2. Bundesliga, Relegation HinspielAlles offen für´s RückspielFFC Wacker München – KSV Holstein Kiel 0:0 | ||
Text und Bilder von Sascha Pfeiler 25.05.2010 In einem von Taktik geprägtem Spiel trennen sich der FFC Wacker München und der KSV Holstein Kiel im Hinspiel der Relegation zwischen dem jeweils zehntplatzierten der 2. Bundesliga Nord und Süd mit einem torlosen Unentschieden. Somit wird die Entscheidung auf das Rückspiel am 30. Mai 2010 in Kiel vertagt, in dem der Verlierer den Weg in die Drittklassigkeit gehen muss. „Wir haben gelernt, sehr diszipliniert zu spielen. Das müssen wir auch in München beherzigen.” Holstein Kiels Trainer Guido Gehrke legte die Marschrichtung für seine Elf vor dem Relegations-Hinspiel in München klar fest. Der 10. der 2. Bundesliga Nord wollte sich zuerst auswärts eine gute Ausgangsposition erarbeiten, um dann eine Woche später (Sonntag, 30.05.2010, 11:00 Uhr) auf heimischem Platz in Kiel den Verbleib in der zweithöchsten deutschen Spielklasse zu bestätigen. ![]() Duell der Kapitäninnen: Annika Fröhlich (links) und Rachel Pashley (rechts) Wacker-Trainer Thorsten Zaunmüller setzte vor dem Spiel auf Fortuna. „Ich wäre sehr froh, wenn wir diesmal mehr Glück hätten”. Er spielte damit auf die letzte Partie der 2. Bundesliga Süd an, in der die Wackerfrauen gegen den 1.FFC Frankfurt II 11 Minuten vor Schluss den Gegentreffer durch Meike Weber zum 1:2 Endstand kassierten. Mit dieser bitteren Niederlage rutschte man auf den Relegationsplatz ab und musste somit in die Hoffnungsrunde gegen die Norddeutschen. Wacker begann das Spiel sehr nervös. Die Abwehrabteilung wirkte in den ersten Minuten sehr unsortiert und teilweise sogar überfordert. Bereits in der 7. Spielminute zeigten die Holsteinerinnen, was sie wollten – ein Auswärtstor. Ein Zuckerpass von Marialiiza Kranz ins Herz der Wackerabwehr landete genau vor Jana Leugers Füßen, die plötzlich alleingelassen von der Münchener Innenverteidigung vor Torfrau Kathrin Lehmann stand und sich nur noch die Ecke aussuchen musste. Doch Lehmann lief blitzschnell aus ihrem Kasten heraus und machte damit die Alternativen klein. Leugers schob den Ball mit der Spitze rechts am Tor vorbei, streifte sogar noch den Aussenpfosten. Ein Treffer für Kiel bereits in den ersten 10 Minuten wäre für den gesamten Spielverlauf ein Segen gewesen. ![]() Holstein Kiel drückte in der ersten Halbzeit auf das Auswärtstor. Jana Leugers (beim Kopfball) wird hier von den Müchnerinnen nicht verteidigt. Die Kielerinnen traten in der ersten Halbzeit auf fremdem Platz wie ein Heimteam auf. Nach vorne wurde Druck aufgebaut und die Münchner Hintermannschaft ständig in Alarmbereitschaft versetzt. Nach hinten arbeiteten die Hansestädterinnen sehr konzentriert, ließen so gut wie nichts zu. So konnte man schon bei den Angriffsbemühungen der Wackerfrauen in der Anfangsviertelstunde von |
Jeder Ball wurde hart umkämpft. Im Luftduell hier Christin Vogt (links) gegen Franziska Karl | |
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Entlastungsangriffen sprechen. In der 14. Minute brachte so ein Angriff immerhin einen Eckball ein, den aber die gesamte Sturmabteilung um die Französin Hélène Brévart unterlief, sodass keine Gefahr für das Kieler Tor von Viktoria Bendt entstand. Eine Minute später war es auf der anderen Seite Kati Krohn, die nach einer Flanke von rechts im Münchner Strafraum nur noch mit dem Oberschenkel an den Ball kam , so dass keine echte Gefahr entstehen konnt. Wobei in dieser Szene der Ball unfreiwillig an die Hand von Annika Fröhlich sprang. Schiedsrichterin Moiken Reichert entschied aber richtigerweise nicht auf Strafstoß. ![]() In höchster Not rettet Annika Fröhlich (Mitte) vor Christin Vogt (links) und Lena Schrum (rechts) Die Kielerinnen ließen nicht locker, sie wollten das so wichtige Auswärtstor und erzwangen sich in der ersten Hälfte noch eine weitere gute Möglichkeit. In der 21. Minute hob Lena Schrum zu einem spektakulären Flugkopfball nach einem Freistoß ab, traf den Ball aber nicht richtig und Kathrin Lehmann hatte somit keine Mühe. Wacker-Rückkehrerin Lehmann, die noch im Februar für die Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft bei den Olympischen Spielen in Vancouver stürmte und das Wackertor bereits von 2004 bis 2007 hütete, kam nach einem zweijährigen Gastspiel beim schwedischen Erstligisten Hammarby IF und einem Kurzaufenthalt beim FCR 2001 Duisburg nach München zurück, um dem Verein, der ihr so am Herzen liegt, im Abstiegskampf zu helfen. ![]() Spektakulärer Flugkopfball der Kielerin Lena Schrum. Sie bekam nicht genügend Druck in den Ball, so dass Kathrin Lehmann im Münchner Tor keine Mühe hatte, den Ball abzuwehren Im weiteren Spielverlauf gab es kaum noch nennenswerte Torchancen. Wacker arbeitete nach dem Sturmlauf der Kielerinnen in der ersten Hälfte konzentrierter und ließ weniger Entfaltung der norddeutschen Offensive zu. Zu eigenen zwingenden Aktionen kamen die Münchnerinnen bis auf einen Lattentreffer nach einem Freistoss von Annika Fröhlich kurz vor der Pause nicht. Das Spiel fand vornehmlich im Mittelfeld statt, wurde teilweise sogar etwas |
ruppig. Die 350 Zuschauer an der Bezirkssportanlage in Sendling wollten zwar Tore bejubeln, sahen aber speziell in der 2. Spielhälfte ein Taktieren beider Mannschaften. Wacker wollte auf keinen Fall den gefürchteten Auswärtstreffer kassieren, konnte aber selber nach vorne nicht genügend Kreativität entwickeln, um ein eigenes Tor zu erzielen. Gelegentlich schnell vorgespielte Konter der Münchnerinnen, allen voran durch die 23-jährige Hélène Brévart, wurden von der Holsteiner Abwehr um Rachel Pashley gut verteidigt. In der Schlussviertelstunde diskutierten die Zuschauer schon, was so ein 0:0 im Hinblick auf das Rückspiel für Vor- oder Nachteile hat. Bekanntlich wird die Relegation ja im Europacup-Modus ausgtragen, d.h. bei Punkt- und Torgleichheit nach 2 mal 90 Minuten entscheiden die auswärts mehr erzielten Tore bzw. Verlängerung und Elfmeterschießen. ![]() Lena Schrum (links) arbeitete viel, wird von der Wacker-Abwehr gedoppelt. Hier von Michaela Vötter (rechts) und Caroline Merk (Mitte) In der 91. Minute prüfte dann nochmal Rachel Rinast die Wacker-Torfrau Kathrin Lehmann mit einem harten Schuss von der Strafraumgrenze, am Ende blieb es aber beim torlosen Unentschieden. Der FFC Wacker München hat es wie so häufig in der abgelaufenen Saison nicht geschafft, einen Heimsieg einzufahren, konnte aber einen Auswärtstreffer von Holstein Kiel vermeiden, was für das Rückspiel in Kiel wohl alles offen hält. Die Karten werden am 30. Mai neu gemischt. FanSoccer wird berichten.
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