2. Bundesliga Süd, 21. SpieltagKöln macht es noch einmal spannend im Aufstiegskampf1. FC Köln - Bayer 04 Leverkusen 3:0 (1:0) | ||
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Text von Marion Kehren 2. Mai 2010 Die mit breiter Brust angereisten Gäste aus Leverkusen wollten in der heutigen Partie ihre Leistung mit dem Aufstieg in die erste Liga krönen. Doch erst einmal gab es ein dickes Fragezeichen ob der Fußballplatz im Franz-Kremer-Stadion überhaupt bespielt werden kann; denn nach sinnflutartigen Regenschauern binnen weniger Stunden stand dieser teilweise unter Wasser. Erst nach ausführlicher Begutachtung durch Schiedsrichterin Marina Wozniak und einigen Aufräumarbeiten war der Platz bespielbar.
Lange Zeit waren die beiden Kontrahenten das Non-plus-Ultra in der 2. Bundesliga-Süd und stets auf Augenhöhe, bis Köln inmitten der Saison eine kleine Schwächephase über sich ergehen lassen musste. Doch in einem Derby ist alles möglich und so waren die vielen Zuschauer gespannt auf das Spiel. Vor Anpfiff zum letzten Heimspiele der Geißböcke wurden Noch-Trainer Klaus Schmischke und Co-Trainerin Petra Schwermer offiziell verabschiedet, beide scheiden nach dieser Saison aus.
Bilgin Defterli war heute nicht aufzuhalten, auch nicht wie hier von Stephanie Mpalaskas. Pünktlich zum Anpfiff kam die Sonne hervor und vertrieb die letzten Regenwolken. Köln erwischte den besseren Start und dominierte fast zwanzig Minuten lang das Spiel. Der FC nagelte die Leverkusenerinnen förmlich in der eigenen Hälfte fest und lies den Gästen keinen Raum. Trotz frenetischer Anfeuerung der eigenen Fans spielten die Bayer Werkself- Frauen viel zu nervös und unkonzentriert. Bereits in der 11. Minute hatte Kölns Paula Balzer den Führungstreffer auf dem Fuß, als sie aus 15 Metern abzog. Doch die gut aufgelegte Lisa Schmitz im Tor der Gäste konnte diesen Ball parieren.
Lynn Mester letzte Woche noch 4-fache Torschützin tat sich heute besonders schwer gegen die geballte Kölner Übermacht; hier gegen Paula Balzer, die im Kölner Mittelfeld ein klasse Spiel zeigte. Zwei Minuten später der nächste Versuch der Hausherrinnen ihr Revier zu verteidigen. Eine gefühlvolle Flanke von Anne Lenz auf die im Strafraum stehende Patricia Hanebeck, doch Stephanie Mpalaskas war zur Stelle und konnte die gefährliche Situation entschärfen. Bayer kam nur zu gelegentlichen Entlastungsangriffen und ein von Lisa Schwab getretener Freistoß fand sein Ziel in den Armen von Kölns Keeperin Wojtasik.
Zweikampf zwische Nicole Bender und Lisa Schwab, die es gegen Ende des Spiels gerne noch mit der Brechstange versuchen wollte, dafür aber "nur" mit einer gelben Karte "belohnt" wurde. Die Geißböcke traten mächtig aufs Tempo und in der 23. Minute vergab |
Selbst dieser wunderschöne Fallrückzieher von Lynn Mester half den Werkself-Frauen nicht; denn wie so viele andere vergebenen Torchancen ging auch dieser nicht ins Netz. Somit muss die Aufstiegsfeier noch um eine Woche verschoben werden. |
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Diese macht ihren Fehler von eben wieder wett und schießt zum Führungstreffer ein. Bis zur Halbzeit dominierte Köln weiterhin das Spiel und Bayer weiterhin völlig von der Rolle.
Gleich fünf Leverkusenerinnen lassen Yvonne Zielinski frei zum Schuss und somit zum 1:0 kommen. Nach dem Seitenwechsel schien es als würde Köln dort weiter machen wo sie vor dem Pfiff aufgehört hatten. Aber nach wenigen Minuten erhöhte Leverkusen den Druck deutlich und das Derby verdiente nun zu Recht diesen Namen. In der 52. Minute hatte Maren Henseler, nach Vorarbeit von Mester, den Ausgleich auf dem Fuß, scheiterte aber an Kölns Keeperin. Wenige Minuten später scheiterten die Werkself-Frauen erneut als nach einem Freistoß von Schwab Lynn Mester lediglich den Außenpfosten traf. Die Partie jetzt super spannend, beide Teams begegneten sich jetzt auf Augenhöhe. Auch Köln hatte ebenfalls diverse Möglichkeiten u.a. durch die eingewechselte Tugba Tekkal vorzuweisen, die mächtig viel Druck über rechts brachte. Inmitten dieser Drangphase der Leverkusenerinnen folgte die Ernüchterung in Form von Bilgin Defterli. Aus halblinker Position traf die türkische Nationalspielerin ins rechte untere Eck der Gäste. Weder die heran eilende Francesca Weber noch Torhüterin Lisa Schmitz konnten den Kullerball aufhalten.
Artistische Einlage von Bilgin Defterli nach ihrem 2:0, Teamkollegin Tugba Tekkal kann sich ein Grinsen nicht verkneifen. Bayer war sichtlich geschockt und Köln spielte wie entfesselt. So kam was kommen musste und Köln schenkte wenige Minuten später Leverkusen noch einen ein und führte von nun an mit 3:0. Bilgin Defterli krönte ihre tadellose Leistung mit einem Kopfball, nach einer schulbuchmäßig ausgeführten Ecke von Nicole Bender, und durfte ihr 22. Saisontor bejubeln. Diese bittere Pille musste Leverkusen erst einmal verdauen. Zwar mühten sie sich weiter redlich, aber weder Mester noch der Gewaltschuss von Francesca Weber konnten die zweite Saisonniederlage noch verhindern. Köln hingegen schien seinen Torhunger gar nicht in den Griff zu bekommen und hatte ebenfalls noch diverse Chancen durch Defterli und Tekkal. Als Kölns Stürmerin in der 87. Minute den Platz verließ wurde diese von den treuen Fans mit stehenden Ovationen verabschiedet. Köln hatte allen ein Schnäppchen geschlagen!
Patricia Hanebeck brachte den Ball immer wieder gefährlich in Richtung gegnerisches Tor. Deshalb wird sie hier gleich von drei Leverkusenerinnen bewacht: Kathrin Hendrich (4), Natalie Moik (7) und Carolin Dej (14) |
FC Coach Klaus Schmischke war vollends zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft: "Heute hat die Mannschaft gezeigt was in ihr steckt. Ich habe immer gesagt, dass wir die bessere und stärkere Mannschaft haben, aber letztendlich sind wir zu dumm gewesen unsere Chance über die Saison hinweg zu nutzen, deshalb müssen wir noch ein weiteres Jahr in der zweiten Liga verweilen. Aber das Gute ist, wir haben heute Leverkusen geschlagen."
Tugba Tekkal wurde für die verletzte Charline Hartmann eingewechselt und brachte viel Schwung ins Kölner Spiel. Leverkusens Trainerin Doreen Meier sah die Niederlage relativ gelassen: "Ich wusste Köln würde das Schlüsselspiel werden und es hat sich bewahrheitet. Das war mit Abstand unsere schwächste Saisonleistung. Die Niederlage geht in Ordnung. Köln war uns heute in allen Belangen überlegen. Ich weiß nicht ob die Mädels Angst vor dem Gewinnen hatten oder ob die Nerven einfach blank lagen. Wir werden jetzt unseren zweiten Matchball nutzen und zu Hause den Sack zumachen. Was gibt es besseres als zu Hause den Aufstieg zu besiegeln?"
Trotz verlorenem Spiel werden die Werkself-Frauen von ihren mitgereisten Fans bejubelt und bedanken sich bei ihnen für die Unterstützung.
1. FC Köln:
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