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2. Bundesliga Süd, 17. Spieltag

Knoten geplatzt?

ASV Hagsfeld – 1.FFC Frankfurt II 0:4 (0:3)

Text und Fotos von Martin Kochem

07.04.2010   Eine böse Überraschung am Ostermontag erlebte der ASV Hagsfeld in diesem Kellerduell und bekam von der ebenfalls abstiegsbedrohten zweiten Vertretung des 1. FFC Frankfurt gleich vier faule Eier ins Nest gelegt. Während die Karlsruher Vorstädter nach dieser deprimierenden Vorstellung immer tiefer in den Abstiegsstrudel geraten, gibt der erste (Auswärts-)Sieg des „kleinen” FFC seit dem 22.11.2009 Anlass zur Hoffnung, dass der Knoten dort jetzt endlich geplatzt sein könnte...

Beide Mannschaften begannen vor immerhin knapp 300 Spielbeobachtern auf dem holprigen Geläuf des ASV-Sportgeländes äußerst forsch. Bereits nach 120 Sekunden passte die auf der rechten Außenbahn äußerst offensiv agierende Sarah Günther zurück auf Patrizia Barucha, doch konnte ASV-Torhüterin Stefanie Schäfer deren Schuß aus 10 Metern halbrechte Position per Fußabwehr entschärfen.

Mara  Milbredt

Mara Milbredt stand - wie ihre Mannschaftskameradinnen - hinten sicher in der Vierkette. Stefanie Schielenski im Hintergrund kam kaum zum Zuge

Im Gegenzug prüfte Carolin Rauth Anne-Kathrin Kremer im Frankfurter Tor mit einem herrlichen Außenristschuss, doch fischte die aufmerksame FFC-Schlussfrau die Kugel gerade noch so aus dem Winkel. Die nächste Szene wieder auf der anderen Seite: nachdem Schäfer einen 18m-Distanzschuss der erneut aus der ersten Mannschaft abgestellten Gina Lewandowski gerade noch so über den Kasten lenken konnte (9.), segelte die anschließende Günther-Ecke halbhoch an Freund und Feind vorbei und Lewandowski hatte keine Mühe, das Leder per Kopf aus Nahdistanz zum 0:1 in die Maschen zu drücken.

 Sarah Günther gegen Ina Greilach

Sarah Günther (rechts, hier im Zweikampf mit Ina Greilach) wirbelte in der ersten Halbzeit auf der rechten Außenbahn und bereitete insgesamt zwei Treffer vor

Frankfurt setzte nach und hätte durch die sehr auffällige Günther in der 14. Minute durchaus auf 2:0 erhöhen können, doch war Günters Schuss aus 20 Metern nach schönem Flankenlauf und anschließendem klugen Rückpass von Anne Rheinheimer zu unplatziert. Wiederum im unmittelbaren Gegenzug gab Anja Giraud im Fallen einen Linksschuss ab, welcher jedoch knapp sein Ziel verfehlte. Das sollte es allerdings mit der ASV-Offensive erst einmal für lange Zeit gewesen sein, denn fortan spielte nur noch eine Mannschaft - der FFC. So touchierte ein herrlicher Schlenzer von Anne Engel aus 22 Metern nur die Lattenoberkante (19.) und gab die eifrige, aber oftmals etwas zu überhastet agierende Patrizia Barucha einen Außenristschuss zu zentral ab, sodass Schäfer klären konnte (23.).

Anne Engel

Anne Engel hatte mit ihren Fernschüssen diesmal etwas Pech, bereitete aber dennoch das 2:0 vor


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Packender Luftkampf zwischen Frankfurts Christina Zerbe (links) und Ana-Maria Maliha (ASV, rechts)

Kurze Zeit später war es dann aber doch passiert, als die quirlige Vivian Tobollik nach schönem Pass von Engel alleine auf das ASV-Gehäuse zulief und das Leder aus 12 Metern halblinke Position cool an Schäfer vorbei ins lange Eck einschieben konnte – 0:2. Die Tochter des ehemaligen Frankfurter Bundesligaspielers Cesar Tobollik blühte nun sichtlich auf und hätte per herrlicher Direktabnahme durchaus erhöhen können, doch Schäfer rettete per erstklassigem Reflex (29.).

Vivian Tobollik gegen Sarah Kniel

Die gerade 17 gewordene Vivian Tobollik traf zum ersten Male in der 2. Bundesliga - hier versetzt sie Sarah Kniel

Kurz darauf spielte das vor kurzem 17 Jahre alt gewordene Jungtalent einen schönen Doppelpass mit Günther, deren Schuss durch Schäfers Beine hindurchrutschte und Rheinheimer drückte das Richtung Tor kullernde Spielgerät letztendlich zum 3:0 aus Gästesicht über die Linie.

Anne Rheinheimer

Anne Rheinheimer entpuppt sich immer mehr zum Wintereinkauf- Volltreffer. Auch die U17-Nationalspielerin erzielte ihr erstes Zweitligator

Die Frankfurter Chancenflut wurde nach Baruchas letztem Fehlversuch vor der Pause (39.) nur durch den Pausenpfiff der gut und unauffällig leitenden Schiedsrichterin Annette Raith unterbrochen, denn unmittelbar nach Wiederbeginn hätte Lewandowski per Schlenzer ins rechte obere Toreck beinahe ihren zweiten Treffer erzielt, doch Schäfer rettete im letzten Moment.

Diesen verpasste mehrfach auch Tobollik, die zum einen eine Direktabnahme nach Rechtsflanke von Barucha nur knapp über die Latte zog (55.) sowie nach Alleingang im 1:1 an Hagsfelds bester Akteurin scheiterte (73.). Dazwischen lag der vierte und zeitgleich letzte Treffer der Hessinnen, welcher bereits nach einer knappen Stunde die endgültige Entscheidung gebracht hatte. Nach herrlichem Flankenlauf und klugem Rückpass von Rheinheimer hatte Barucha zunächst die Kugel nicht richtig getroffen, doch die angeschlagen ins Spiel gegangene und erst zur Halbzeit für die ausgepowerte Günther eingewechselte Jasmin Herbert donnerte den Ball aus spitzem Winkel ins lange Eck.

Vom ASV war auch in der zweiten Halbzeit trotz der immer wiederkehrenden lauten Unmutsäußerungen ihres Trainers Martin Bieser herzlich wenig zu sehen. So zog Stefanie Krauth den Ball zu zentral auf das FFC-Gehäuse (76.), in welchem Kremer einen geruhsamen


Nachmittag verbrachte und nur bei einem Schuss der eingewechselten Sabrina Dirks ihre Klasse unter Beweis stellen musste (90.).

Anne-Kathrine Kremer

FFC-Torfrau Anne-Kathrine Kremer erlebte einen geruhsamen Nachmittag und blieb in den zwei Spielen über das Osterwochende ohne Gegentor!

Weil auf der anderen Seite Engel mit zwei Distanzschüssen (81. und 86.) knapp scheiterte sowie die ebenfalls eingewechselte Rosalie Sirna (87.) aus 17 Metern vergab, blieb es beim in dieser Höhe für den ASV sogar noch schmeichelhaften Erfolg der an diesem Tage buchstäblich „auferstandenen” zweiten Mannschaft des 1.FFC Frankfurt. Während für Hagsfeld und dessen Coach Bieser harte Wochen anbrechen, durfte sich FFC-Interimstrainerin Mira Krummenauer über den „wichtigen Sieg im Kampf um den Klassenerhalt gegen einen direkten Konkurrenten” freuen und gab das Kompliment in ihrer bescheidenen Art an ihre geschlossen aufgetretene und klar überlegene Mannschaft weiter.

Annette Raith und Jasmin Herbert

Optische Täuschung - nicht Schiedsrichterin Annette Raith spielt hier den Ball, sondern die Torschützin zum 4:0 - Jasmin Herbert (FFC 2)

ASV Hagsfeld:
Schäfer - Kniel, Greilach, Steinhilp (46. Komlos), Cuoto-Rodriguez - Maliha (72. Obert), Schönbein, Krauth, Rauth - Giraud, Schielenski (60. Dierks)

1. FFC Frankfurt II:
Kremer - Milbredt (58. Junker), Heller, T. Wunderlich, Lewandowski - Günther (46. Herbert), Zerbe, Engel, Rheinheimer - Tobollik (74. Sirna), Barucha

Tore:
0:1 Lewandowski (10.)
0:2 Tobollik (26.)
0:3 Rheinheimer (33.)
0:4 Herbert (57.)

Gelbe Karten: Keine

Schiedsrichterin: Annette Raith (Ansbach)

Zuschauer: 290


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