2. Bundesliga Süd, 20. SpieltagNullnummer hilft nur Löchgau1. FFC Frankfurt II - FV Löchgau 0:0 | ||
Text von Tom Schlimme 30.04.2010 Mit einer guten Abwehrleistung erkämpfte sich das Team des FV Löchgau einen Punkt in Frankfurt. Aufgrund der anderen Ergebnisse ist damit der Klassenerhalt für Löchgau besiegelt, während die Frankfurterinnen weiter auf dem Relegationsplatz stehen und wohl bis zum Schluss um den Klassenerhalt bangen müssen. Dabei war der lang ersehnte Dreier für Frankfurt zum Greifen nah. Mit Jang Mi Lee, Meike Weber, Tina Wunderlich und Christina Zerbe waren vier Spielerinnen dabei, die zum Erstligakader gehören. Gegen Löchgau hätte das, zusammen mit den ja auch nicht schlechten in der Startelf verbliebenen Stammspielerinnen der zweiten Mannschaft eigentlich dicke reichen müssen, um Löchgau zu besiegen. Aber in der Praxis sieht es halt oft anders aus als auf dem Papier. Löchgau hatte in Tanja Arnold eine sehr gute Torhüterin mitgebracht, die schon in der ersten Minute einen Schuss von Anne Rheinheimer hielt, die von Lee per Hackentrick freigespielt worden war. In der neunten Minute schoss die vor allem in der ersten Halbzeit sehr starke Meike Weber nur knapp über den Kasten. Überhaupt, Weber und Lee wirbelten Löchgaus Mittelfeld kräftig durcheinander, umspielten oft mehrere Gegenspielerinnen - um dann doch irgendwo hängen zu bleiben, oder die von ihnen schön angespielten Mitspielerinnen kamen nicht weiter. Meike Weber, die hier den Ball vor Anja Palusevic abschirmt, der von links noch Tammy Streicher zur Hilfe eilt, spielte eine starke erste Halbzeit und schoss einige Male auf das Tor des FV Löchgaus, doch letztlich entscheidendes gelang auch ihr nicht Überhaupt, Frankfurt hatte viel mehr Spielanteile, doch bei allem Ballbesitz wirkte das Team irgendwie vorsichtig, ja gehemmt. Durch das Mittelfeld ging es manchmal wie mit dem heißen Messer durch die Butter, aber schon an der Strafraumgrenze war Schluss mit lustig, da machte Löchgau dicht, allen voran Spielertrainerin Stefanie Schuster, die als Innenverteidigerin neben der ebenfalls starken Michaela Schuster abräumte. Aber auch auf den Flügeln kam Frankfurt nicht sehr oft durch, weil Lisa Klinge rechts und Lena Kühnle links ihren Job in der Verteidigung ebenfalls gut erledigten. Die Löchgauerin Lena Kühnle (links), hier gegen Rosalie Sirna, hatte ihre Abwehrseite im Griff Den Rest erledigte dann Keeperin Arnold, die in der 25. Minute einen Fernschuss von Weber abwehrte, in der 27. Minute gegen Jasmin Herbert klasse aus kurzer Entfernung reagierte, dann schoss Weber nach schönem Sololauf gegen drei Gegenspielerinnen knapp am langen Eck vorbei. Auch als Weber in der 40. Minute präzise aufs untere Eck zielte, war Arnold auf dem Posten und tauchte schnell genug ab, um auch diesen Ball noch zu erwischen. Dann noch ein Klassereflex von Arnold wieder gegen Weber in der 44. Minute, damit war der Anfangselan der Heimelf wirkungslos verpufft und es ging torlos in die Pause. Aus der kamen dann die Gäste aus Löchgau gestärkt zurück, und wurden, nachdem sie in der ersten Halbzeit nicht eine Chance gehabt hatten, plötzlich frecher. Schon in der 48. Minute leitete Nicole Mihalek einen Konter ein, flankte von links auf Jana Blessing, doch die |
Letztlich war es Löchgaus Keeperin Tanja Arnold, die den Punkt für ihr Team festhielt. Hier behauptet Arnold den Ball sicher vor Patrizia Barucha | |
schoss weit über das Tor. In der 51. war es dann Mihalek selber, die das Tor mit einem Kopfball verfehlte. Nicole Mihalek, die hier gegen Christina Zerbe grätscht, hatte zu Beginn der zweiten Halbzeit einige gute Szenen Die Spielerinnen des FFC Frankfurt fanden nun nicht mehr zur klaren Linie der ersten Halbzeit zurück. Nach einer Weile erkämpften sie sich zwar wieder ein Übergewicht im Ballbesitz, aber viel zwingendes resultierte daraus nicht mehr. Vieles scheiterte auch daran, dass die Frankfurter Offensivkräfte nicht konsequent genug nachrückten, wenn sich eine von ihnen vorne mal durchsetze. Beispielhaft dafür eine Szene in der 73. Minute, als Patrizia Barucha sich im Strafraum gegen zwei Gegenspielerinnen durchsetzte, dann aber keine Anspielstation fand, weil nur eine Mitspielerin im Strafraum umgeben von drei Löchgauerinnen stand. Zusätzliche Schwächung für Frankfurt: Anne Engel, die hier Anja Palusevic bewacht, musste in der 59. Minute nach einem Zusammenprall ausgewechselt werden Dann kam für Frankfurt auch noch Pech dazu, als Herbert in der 74. Minute, von Barucha freigespielt, aus ca. 12 Metern volley abzog, aber den Ball nicht richtig traf und das Tor doch um einiges verfehlte. In der 79. Minute ergriff Lee die Initiative, setzte sich in einem Lauf über gut 20 Meter gegen gleich vier Gegenspielerinnen durch, spielte die freie Herbert an, doch diese hatte nach ihrem Fehlschuss kurz vorher wohl nicht die Nerven, die Verantwortung zu übernehmen, sondern spielte den Ball schlecht in den Rücken der jetzt sowieso gut gedeckten Lee zurück. Ein Grund für die Misere der zweiten Mannschaft des FFC Frankfurt in dieser Saison ist sicher auch, dass in der gesamten Saison vorne keine Spielerin in der Lage war, sich das Prädikat "Goalgetterin" zu erwerben. Bedingt durch die sommerlichen Temperaturen ließen dann in der zweiten Hälfte die Kräfte merklich nach, auch von Meike Weber kam nicht mehr viel, so dass auch in den letzten Spielminuten kein Anrennen auf das Löchgauer Tor mehr zu erkennen war. Ein Flachschuss von Jasmin Herbert brachte noch einen Hauch von Gefahr, aber auch diesen lenkte Arnold noch am Pfosten vorbei, und ein Fernschuss von Julia Losert, der sehr hart, aber genau mittig auf Arnold kam, konnte die gute Keeperin auch nicht mehr in Bedrängnis bringen. |
„Ich bin sehr zufrieden mit dem Punktgewinn” erklärte Löchgaus Spielertrainerin Stefanie Schuster nach dem Spiel. Ihr Team sei schon durch die Anfahrt und den plötzlichen Temperaturanstieg relativ müde gewesen. Die Frankfurterinnen hätten das Spiel bestimmt, jedenfalls in der ersten Halbzeit, in der zweiten hätten sie dann auch nicht mehr viel zustande gebracht, so sei es ein typischer Sommerkick geworden. Einen Tag nach dem Spiel gab Lächgaus Spielertrainerin Stefanie Schuster, die hier gegen Jang Mi Lee verteidigt, bekannt, dass sie in der kommenden Saison nur noch als Spielerin agieren möchte. Die Mehrfachbelastung Studium, Trainerin und Spielerin sei auf Dauer einfach zu viel, erklärte die 23-jährige, die den FV Löchgau jetzt das zweite Jahr erfolgreich in der zweiten Bundesliga gehalten hat. Mira Krummenauer auf der Frankfurter Trainerbank war natürlich enttäuscht vom Ergebnis. Bis zum 16er habe ihre Elf gut gespielt, dann aber statt aufs Tor zu schießen, immer noch mal quer gelegt, letztlich nicht zwingend genug gespielt. Löchgau habe aber auch sehr tief gestanden und sehr stabiles Mauerwerk angerührt. Am Schluss habe durch die Hitze dann auch die Kraft gefehlt, um die entscheidenden letzten fünf Meter zu gehen. Schönes Bild nach dem Spiel: eben hatten sie noch gegeneinander gespielt, jetzt saßen sie schon wieder zusammen. Anne Rheinheimer (links) und Jana Blessing spielen beide in der U17-Nationalmannschaft miteinander
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