2. Bundesliga Süd, 15. SpieltagDer Siegeszug Richtung 1. Liga geht weiterBayer 04 Leverkusen – VfL Sindelfingen 2:0 (1:0) | ||
Text: Marion Kehren 15.03.2010 „Ich habe im Vorfeld gesagt, dass dies die Woche der Wahrheit werden wird. Innerhalb von sieben Tagen treffen wir auf die direkten Tabellennachbarn und haben zudem unter der Woche noch ein Nachholspiel zu bewältigen. Aber der Sieg heute ist ein riesiger Motivationsschub für meine Mannschaft,” so Leverkusens Trainerin Doreen Meier erleichtert nach dem Schlusspfiff. Das lange Warten hatte am heutigen Tage ein Ende und die Bayerfrauen sowie die Sindelfingerinnen durften endlich wieder ins Spielgeschehen der 2. Bundesliga Süd eingreifen. So freute sich Dorren Meier besonders über die Rückkehr der Langzeitverletzten Lena Steinbach und Francesca Weber. Dafür musste sie aber auch die bittere Pille schlucken, dass Kathy Hendrich (Innenbandanriss) und Bella Linden (Riss des vorderen Kreuzbandes und des Außenmeniskus im linken Knie) für längere Zeit ausfallen werden. Beide Spielerinnen hatten sich diese Verletzungen beim diesjährigen Turnier in La Manga/ Spanien zugezogen. Ihr Kollege Niko Koutroubis konnte sich ebenfalls freuen, stand ihm doch endlich einmal der gesamte Kader zur Verfügung. ![]() Zwei der besten Akteurinnen unter sich: Nadine Rolser (links) gegen Carolin Dej So begann das Spiel auf dem extrem seifigen und schwer bespielbaren Boden auch recht offen und rasant. Bereits in der vierten Minute hatte Sindelfingen die erste große Torchance durch die Jungnationalspielerin Nicole Rolser, die knapp am Tor vorbei zog. Aber nach weiteren vier Minuten machte Bayer eindeutig klar, wer hier der Aufstiegsaspirant ist. Mit einem wunderschönen Heber zirkelte Carolin Dej den Ball punktgenau ins gegnerische Netz und es stand 1:0 für die Werkself-Frauen. Danach nahmen die Leverkusenerinnen mehr und mehr das Heft in die Hand und diktierten das Spielgeschehen. Von einer Sindelfinger Gegenwehr war schlichtweg nichts zu sehen. Das Spiel wurde extrem kampfbetont und bedingt durch die schlechten Bodenverhältnisse gab es auf beiden Seiten extrem viele Rutschpartien, da die Spielerinnen immer wieder den Halt verloren. ![]() Johanna Elsig leistete gute Abwehrarbeit und machte Nicole Rolser das Spielen schwer In der 22. Minute kam es zu einem folgenschweren Zusammenstoß zwischen Leverkusens Abwehrchefin Teresa Tüllmann und Annika Schmidt. Die Bayerspielerin verletzte sich dabei so schwer am Knie, dass sie ausgewechselt werden musste. Danach waren die Werkself-Frauen völlig von der Rolle und boten Sindelfingen vermehrt Chancen zum Ausgleich. Doreen Meier war außer sich und versuchte vom Spielfeldrand aus ihre Mannschaft neu zu ordnen. ![]() Leverkusens Trainerin Doreen Meier hatte an der Seitenlinie alle Hände voll zu tun - besonders die vielen ausgelassenen Chancen ihres Teams trieben sie schier zur Verzweiflung |
Eine der vielen Torchancen: hier Kombi Schwab-Dej gegen Schanz-Höller-Langwisch | |
|
Just zu diesem Zeitpunkt unterlief Leverkusen ein schwerer Patzer, den Sindelfingen aber nicht nutzen konnte. Stephanie Mpalaskas spielte das Leder, ohne Obacht auf die heranstürmende Lara Lingelbach, zurück auf Torhüterin Lisa Schmitz. Diese konnte den Ball nicht unter Kontrolle bringen und so war es schlussendlich Vanessa Baudzus, die die prekäre Situation retten konnte. ![]() Theresa Betz versucht hier, sich der Bewachung von Francesca Weber zu entziehen In der zweiten Halbzeit hatte der VfL anfangs, unter den Augen des angereisten Ligakonkurrenten 1. FC Köln, wesentlich mehr Spielanteile und zeigte auch prompt mit einem Lattentreffer von Nicole Rolser in der 50. Minute, dass das Team bereit war zu kämpfen. Sindelfingen störte früh den Spielaufbau der Leverkusenerinnen und hatte in der 63. Minute wieder eine tolle Chance zum Ausgleich, als Rolser in den Lauf von Tanja Coblenzer spielte, diese aber völlig verzog. Diese Aktion schien wie ein Weckruf für die Leverkusenerinnen gewesen zu sein; denn von nun an konzentrierte sich das Team wieder auf seine Stärken. ![]() In dieser Szene wurde Lisa Schwab durch Marina Schwägler noch gestoppt In der 70. Minute die bis dato beste Tormöglichkeit für Leverkusen, als Lisa Schwab frei vor dem Sindelfinger Tor auftauchte. Nur Dank einer grandiosen Rettungstat von Marina Schwängler konnte ein höherer Rückstand verhindert werden. Wenige Minuten später war es Silke Tancyus, die auf Schwab passte. Aber da war ja noch Anke Langwisch im Tor der Sindelfingerinnen, die nun ihr ganzes Können unter Beweis stellen musste. ![]() Tor zum 2:0 durch Lisa Schwab, Nina Müller kommt zu spät, Mara Schanz am Boden Das Powerplay der Werkself-Frauen nahm mehr und mehr Gestalt an. Besonders beeindruckend war die rechte Flügelflitzerin Carolin Dej (Torschützin zum Führungstreffer), die mit viel Augenmass in der 85. Minute eine präzise Flanke auf Schwab schlug, so dass diese nur noch einschießen musste. In der 88. Minute versuchte es Dej noch einmal selber, traf dabei aber nur die Querlatte. Letztendlich gewann Leverkusen nicht schön aber verdient, Sindelfingen hatte gute Spielszenen, konnte sich aber nie wirklich gegen die Werkself-Frauen durchsetzen. |
Lara Lingelbach und Vanessa Baudzus lieferten sich am heutigen Tage mehrfach interessante Duelle, letztendlich blieb die Leverkusenerin Sieger Sindelfingens Coach Niko Koutroubis war sichtlich enttäuscht und trauerte der vergebenen Chance von Nicole Rolser in der ersten Halbzeit nach. „Hätten wir diese Möglichkeit genutzt, hätte das Spiel wahrscheinlich eine ganz andere Wendung genommen. In der Anfangsphase von Halbzeit zwei waren wir eindeutig besser, haben aber die Vielzahl unserer Möglichkeiten nicht nutzen können. Es ist halt schade, die Mädels waren gut drauf und bis in die Haarspitzen motiviert.” ![]() Bild mit Symbolcharakter: Doreen Meier und ihr Team freuen sich über den Sieg, während die enttäuschte Marina Schwängler von Keeperin Anke Langwisch getröstet werden muss Leverkusens Trainerin Doreen Maier war überglücklich: „Ich muss jetzt wahrscheinlich etwas ins Phrasenschwein zahlen, aber wer solche Spiele gewinnt, der gehört eindeutig zu den Aufstiegskandidaten. Tessis Verletzung hat uns völlig aus dem Konzept gebracht und es hat lange gedauert bis wir uns wieder gefangen hatten. Es war heute eine Standortbestimmung, keiner wusste genau wo er nach der langen Pause steht. Aber man hat genau gesehen, dass wir spielerisch noch einiges an Luft nach oben haben. Die Mannschaft hat gut gekämpft und wir waren einfach das durchschlagkräftigere Team.” ![]() Ligakonkurrent 1. FC Köln inkognito auf der Kurt-Riess-Anlage in Leverkusen
Schmitz – Knopp, Elsig, Tüllmann (29. Mpalaskas), Weber, Tancyus (80. Henseler), Stein, Dej, Baudzus, Mester, Steinbach (46. Schwab)
| |