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2. Bundesliga Süd, 12. Spieltag

Schneeballschlacht ohne Happy-End

TuS Wörrstadt – FCR 2001 Duisburg II 0:0

Text und Fotos von Martin Kochem

14.12.2009   Am ersten Rückrundenspieltag wollte der gastgebende TuS Wörrstadt gegen die zweite Mannschaft des amtierenden Women´s Cup-Siegers nicht nur Revanche für die 2:6-Hinrundenpleite nehmen, sondern mit dem zweiten (Heim-)Erfolg der laufenden Saison auch Anschluss an die im Abstiegskampf vor ihnen stehenden Mannschaften halten. Doch am Ende einer buchstäblichen Schneeballschlacht reichte es für den Aufsteiger aus Rheinhessen nur zu einem mageren torlosen Remis, welches die reellen Chancen auf den Klassenerhalt nicht unbedingt erhöht haben dürfte...

Die ursprünglich bereits vom heimatlichen Rasenplatz der IGS Wörrstadt auf die Anlage des TV Lonsheim verlegte Partie hätte aufgrund des nächtlichen Wintereinbruchs eigentlich am frühen Sonntagmorgen abgesagt werden sollen bzw. müssen, doch bestanden die Gäste von der Ruhr aus organisatorischen Gründen unbedingt auf eine Austragung und so wurde mit dem Kunstrasenplatz in Spiesheim kurzerhand eine alternative Spielstätte auserkoren.

Ana Christina Oliveira Leite vs. Birte Richter

Ana Christina Oliveira Leite (rechts) behauptet sich hier im Duell gegen Birte Richter

Trotz der zunächst skeptischen Blicke des Schiedsrichtergespanns sowie einer gut 5 cm hohen Papp- bzw. Nassschneeschicht auf dem leicht angefrorenen Geläuf wurde die Begegnung von der jungen Unparteiischen Annette Raith pünktlich angepfiffen. Aufgrund der lediglich (halbwegs) geräumten Strafräume gestaltete sich insbesondere die Schuhwahl als äußerst schwierig und auch die äußeren Wetterbedingungen (leichter, anhaltender Schneefall bei eiskaltem Ostwind) verlangten sowohl den Akteurinnen als auch den immerhin 130 unentwegten Spielbeobachtern alles ab.

Alisha Clark vs. Daniela Ließem  und Sandra Starmanns

Alisha Clark war auf Wörrstädter Seite eine der Besten und fand sich auf dem Schneeboden gut zurecht - Daniela Ließem (links) und Sandra Starmanns (rechts) haben das Nachsehen

Von Beginn an entwickelte sich ein packendes Kampfspiel, in welchem der Tabellenletzte von Beginn an versuchte, Akzente nach vorne zu setzen. So tauchte Ann-Christin Angel bereits nach 100 Sekunden nach schöner Vorarbeit von Alisha Clark alleine vor dem Duisburger Gehäuse auf, doch deren Schußversuch konnte durch die vielbeinige FCR-Abwehr im letzten Moment abgeblockt werden. Der TuS blieb in der Folgezeit zwar optisch überlegen, hatte jedoch bei diesen Platzverhältnissen verständlicherweise große Probleme beim Spielaufbau, während die Gäste von der Ruhr kaum einmal bis zum gegnerischen Strafraum durchdrangen und ihr Hauptaugenmerk zunächst auf die Defensivarbeit legte.

Sarah Schmitt vs. Sandra Starmanns

Sarah Schmitt (links) und Sandra Starmanns kämpfen um den Ball

So entstand wirkliche Torgefahr eigentlich nur durch Fernschüsse, doch konnte die hellwach agierende FCR-Torfrau Anke Preuß sowohl einen Versuch von Loreana Liebetanz aus gut 25 Metern Torentfernung (26.) ebenso gekonnt aus der Ecke fischen


Ann-Christin Angel vs. Jenny Kupzig

Ann-Christin Angel (hier im Duell mit Jenny Kupzig) fand sich mit zunehmender Spieldauer immer besser mit den schwierigen Platzverhältnissen zurecht, der erlösende Siegtreffer blieb ihr allerdings verwehrt

wie eine verunglückte Flanke von Juliane Lozinski von der rechten Außenbahn (31.). Die bis dato größte Möglichkeit zum Führungstreffer besaßen die couragiert und engagiert auftretenden Rheinhessinnen kurz vor dem Pausenpfiff, als Kapitänin Sarah Schmitt mit einem herrlichen Steilpass Angel bediente, deren von Preuß lediglich nach vorne abgeklatschten Schuß aber von Ilka Pedersen kurz vor der Linie weggeschlagen werden konnte. Kurz darauf setzte Jessica Wissmann einen Kopfball nach einer Lozinski-Ecke nur knapp am linken Torpfosten vorbei (45.), sodass es zur Pause beim für die Gäste äußerst schmeichelhaften 0:0 bleiben sollte.

Auch nach dem Wechsel das gleiche Bild: Wörrstadt drängte mit aller Macht auf den eigentlich längst fälligen Führungstreffer, scheiterte aber immer wieder an der vielbeinigen FCR-Viererabwehrkette bzw. an Preuß, der besten Akteurin auf dem Platz im Kasten der Duisburgerinnen. So entschärfte diese nach 48 Minuten einen Schuß aus halbrechter Position von Annika Leber glänzend und hatte anschließend auch noch das Glück der Tüchtigen, als die etwas in Rücklage geratene Angel die Kugel völlig freistehend aus 10 Metern über die Latte donnerte (60.).

Christine Wagner  gegen Frauke Fleischer

Duell der Einwechselspielerinnen: Christine Wagner (links) gegen Frauke Fleischer

Nur eine Minute später machte es die mit zunehmender Spieldauer sich immer besser zurechtfindende TuS-Spielmacherin nach einer vorangegangenen Ecke nicht besser und drosch das rot-schwarze Spielgerät freistehend aus 11 Metern abermals in den wolkenverhangenen Himmel. Nach sage und schreibe 67 Spielminuten tauchte das Team von Trainerin Petra Hauser dann zum ersten Mal gefährlich vor dem TuS-Gehäuse auf, doch die bis dato nahezu beschäftigungslose und beinahe festgefrorene Ramona Emig musste bei einem Schußversuch von Daniela Ließem aus 16 Meter Torentfernung nicht wirklich eingreifen.

Daniela Ließem

Daniela Ließem besaß nach 67 Minuten die erste Dusiburger Torchance überhaupt

Bei den Gastgeberinnen schwanden nun etwas die Kräfte und Duisburg kam in der Schlussviertelstunde immer besser ins Spiel, doch außer einem Kopfball der eingewechselten Frauke Fleischer, welchen Emig aus Nahdistanz mit einem Klassereflex gerade noch so über die Latte lenken konnte (88.), ergaben sich hüben wie drüben keine weiteren Torgelegenheiten mehr.

So blieb es letztendlich bei einem für die Gäste etwas schmeichelhaften Remis,


während das Motto für den erstmals in dieser Saison „zu Null” spielenden TuS nur heißen kann, auf dieser absolut zweitligareifen Leistung weiter aufzubauen und im kommenden Jahr die nötigen Punkte im Kampf gegen den Abstieg einzufahren.

Alisha Clark

Alisha Clark brachte ihre physischen Vorteile auf dem glatten Geläuf gut zur Geltung und bot eine überzeugende Partie

TuS-Coach Rainer Wißmann zeigte sich sodann nach dem insbesondere von den fröstelnden Zuschauern herbeiersehnten Schlusspfiff insbesondere von der kämpferischen Leistung seiner jungen Truppe äußerst angetan: „Wir haben defensiv heute sehr gut gestanden, waren über 90 Minuten hinweg die auch vom Willen her gesehen stärkere Mannschaft und hätten aufgrund des eindeutigen Chancenplus einen Dreier heute sicherlich verdient gehabt. Die letzten Spiele geben uns trotz der Punktverluste weiter Hoffnung und selbst ein Abstieg –sollte er sich nicht vermeiden lassen- wäre für diese junge, entwicklungsfähige Mannschaft sicherlich kein Beinbruch, denn in diesem Team steckt ganz viel Potential...”

Ramona Emig

TuS-Torfrau Ramona Emig hielt in ihrem 3. Pflichtspieleinsatz zum ersten Mal ihren Kasten sauber - wurde allerdings auch kaum ernsthaft geprüft



TuS Wörrstadt:
Emig - Richter, Lozinski, Häfner, Maertin - Angel, Clark (77. Röhrig), Wissmann, S. Schmitt - Leber (56. Wagner), Liebetanz (46. Kurek)

Trainer: Rainer Wißmann

FCR 2001 Duisburg II:
Preuß - Starmanns, Pedersen, Hellfeier, N. Kremer - Oppedisano (46. Fleischer), B. Müller, Ließem, Ioannidou - Oliveira Leite, J. Kupzig (75. Buil)

Trainerin: Petra Hauser

Tore: Fehlanzeige

Gelbe Karten: S. Schmitt

Schiedsrichterin: Annette Raith (Ansbach)

Zuschauer: 130 (in Spiesheim)


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