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2. Bundesliga Süd, Nachholspiel vom 12. Spieltag

Defensive geht vor!

1. FFC Frankfurt II - VfL Sindelfingen 0:0

Text und Bilder von Tom Schlimme

08.04.2010   Im Nachholspiel am Ostersamstag bestätigte die zweite Mannschaft des 1. FFC Frankfurt den Aufwärtstrend nach der Winterpause, während die Gäste aus Sindelfingen nur in der ersten Halbzeit stark auftraten, in der zweiten Hälfte aber mit einem ihrem Tabellenplatz nicht ganz angemessenen Unentschieden zufrieden zu sein schienen.

Es war kein schlechtes Spiel von beiden Mannschaften, technisch besser als vieles, was in der letzten Zeit an dieser Stelle und in dieser Liga zu sehen gewesen war. Aber beide Seiten schienen sich in einer taktischen Maßgabe einig gewesen zu sein: bloß nicht zu viel riskieren, besser ein Punkt als gar keiner, hinten sicher stehen und vorne auf die Leistung weniger Spitzen vertrauen. Insofern ist dann das 0:0 ein logisches und auch ein gerechtes Ergebnis. Dass sie auch anders können, zeigten beide Teams ja dann zwei Tage später am Ostermontag, als Frankfurt in Hagsfeld 0:4 gewinnen konnte und Sindelfingen in Sand 2:3.

Julia Losert

Schön, dass sie nach langer Pause wieder dabei ist: Julia Losert spielte heute für Frankfurt in der Innenverteidigung und gleich 90 Minuten durch

Schon bei der Aufstellung schien man bei Frankfurt dem im Kampf um den Klassenerhalt wesentlich wichtiger eingeschätzten Spiel in Hagsfeld Rechnung getragen zu haben, denn mit Patrizia Barucha, Mirella Junker, Anne Rheinheimer und Maren Heller saßen bei Spielbeginn vier Spielerinnen auf der Bank, die zuletzt zur Stammformation gehört hatten. Verstärkt wurde das gegen den Abstieg kämpfende Nachwuchsteam des FFC wie schon in etlichen Spielen zuvor durch Tina Wunderlich, Christina Zerbe und Jang Mi Lee aus dem Kader der ersten Mannschaft, dazu kam erstmals noch Gina Lewandowski.

Der VfL Sindelfingen, mit zwei Spielen Rückstand von den Minuspunkten her gesehen noch am nächsten dran am Tabellenführer Leverkusen, begann gut. Früh musste Frankfurts Keeperin Anne-Kathrine Kremer im Herauslaufen gegen Nicole Rolser klären. Aber auch auf der Gegenseite wurde es spannend, in der sechsten Spielminute wackelte die Latte nach einem Schuss von Rosalie Sirna, der Ball prallte auf den Boden und fast wieder hoch zur Latte, war aber nie hinter der Torlinie. Dann wieder Sindelfingen, Nadine Enoch prüfte Kremer aus spitzem Winkel, doch diese parierte zum Eckball.

Anna Becker gegen Michaela Althaus

Sindelfingens U19-Nationalspielerin Leonie Maier ist hier gegen Mirella Junker am Ball

Wieder auf der anderen Seite hielt Ann-Katrin Berger einen harten Schuss von Jasmin Herbert, fast im Gegenzug setzte sich die starke Nicole Rolser gegen Tina Wunderlich durch, kam zum Schuss, doch knapp über das Tor. Wenig später kam Nicole Rolser zu einer Doppelchance, doch Kremer wehrte zwei Schüsse aus kurzer Distanz mit guten Reflexen ab. Im zweiten Teil der ersten Halbzeit gab es dann aber kaum noch Strafraumszenen zu sehen, der Ball blieb meist im Mittelfeld, wo Sindelfingen ein Stück ballsicherer und souveräner wirkte, daraus aber nicht viel machen konnte.

Anna Becker gegen Michaela Althaus

Anna Becker (links, Frankfurt) im Zweikampf mit Michaela Althaus, Sindelfingen


Patrizia Barucha gegen Marina Schwägler

In diesem Bereich des Spielfeldes war am meisten los: Patrizia Barucha (im roten Trikot) und Marina Schwägler im Kopballduell genau auf der Mittellinie, Stefanie Fauser passt auf

Die zweite Hälfte begann dann mit einem starken Auftritt von Nicole Rolser, die sich gegen zwei Abwehrspielerinnen durchsetzen und abziehen konnte, aber Kremer hatte auch diesen Ball sicher. In der 56. Minute traf Nicole Rolser dann noch den Pfosten und glich damit auch die Zahl der Holztreffer aus. Sindelfingen blieb leicht feldüberlegen, aber nach vorne lief wenig und meist über Nicole Rolser. Die war es auch, die in der 70. Minute von rechts gut in den Strafraum flankte, Leonie Maier nahm den Ball volley, aber Kremer hielt. Es war ein gutes Spiel von Frankfurts Keeperin, die allerdings auch keine wirklich unhaltbaren Bälle serviert bekam.

Nicole Rolser

Nicole Rolser (links, wie Leonie Maier U19-Nationalspielerin), hier bewacht von Anne Engel, war an diesem Tag Sindelfingens gefährlichste Angreiferin

Eigentlich erwartete ich, dass Sindelfingen nun gegen Ende des Spiels den Druck erhöhen würde. Für Sindelfingen waren drei Punkte wichtig, um die theoretische Chance, Leverkusen noch einholen zu können, aufrecht zu erhalten, während man in Frankfurt mit einem Punktgewinn gegen einen Aufstiegskandidaten eher zufrieden sein konnte. Doch in den letzten 20 Minuten wurde plötzlich Frankfurt stärker. Lewandowski leitete von rechts kurz hintereinander zwei Chancen ein, vor dem Tor wurde der Ball aber jeweils noch abgegrätscht, bzw. Keeperin Berger fing das Leder.

Keeperinnen

Nach dem Spiel: beide Keeperinnen boten gute Leistungen, links Frankfurts Anne-Kathrine Kremer, vom Platz humpelt ihre Kollegin auf der Gegenseite Ann-Katrin Berger, die sich leider verletzte. Gute Genesungswünsche auch von mir!

Bei der zweiten dieser Szenen verletzte sich Berger, wahrscheinlich landete sie auf einer am Boden liegenden Spielerin, und konnte nicht mehr weitermachen. So kam Sindelfingens Ersatzkeeperin, die junge Lena Nuding, U17-Nationaltorhüterin, zu ihrem ersten Einsatz in der 2. Bundesliga. In einigen folgenden mittelgefährlichen Torszenen machte die erst im Februar 17 Jahre alt gewordene Nuding ihre Sache sehr gut, richtig hart geprüft wurde sie in den letzten Spielminuten aber nicht mehr.

Lena Nuding

U17-Nationalkeeperin Lena Nuding zieht sich die Handschuhe an - ihr erster Einsatz in der 2. Bundesliga steht unmittelbar bevor

Nachdem also ein Aufbäumen der Gäste aus Sindelfingen gegen den drohenden Punktverlust in der letzten Viertelstunde völlig ausgeblieben war, kam Jasmin Herbert kurz vor Schluss noch zu einem


Schuss für Frankfurt, den sie aber volley in die Wolken drosch. Es wäre auch nicht dem Spielverlauf entsprechend gewesen, wenn dieser Ball noch rein gegangen wäre. So blieb es beim torlosen Unentschieden.

Nikolaos Koutroubis, der Trainer des VfL Sindelfingen, meinte hinterher, man habe zwei Punkte liegen gelassen. Aufgrund der besseren Chancen sei ein Sieg verdient gewesen, doch man habe zu viele einfache Bälle verschenkt und der letzte entscheidende Pass sei nicht angekommen. Vom Gedanken an einen möglichen Aufstieg habe man sich aber schon längst verabschiedet, es sei klar, dass Leverkusen nicht mehr einzuholen sei.

Niko Koutroubis

Sindelfingens Trainer Niko Koutroubis haderte etwas mit dem Punktverlust seines Teams, der in seinen Augen nicht nötig gewesen sei

Seine Kollegin auf der Seite der Heimmannschaft, Interimstrainerin Mira Krummenauer, war mit dem Spiel und dem Punktgewinn zufrieden, der nach dem Spielverlauf auch in Ordnung gehe. Irgendwie liege der Gegner dem Team, jedenfalls habe man es wieder einmal geschafft, das in der Tabelle so weit vorne stehende Sindelfingen zu ärgern. Insgesamt hätten die Spielerinnen ein gutes Spiel gemacht und sich den Punkt redlich verdient.

Mira Krummenauer

Mira Krummenauer konnte mit der Leistung ihres Teams zufrieden sein - und nicht nur heute, seit der Winterpause geht es aufwärts!



1. FFC Frankfurt II:
Kremer - Lewandowski, Losert, T. Wunderlich, Weiland - Becker, Zerbe, Engel (42. Junker), Herbert - Lee (69. Barucha), Sirna (83. Gantner)

VfL Sindelfingen:
Berger (77. Nuding) - Schanz, Höller, Schwägler, Althaus - Enoch (46. N. Müller), Fauser, Maier, Na. Rolser - Betz (69. A. Schmidt), Ni. Rolser

Tore:
keine

Gelbe Karten: keine

Schiedsrichterin: Beatrix Nieder (Mainz)
mit Martin Mansel und Anna Katharina Scheib

Zuschauer: 120


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