2. Bundesliga Süd, 22. Spieltag2. Matchball mit Ach und Krach verwertetBayer 04 Leverkusen – TuS Wörrstadt 1:0 (1:0) | ||
Text von Marion Kehren 11.05.2010 Trotz eines wirklich miserablen Spieles der Werkself-Frauen sicherten sich die Leverkusenerinnen durch einen 1:0 Sieg über den bereits abgestiegenen TuS Wörrstadt die Meisterschaft in der 2. Bundesliga-Süd und damit den direkten Aufstieg ins Oberhaus. Bayer 04 Leverkusen ist ab der Saison 2010/ 2011 erstklassig - dies die gute Nachricht vorweg. Allerdings bekleckerten sich die Frauen während der gesamten Partie nicht sonderlich mit Ruhm. Im Gegenteil, es war dem Absteiger aus Wörrstadt vorbehalten, das Spiel und auch den Aufstieg der Hausherrinnen lange offen zu halten. Die Gäste hatten nichts mehr zu verlieren und gingen couragiert ans Werk. ![]() Wörrstadts Juliane Lozinski verteidigt hier erfolgreich gegen Vanessa Baudzus Bei tollem Siegerwetter sahen knapp 1.000 Zuschauer nicht die erwartete Übermacht aus Leverkusen. Denn die tief stehenden Gäste machten es 04 recht schwer ihr Spiel aufzuziehen. Wörrstadt, mit dem letzten Aufgebot angereist, musste sogar Mittelfeldspielerin Jessica Wissmann zur Torhüterin umfunktionieren, da alle drei etatmäßigen Keeperinnen ausgefallen waren. Was soll man sagen? Wissman machte ein großartiges Spiel und verhinderte gleich mehrfach einen höheren Rückstand ihrer Mannschaft. „Erst knapp 2 Stunden vor Spielbeginn hab ich erfahren, dass ich im Tor stehen werde, ich hab mir vor Angst fast in die Hosen gemacht”, so die sympathische Spielerin nach der Partie. ![]() Jessica Wissmann, die umfunktionierte Mittelfeldspielerin, machte ein riesiges Spiel als Torhüterin Das Spiel begann verheißungsvoll und man wollte tunlichst nicht am letzten Spieltag die Meisterschaft vergeigen. Bereits in der zweiten Minute hatte Leverkusen den Führungstreffer auf dem Fuß, als Schwab einen Freistoß von links auf Lena Steinbach spielte und diese von der Sechzehnmeterlinie abzog, aber ebengenannte Jessica Wissmann parierte brillant. ![]() Durch gute Abwehr- und Torhüterinnenleistung der Gäste zog auch hier Maren Henseler den Kürzeren gegen Juliane Lozinski und Jessica Wissmann Der TuS Wörrstadt wollte im letzten Spiel in der 2. Bundesliga noch einmal alles geben und zeigte sich äußerst motiviert. Die Werkself- Frauen waren nicht in der Lage ihr eigenes Spiel aufzuziehen und agierten oftmals zu nervös und die Pässe waren zu ungenau. Einzig und allein Lisa Schwab brachte über die Außenflügel etwas Unruhe ins Spiel. „Irgendwie waren wir heute auf dem Platz überhaupt nicht anwesend”, so Trainerin Dorren Meier nach dem Spiel. „Letztendlich zählt heute nur das Ergebnis und das stimmt, wir sind Meister!” |
Erste Liga, wir kommen! Das Team von Bayer 04 Leverkusen mit der Meisterschale der 2. Bundesliga Süd | |
Pech für Bayer in der 14. Minute, als Schwab einen direkt ausgeführten Freistoß mit einem kraftvollen Schuss ans rechte Kreuz ballerte. Überhaupt waren es bei Leverkusen lediglich die Standardsituationen und Fernschüsse, die für etwas Gefahr sorgten. Die Wörrstädter Abwehr funktionierte einwandfrei und hatte immer eine Antwort parat. In der 27. Minute war es dann auch eben wieder eine Standardsituation, die den Führungstreffer und gleichzeitig auch das Endergebnis zum 1:0 bringen sollte. Einen direkt verwandelten Eckball von rechts platzierte Schwab so gekonnt, dass der Ball über die am Pfosten stehende Fiona Röhrig ins kurze Eck flog. Zwar hatte Vanessa Baudzus zwei Minuten später noch eine Chance aus der Ferne, aber dieser Schuss brachte nichts ein. Kurz vor der Halbzeit eine der wenigen Möglichkeiten für die Gäste durch Loreana Liebetanz, als diese vor dem Leverkusener Tor auftauchte, aber Lisa Schmitz hatte alles fest im Griff. ![]() Lisa Schwab gelang das Tor des Tages und damit der Sprung ins Oberhaus Nach dem Wechsel das gleiche Bild. Wörrstadt präsentierte sich weiterhin gut und machte den Leverkusenerinnen das Leben schwer bzw. sie machten es sich selber schwer. So war Trainerin Doreen Meier auch nicht mehr auf der Trainerbank zu halten und versuchte ihre Spielerinnen zu konzentrierten Aktionen aufzufordern. Leverkusen hatte zwar noch eine Möglichkeit, als Lynn Mester ihre Kollegin Francesca Weber bediente und diese aus 20 Metern abzog, aber wiederum war Wissmann der Fels im Wörrstädter Tor. Mit zunehmender Spielzeit wurden die Leverkusenerinnen unruhiger. Würden sie das schmale Polster über die Zeit bringen? Die Gäste spürten, dass noch eine Überraschung in der Luft lag, aber letztendlich hatten auch sie noch ein bisschen Pech, als die neu eingewechselte Madlaine Kurek den Ball in der 60. Minute nicht richtig traf. ![]() Spannung pur in den letzten Spielminuten: bringt ein Tor für Wörrstadt Leverkusen am letzten Spieltag noch um den Aufstieg? Co-Trainer Reinhard Huth und Trainern Doreen Meier zittern gemeinsam Die Minuten vergingen für Leverkusen förmlich im Stundentakt und als gar nichts mehr ging, musste gar Bayers Co-Trainer Reinhard Huth Cheftrainerin Doreen Meier festhalten, keine Spielerin |
saß mehr auf der Bank. Die Akteurinnen auf dem Platz schützten ihren Strafraum nur noch durch hohe Abschläge und hofften darauf, dass die Unparteiische Sabine Stadler endlich den heiß ersehnten Schlusspfiff ertönen lassen würde. ![]() Auch die Ersatzspielerinnen von Bayer Leverkusen erlebten die letzten Spielminuten im Stehen Um genau 15:50 Uhr war es dann soweit und Leverkusens Aufstieg ins Oberhaus besiegelt! Nun gab es kein Halten mehr auf der Kurt-Riess-Anlage und die Werkself-Frauen wurden ausgiebig gefeiert. Sektduschen hier, Anfeuerungen da und dazwischen Aufsteiger T-Shirts und Stirnbänder als Gedenken an das einzige DDR-Länderspiel ...Rambazamba in Leverkusen!!! ![]() Es ist geschafft! Die Spannung löste sich im Jubel, Doreen Meier im Freudenrausch, ebenso wie ihre Spielerinnen Und der TuS Wörrstadt? Die Mannschaft stand geschlossen auf dem Feld, beobachtete das Geschehen und verdrückte selber ein paar Tränchen über den feststehenden Abstieg. „Wir haben viel zu spät in der 2. Liga Fuß gefasst und uns zu Anfang ganz schön schwer getan,” so Jessica Wissman nach dem Spiel. „Aber ich bin mir sicher, wir kommen wieder!” ![]() Collage aus dem Gefühlsleben der Wörrstädterinnen, klasse gespielt! Wenn sie so während der Saison aufgetreten wären, wäre der Abstieg mit Sicherheit kein Thema für den ehemaligen Deutschen Meister gewesen.
Bayer 04 Leverkusen:
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