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2. Bundesliga, 20. Spieltag

Köln verliert Anschluss an die Spitzengruppe

VfL Sindelfingen - 1. FC Köln 3:0 (2:0)

Text und Bilder von Roland Baumann

29.04.2010   Mit einer überraschend deutlichen 0:3 Klatsche beim VfL Sindelfingen verlor der 1. FC Köln den Anschluss an die Spitzengruppe. Obwohl die Gäste vom Rhein das Spiel überwiegend kontrollierten, reichten dem VfL wenige Nadelstiche, um sich die drei Punkte aus dieser Begegnung zu sichern.

Köln versuchte von Beginn an, das Heft des Handelns in die Hand zu bekommen. Nach einem schnellen Vorstoß über Patricia Hanebeck in der siebten Minute kam Lena Fehrenbach auf der linken Seite zu einer Schussmöglichkeit, doch verfehlte sie das Ziel. Nur zwei Minuten später musste sich Sindelfingens Keeperin Lena Nuding gewaltig strecken, um einen 25-Meter Schuss um den Pfosten zu drehen. Die Gastgeber wollten sich aber nicht einschnüren lassen und hielten dagegen. In der 17. Minute leitete Susi Höller einen dieser Gegenstöße mit einem Traumpass aus der Tiefe auf Nicole Rolser ein. Deren Flanke vors Kölner Tor nahm Nina Müller per Kopf, doch strich der Ball knapp am Tor vorbei. Im Anschluss daran bekam Köln den Ball nicht aus dem Strafraum. Die sonst eigentlich eher für den Defensivpart zuständige Mara Schanz bedankte sich und drückte das Leder zur etwas überraschenden 1:0 Führung über die Linie. Kölns Trainer Klaus Schmischke monierte zwar nach dem Spiel eine Abseitsstellung an, doch wertete Schiedsrichterin Angelika Söder den Treffer. Schon im nächsten Angriff fiel der nächste Treffer. Köln konnte einen Angriff nur zur Ecke klären, stand bei dem fälligen Eckstoß aber völlig desorientiert im eigenen Strafraum herum. Der Ball irrte kurz im Strafraum umher, bis Stefanie Fauser sich von ihren beiden Gegenspielerinnen löste und den Ball ins Kölner Tor bugsierte.

Nina Müller vs. Lena Fehrenbach

Nina Müller, die sich hier mit Lena Fehrenbach auseinandersetzen muss, erzielte ihren Treffer zum 3:0 trotz missglückte Ballannahme. Ein Indiz für die Unentschlossenheit der Kölner Abwehr

In der Folgezeit blieben die Gäste immer noch spielbestimmend, fanden aber gegen eine aufmerksame VfL-Verteidigung keine Mittel, um das Tor der Gastgeber in Gefahr zu bringen. Anders sah es auf der Gegenseite aus. Ein paar schnelle Spielzüge, ein Steilpass und schon wurde es für den FC gefährlich. Nach einem dieser Konter strich der von Nicole Rolser gespielte Ball knapp am Kölner Tor vorbei. In der 35. Minute endlich eine gute Aktion für die Kölner, als die nach vorn fleißig arbeitende Hanebeck ihre Teamkollegin Bilgin Defterli schickte. Die konnte zwar Nuding im VfL-Tor überwinden, hatte jedoch den Ball in Abseitsposition angenommen. Kurz darauf musste Nuding mit einem klasse Reflex den Anschlusstreffer verhindern. Erst im nächsten Schritt brachte Höller den Ball aus der Gefahrenzone. So brachte Sindelfingen mit etwas Glück das 'zu Null' in die Pause.


Das 2:0 durch Stefanie Fauser

Das 2:0 durch Stefanie Fauser (ganz rechts), die hier sträflich alleine gelassen wurde, zeigte deutlich die Schwachpunkte in der Kölner Mannschaft.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit konnte Köln den Druck wie kurz vor der Pause nicht mehr aufrecht erhalten. Die Aktionen sahen noch immer gefällig aus, nur richtige Torgefahr wollte sich nicht einstellen. Wenn es gefährlich wurde, dann vor dem Kölner Tor. Bei einem Konter in der 50. Minute düpierte Nicole Rolser die Kölner Viererkette, verzog aber im Abschluss. Zwei Minuten später landete ein Freistoß auf dem Netz des von Kathrin Wojtasik gehüteten Tores und in der 62. Minute versuchte es Leonie Maier mit einem Alleingang, fand aber in Wojtasik ihren Meister. In der 72. Minute war Wojtasik dann doch nochmals geschlagen. Erneut war es Maier, die die Fäden zog. Nachdem sie sich bis in den Gästestrafraum vorgearbeitet hatte, passte sie auf Nina Müller, die zwar erst den Ball verpasste, aber im Nachsetzen wieder zurückholte und dann Kölns Keeperin verladen konnte. Auch hier wirkte die FC-Abwehr völlig indisponiert. Trotz des Rückstandes steckten aber die Gäste noch immer nicht auf. Nur drei Minuten nach dem 3:0 versuchte es die erst eingewechselte Lena Schüth gegen Höller und Nuding, kam auch an beiden vorbei, brachte den Ball nicht im Tor unter. Leonie Maier antwortete mit einer kurz gespielten Ecke, traf aber nur das Außennetz. Mit der Einwechslung von Schüth schien eine Resultatsverbesserung noch möglich zu werden, gelangen ihr doch noch weitere gute Aktionen. Doch blieb auch ihr der Torerfolg verwährt, als sie in der 77. Minute nach einer Unstimmigkeit in der VfL-Abwehr mit einem schwachen Abschluss scheiterte und kurz darauf auch Nuding ausspielen konnte, aber aus sehr spitzem Winkel nicht traf. Im Gegenzug suchte Selina Schindler ihre Sturmkollegin Müller, die aber den Ball verpasste. Besser sah die letzte Aktion aus. Diesmal war es Müller, die Schindler mustergültig angespielt hatte, aber Wojtasik parierte mit einer Glanztat. Wenig später pfiff Angelika Söder die Partie ab, deren Ergebnis so gar nicht zu dem Spielgeschehen passen wollte.

Charline Hartmann und Patricia Hanebeck

Patricia Hanebeck, hier mit Charline Hartmann, war zwar fleißige Spielantreiberin, fand aber kaum Anspielstationen


Auch Klaus Schmischke war über den Spielausgang überrascht. Obwohl sein Team über mehr Spielanteile verfügte, fehlte die Durchschlagskraft. „Wenn man aber seine Chancen nicht nutzen kann, ist die Niederlage nicht verwunderlich.” Ähnlich sah es VfL-Trainier Niko Koutroubis, der dem heutigen Gegner klare Feldvorteile attestierte. Seiner Einschätzung nach verfügt Köln über die besseren Einzelspielerinnen, weshalb seine Mannschaft heute nicht so sicher wie gewohnt in der Abwehr gestanden habe. Trotzdem sei er sehr zufrieden, zeigte sich sein Team doch sehr effizient. Der Aufstieg in die erste Liga ist aber für ihn kein Thema mehr, da er nicht mehr mit Ausrutschern seitens des Tabellenführers rechnet.

Lena Nuding vs. Bilgin Defterli und Charline Hartmann

Trotz Feldüberlegenheit der Gäste aus Köln blieb letztlich die VfL-Abwehr immer in den kritischen Situationen Sieger. Hier fängt Lena Nuding zwischen Bilgin Defterli und Charline Hatmann den Ball ab

VfL Sindelfingen:
Nuding - Schwägler, Schanz, Althaus, Höller, L. Maier (81. Spengler), Betz, Na. Rolser (67. Enoch), Fauser, Ni. Rolser (79. Schindler), N. Müller

1. FC Köln:
Wojtasik - Renner, Fehrenbach,Bender, Lenz (74. Frommont), Hanebeck, Fuss, Tekkal (55. Pfannschmidt),C. Hartmann, Zielinski, Defterli (65. Schüth)

Tore:
1:0 Schanz (19.)
2:0 Fauser (21.)
3:0 Müller (72.)

Gelbe Karten: - / C. Hartmann

Schiedsrichterin: Angelika Söder (Schwarzenbruck)

Zuschauer: 225


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