. . . .

FanSoccer

Das Frauenfußball-Magazin



2. Bundesliga-Süd, 3. Spieltag

Sindelfingen gewinnt „Schlammschlacht“ in Duisburg

FCR 2001 Duisburg II – VfL Sindelfingen 0:5 (0:2)

Text von Marion Kehren

30. August 2010   Nichts zu holen gab es am heutigen Tage für die Hauser-Elf bei der „Schlammschlacht“ von Duisburg-Hüttenheim gegen Ligakonkurrent VfL Sindelfingen. In der mehr als schweren Partie wurde beiden Teams alles abverlangt, doch letztendlich war es dem Gast vorbehalten die drei Punkte mitzunehmen.

Nach tagelangen, teils sintflutartigen Regenfällen zeigte sich der Rasen auf dem Vereinsgelände in Duisburg-Hüttenheim in einem sehr bedenklichen Zustand, dennoch entschied sich Schiedsrichterin Kathrin Heimann für den Rasenplatz und nicht für eine Verlegung auf Kunstrasen…ob das mit dem gleichzeitig stattfindenden Jugendturnier zusammen hing, entzieht sich leider meiner Kenntnis.

In der ersten Halbzeit bot Alice Hellfeier gegen die blitzschnelle Fabienne Dongus auf der linken Außenposition eine gute Leistung.

Bild: Marion Kehren

Für beide Teams ging es um die Standortbestimmung in der zweiten Bundesliga. Duisburg (1 Niederlage, 1 Unentschieden) wie auch Sindelfingen (2 Niederlagen) bieten in dieser Saison eine recht junge Mannschaften auf, wobei der VfL einen sehr großen Aderlass von gleich neun Spielerinnen hinnehmen musste. Die Löwinnen hingegen haben immer noch ein mächtiges Lazarett vorzuweisen und mussten zudem auf einige Stammspielerinnen verzichten, die in der Ersten aushelfen sollten. Nichtsdestotrotz hieß es heute für beide Mannschaften: Ärmel hochkrempeln und den ersten Dreier mitnehmen!

Flügelflitzerin Daniela Ließem lief heute viel und musste in vielen Zweikämpfen z.B. gegen Stefanie Werner einiges einstecken, doch blieb auch sie am Ende unglücklich und torlos.

Bild: Katrin Müller

Ein Waschmittelsponsor hätte heute seine wahre Freude gehabt; denn es dauerte keine Minute, da war das Weiß auf den Trikots der Spielerinnen schon angeschmutz. Auf dem schwer bespielbaren Platz erwischte der FCR den besseren Start und hatte bereits nach vier Minuten die erste Schussmöglichkeit durch Kapitänin Barbara (Baba) Müller, aber der Ball flog über das gegnerische Tor. Sindelfingen steckte nicht auf und drängte nach vorne. Ein schöner Alleingang von Annika Schmidt konnte nur durch den beherzten Einsatz von Löwinnenkeeperin Christina Bellinghoven entschärft werden. Dennoch trieb es FCR-Trainerin Petra Hauser die Blutröte ins Gesicht; denn dieser Alleingang zeigte die großen Lücken in der Defensive auf. Schmidt wurde während ihres Angriffes nicht von einer einzigen Duisburgerin bedrängt.



Jenny Kupzig im Laufduell mit Natalie Hezel.

Bild: Katrin Müller

Das Spiel nahm immer mehr an Tempo auf und obwohl der Ball kaum lief und durch die Wassermassen ständig die Richtung änderte, boten beide Teams doch recht ansehnlichen Fußball. Besonders gut gefiel mir in den ersten 30 Minuten die junge Alice Hellfeier auf der rechten Außenposition der Duisburger, sie schaffte es die blitzschnelle Fabienne Dongus in Schach zu halten.Eben jene Fabienne Dongus war es aber auch, die in der 16. Spielminute einen wunderbaren Pass auf die mitgelaufene Annika Schmidt zirkelte. Doch Schmidt erwischt, freistehend vor dem Tor, den Ball nicht richtig und er kullerte ins Aus.


Nach dem Spiel lieferten sich die Sindelfinger Mädels vor Freude über den Sieg noch eine kleine "Schlammschlacht" :-)

Bild: Katrin Müller

So langsam schien es, als würde sich Sindelfingen mit den schwierigen Platzbedingungen besser und schneller anfreunden wie die Heimmannschaft; denn die Gäste wurden von Minute zu Minute stärker. Zwar konnte Müller einen Pass von Daniela Ließem nochmals für einen Entlastungsangriff nutzen, doch im direkten Gegenzug tauchte schon wieder F. Dongus vor dem FCR-Tor auf und auch der Nachschuss von Merza Julevic fand nicht sein Ziel. Zwei Minuten später die nächste Aktion der Schwäbinnen. Hayley Siegel bediente mustergültig die mitgelaufene Marina Schwägler, aber wieder wurde der Ball unnötig vertändelt.

Barbara Müller war heute mit Abstand die beste Spielerin der Löwinnen ging viele Wege und holte sich den Ball sogar aus dem gegnerischen Sturm wie hier von Merza Julevic.

Bild: Katrin Müller

Sindelfingen blieb spielbestimmend, die Löwinnen kamen kaum noch bis zum 16er heran und wirkten plötzlich wie gelähmt. Keine durchdachten Aktionen, kaum Zweikämpfe, der Zug nach vorne gänzlich verloren. Genau zu diesem Zeitpunkt fiel der längst überfällige Führungstreffer für die Gäste durch Fabienne Dongus, die einen Abklatscher von Bellinghoven nutzen konnte. Dank der fehlenden Zuordnung in der Duisburger Abwehr, konnte sechs Minuten später Hayley auf 0:2 erhöhen. In der Nachspielzeit hatte Müller zwar noch mit einem Freistoß die Möglichkeit den Anschlusstreffer zu erzielen, aber Anke Langwisch im Sindelfinger Gehäuse parierte diesen Ball.

Dieses Tor war der Schlusspunkt unter eine kämpferisch starken Leistung der Sindelfingerinnen, durch die gerade erst eingewechselte Selina Schindler. Duisburgs Keeperin Christina Bellinghoven konnte man an diesem Tag keinen Vorwurf machen, ihre Leistung war tadellos.

Bild: Katrin Müller

Nach der Halbzeit machten die Schwäbinnen da weiter wo sie aufgehört hatten. Die Koutroubis-Elf war drückend überlegen und erhöhte in der 53. Minute sogar auf 0:3 durch Annika Schmidt. Duisburg fiel nicht mehr viel ein, war zu harmlos in den Zweikämpfen, setzte nicht engagiert genug nach und die hohe Quote an Fehlpässen tat ihr übriges dazu. Mehr als ein Mal bekam Sindelfingen das runde Leder auf dem silbernen Tablett serviert. Nur Dank der guten Paraden von Chrisina Bellinghoven und dem Tatendrang von Sandra Deilmann, die des Öfteren in höchst brenzligen Situationen retten musste, führte der VfL nicht höher.

In der 68. Minute durfte Duisburg dann doch noch jubeln, als Müller den Anschlusstreffer erzielte, aber die Unparteiische entschied, für viele der Zuschauer völlig unverständlich, auf Torab. Eine Minute später foulte Nina Müller die flinke Daniela Ließem ziemlich heftig im Strafraum, aber wieder entschied die Schiedsrichterin anders. Das waren dann wohl auch die letzten Hoffnungsschimmer der Löwinnen; denn danach fielen sie förmlich auseinander.




Fabienne Dongus war in der 38. Minute auch von Elena Dorina Dorloff nicht mehr aufzuhalten und eröffnete zum 0:1.

Bild: Katrin Müller

Alle Versuche von Petra Hauser ihre Mannschaft nochmals zu motivieren nützten nichts mehr und spätestens nach dem verwandelten Handelfmeter durch Merza Julevic war der Wille gänzlich gebrochen. Mit dem Schlusspfiff erhöhte, die neu ins Spiel gekommene, Selina Schindler noch auf 0:5 und damit waren dann nun auch alle Duisburgerinnen restlos bedient, während die Gäste ihren Sieg mit einer kleinen Schlammschlacht feierten.

Niko Koutroubis freute sich über die Tore seiner Mannschaft und den ersten Sieg!

Bild: Katrin Müller

Trainer Nikolaus Koutroubis konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen:“ Dieser Sieg war sehr wichtig für uns. Ich hab immer gesagt wir gehören nicht da unten hin, wir sind auf Augenhöhe mit den meisten Mannschaften bis auf Köln und Freiburg und brauchen uns vor niemanden zu verstecken. Wir haben den Kampf auf diesem Platz angenommen und uns schneller und besser mit den Platzverhältnissen zu Recht gefunden als Duisburg. Die Tore kamen zum richtigen Zeitpunkt und damit haben wir auch verdient gewonnen.“




FCR 2001 Duisburg II:
Bellinghoven - Hellfeier, Deilmann, Starmanns, Kremer, Windmüller (46. Oppedisano), B. Müller, Dickhaus, Ließem, Dorloff (86. Morina), Kupzig (79. Fleischer)

VfL Sindelfingen:
Langwisch - Werner, T. Dongus, Höller, Schwägler, Hezel (81. Schindler), Siegel, F. Dongus, N. Müller (86. Rädle), A. Schmidt (73. Tieber), Julevic

Tore:
0:1 F. Dongus (38.)
0:2 Siegel (44.)
0:3 A. Schmidt (53.)
0:4 Julevic (76. HE)
0:5 Schindler (90.)

Gelbe Karten: Ließem, Hellfeier / A. Schmidt

Schiedsrichterin:
Kathrin Heimann (Gladbeck) mit Nadine Matthes und Natalie Fichtner

Zuschauer: 350


weitere Bilder unter:
www.kapixblog.net

Zu Zweite Liga Süd

Zur FanSoccer-Startseite