sorgte für Aufregung im Frankfurter Strafraum, doch letztlich wurde Foul für Franfurt gegeben. Doch nur zwei Minuten später war Fuss schon |
Immer wieder die gleiche Szene in diesem Spiel: Sonja Fuss, ganz rechts mit der 15, ist rechts durch. Mal verwandelte sie selbst, mal passte sie nach innen - Fuss schoss drei Tore und Köln gewann auswärts 6:1 | |
wieder frei durch, diesmal hob sie selbst den Ball über Ullrich zum 1:2 ins Frankfurter Netz. In der 35. Minute erlief Fuss erneut einen Steilpass in den leeren Raum auf der rechten Seite, gab diesmal nach innen zu Hartmann, die das 1:3 markierte. Beinahe wäre vor der Pause noch ein Tor für Köln gefallen, als Yvonne Zielinski in ein zu schwaches Abspiel von Keeperin Ullrich spritzte und mit dem Ball in den Strafraum eindrang, doch Anne Engel konnte noch zur Ecke klären. Hier verteidigt Yvonne Zielinski (rechts) gegen Jasmin Herbert, doch meist stürmte die Kölner Mittelfeldspielerin selbst. Zweimal fing sie zu schwache Abspiele der Frankfurter Torhüterin ab, einmal entstand ein Tor daraus Nach dem Seitenwechsel ging es weiter wie gehabt: weiter Ball auf Fuss, keine FFC-Spielerin kann ihr folgen, gefühlvoller Pass nach innen, dort aber abgeblockt. Die Kölner Spielerinnen waren nicht nur körperlich schnell, auch gedanklich. So schalteten sie nach einem FFC-Angriff in der 50. Minute sofort um und stürmten überfallartig nach vorne. Ein steiler Ball auf den linken Flügel erreichte Hartmann, die passte nach innen, und diesmal war es die vielfache Flankengeberin Sonja Fuss, die den Ball aufnahm und zum 1:4 ins Tor schoss. Sonja Fuss auf dem rechten Flügel mit viel Raum vor sich - die altgediente Nationalverteidigerin präsentierte sich als pfeilschnelle Stürmerin Nur drei Minuten später fing Zielinski zum zweiten Mal in diesem Spiel ein Abspiel von Ullrich auf Junker ab, umspielte zwei Abwehrspielerinnen und spielte einen Klassepass in den leeren Raum auf schon wieder Fuss, die mit ihrem dritten Tor an diesem Tag das 1:5 markierte. Doch die jungen Spielerinnen des FFC gaben nicht auf, stellten sich keineswegs hinten rein, um Schlimmeres zu verhindern, sondern suchten ihr Heil in der Offensive. Julia Losert kam in der 57. Minute zu einer Superflanke von links auf den langen Pfosten, wo Jasmin Herbert nur noch den Fuß hin zu halten brauchte, um aus einem Meter Entfernung einzuschießen. Doch wie es so ist an Tagen, an denen gar nichts klappt, der Ball prallte ihr so unglücklich vom Fuß weg, dass er parallel zum Tor in die Kölner Abwehr ging. Dann verletzte sich die Kölner Innenverteidigerin Lena Schrum, und Marcus Kühn stellte Sonja Fuss nun an ihrer Stelle in die Innenverteidigigung. Die eingewechselten Kölner Spielerinnen machten dann noch das 1:6. Sarah Kramer gab von links die Flanke, Bilgin Defterli vollendete frei in der Mitte stehend. Es sah ziemlich übel aus, als Kölns Innenverteidigerin Lena Schrum vom Platz humpelte, und auch in die Kabine konnte sie noch nicht alleine laufen - aber das Lachen hat es ihr offensichtlich nicht verschlagen. Hoffentlich ist die Verletzung nicht allzu schlimm! |
„Wir haben gegen eine sehr gute zweite Mannschaft mit der Weltklassespielerin Jessica Landström ein Superspiel gezeigt, vielleicht ein Tor zu hoch gewonnen” bilanzierte Kölns Trainer Marcus Kühn hinterher. Vor allem freue es ihn, dass Landström im ganzen Spiel keine Torchance gehabt habe. Sonja Fuss habe das Ziel, bei der Weltmeisterschaft 2011 dabei zu sein, deshalb trainiere sie sehr hart. Er stehe in intensivem Kontakt mit Bundestrainerin Silvia Neid und es sei auch abgesprochen, dass Fuss auf verschiedenen Positionen eingesetzt werde. Kölns Trainer Marcus Kühn war mit dem Spiel seines Teams hoch zufrieden Frankfurts Trainerin Mira Krummenauer fand ebenfalls, dass das Ergebnis etwas zu hoch ausgefallen sei. In der ersten Hälfte habe ihr Team gar nicht so schlecht gespielt und auch einige gute Spielzüge gezeigt. Das 1:1 sei unnötig und vermeidbar gewesen, der Ball hätte schon längst weg sein können. Gegen einen Gegner wie Köln könne sie ihrem Team aber keine Vorwürfe machen. Die Leihgabe der ersten Mannschaft des FFC an die zweite, Jessica Landström, wurde immer gedoppelt, hier von Nicole Bender und im Hintergrund Maike Seuren. Leider konnten Landströms Mitspielerinnen den dadurch entstehenden Raum nicht nutzen, und Landström selbst kam zu keiner einzigen Torchance
1. FFC Frankfurt II:
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