2. Bundesliga Süd, 7. SpieltagKöln eine Nummer zu groß1. FFC Frankfurt II - 1. FC Köln 0:3 (0:3) | ||
Text von Tom Schlimme 05.11.2009 Das Team des 1. FC Köln unterstrich in Frankfurt seinen Anspruch auf den Aufstieg in die erste Liga. Gegen eine hoffnungslos überforderte Frankfurter Nachwuchsmannschaft reichte eine nur durchschnittliche Leistung, um einen souveränen 3:0-Auswärtssieg heimzuschaukeln. Gegen einen derart starken Gegner kann die durch viele Abgänge und Verletzungen geschwächte zweite Frankfurter Mannschaft derzeit nicht bestehen. Das Team befindet sich, wie Trainer Ronny Boretti hinterher erklärte, in einer ähnlichen Umbruchphase wie vor zwei Jahren nach der Umstellung der zweiten Mannschaft auf das System „U23”. Auch damals mussten viele junge Spielerinnen eingebaut werden, die sich in der zweiten Liga zuerst schwer taten und erst kurz vor Saisonende das Abstiegsgespenst verjagen konnten. Dass es auch in dieser Saison nun wieder gegen den Abstieg gehen wird, zeichnet sich nun deutlich ab. So hatte Boretti als Ziel für dieses Spiel des Tabellenletzten gegen den Tabellenersten auch nur ausgegeben, sich nicht abschlachten zu lassen. ![]() Nicole Bender, die hier gegen Patrizia Barucha den Ball führt, ist nur eine von vielen Kölner Spielerinnen mit langjähriger Erstligaerfahrung Dies gelang sogar einigermaßen, nach dem 0:3 zur Pause ließ die Frankfurter Elf in der zweiten Halbzeit keinen weiteren Treffer mehr zu. Dementsprechend unzufrieden mit dem Spiel seiner Mannschaft zeigte sich dann auch Kölns Trainer Klaus Schmischke: „Das war ein Grottenspiel, auch von meiner Mannschaft. Gegen so einen Gegner muss man höher gewinnen als 3:0”, erklärte Schmischke, der eine Schuss von Überheblichkeit in den Köpfen seiner Spielerinnen als Ursache vermutete und dies auch gegenüber dem Team ansprechen wollte. Sicherlich die richtige Einstellung des Kölner Trainers, will man die Meisterschaft in der 2. Bundesliga Süd wirklich schaffen, denn mit den punktgleichen Leverkusern und dem Team aus Sindelfingen gibt es starke Konkurrenz im Kampf um den Aufstieg. Lockerer sahen es trotzdem die zahlreichen Kölner Fans, die mit nach Frankfurt gekommen waren und ihr Team lautstark unterstützten. Ein Plakat mit der Aufschrift „Spitzenreiter” demonstrierte den Stolz der Fans auf ihr Team, und ein weiteres Plakat, mit dem nach Spielende Kölns Goalgetterin Bilgin Defterli zum Geburtstag gratuliert wurde, zeigte die Verbundenheit der Fans mit den Spielerinnen. ![]() Noch eine gestandene Erstligaspielerin: Patricia Hanebeck, die hier von Jeanette Seitz angegriffen wird, bereitete ein Kölner Tor vor und erzielte ein weiteres selber Die erste Chance im Spiel hatte sogar Frankfurt gehabt, als die vorne meist allein auf weiter Flur kämpfende Kristina Brenner am Strafraumeck zum Schuss kam, aber |
So wie hier war der Ball häufig im Strafraum des 1. FFC Frankfurt II. In dieser Szene ist es Charline Hartmann, die für den 1. FC Köln zum Kopfball kommt | |
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über den Kasten zielte. Doch schon in der nächsten, vierten, Minute ließ Defterli bei einem kurz ausgeführten Eckstoß vor dem Frankfurter Tor ihre Gefährlichkeit aufblitzen, als sie aus kurzer Entfernung zum Kopfstoß kam, aber ebenfalls über das Tor zielte. Auf Seiten des FFC Frankfurt II saß übrigens verletzungsbedingt keine Ersatztorhüterin auf der Bank, und die letzte verbliebene Keeperin, Nicole Janischewski, erwischte nicht ihren besten Tag. So fand dann ein, allerdings sehr gut getretener, Freistoß von Paula Balzer aus ca. 28 Meter Entfernung schon nach neun Minuten den Weg ins Frankfurter Tor. Damit war die Vorgabe von Trainer Boretti, möglichst lange ohne Gegentor zu bleiben, schon früh Makulatur, und Köln drückte das Frankfurter Team mächtig in die eigene Hälfte zurück, erspielte sich dabei eine nicht enden wollende Serie von Eckbällen. Eine logische Konsequenz dieser Kölner Dominanz war dann der zweite Treffer. Patricia Hanebeck setzte sich links gegen Anne Weiland durch, gab von der Torauslinie in die Mitte zurück und Bilgin „Billie” Defterli ließ sich diese Gelegenheit nicht entgehen. Mit diesem neunten Saisontreffer schoss sie sich an ihrem Geburtstag an die Tabellenführung der zweiten Bundesliga Süd, torgleich mit Christine Veth aus Sand. ![]() Bilgin Defterli setzt zum Kopfstoß an. Von links: Yvonne Zielinski, Anne Engel, Alexa Gantner, Defterli, Jeanette Seitz Eine hochkarätige Chance versiebte dann Charline Hartmann, nachdem wieder Hanebeck diesmal rechts durchgelaufen war, Anne Engel in der Mitte den Ball schlecht abgewehrt hatte und Hartmann zum Schuss gekommen war. Doch aus ausichtsreicher Position schoss Hartmann über das Tor. Da machte es Hanebeck dann in der 33. Minute lieber gleich selbst, allerdings begünstigt durch einen Fehler von Janischewski, die beim Herauslaufen eine Flanke von links nur abklatschen konnte, so dass Hanebeck ins leere Tor einschießen konnte. Nur zwei Minuten später parierte Janischewski dann einen Kopfball aus kürzester Entfernung mit einem Klassereflex, doch das Spiel war natürlich entschieden. In der zweiten Hälfte passierte dann auch nicht mehr wirklich viel. Köln blieb überlegen gegen extrem defensiv eingestellte Frankfurterinnen. Immer wieder war zu sehen, wie in der Nähe der Mittellinie die Frankfurterin Brenner im weißen Trikot umzingelt von fünf "roten" Kölnerinnen stand. Das heißt umgekehrt, dass sich im Bereich des Frankfurter Strafraums neun Frankfurter Feldspielerinnen gegen fünf Kölnerinnen mühten, den Ball möglichst weit weg vom |
eigenen Tor zu halten. Einzig in der 77. Minute unterbrach ein wuchtiger Schuss von Anna Becker diese Eintönigkeit, doch Kölns Keeperin Marina Hergenröther hatte mit dem direkt auf sie zukommenden Ball keine Probleme. ![]() Lena Schüth kam in der zweiten Halbzeit für Yvonne Zielinski und auch früh zu einer Torchance. Hier versucht sie, zwischen Anne Engel und Alexa Gantner den Ball zu erwischen So war es kein Wunder, dass sich die Gäste schwer taten, noch gegen die vielbeinige Frankfurter Abwehr nach vorne durchzustoßen, während die Heimelf den Ball kaum einmal auch nur in die Nähe des Kölner Strafraums bringen konnte. Bemerkenswert in der zweiten Halbzeit war noch ein guter Kopfball der eingewechselten Lena Schüth, der Janischwski einige Probleme bereitete, Rosalie Sirna klärte einmal für Frankfurt auf der Linie, und kurz vor Schluss tanzte der Ball dann noch einmal auf der Linie des Frankfurter Tores, ohne sie zu überschreiten. So blieb es bei einer für Frankfurt glücklichen torlosen zweiten Halbzeit, und Köln war nicht nur als Tabellenführer nach Frankfurt gekommen, sondern fuhr auch als Tabellenführer wieder heim.
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