2. Bundesliga Süd, 16. SpieltagKuriose Tore1. FFC Frankfurt II - FC Bayern München II 1:2 (1:1) | ||
Text von Tom Schlimme 25.03.2010 Es war ein etwas seltsames Spiel, das da zwischen dem Nachwuchs des 1. FFC Frankfurt und dem des FC Bayern München statt fand. Alle drei Tore resultierten aus unglücklichen Torwartaktionen, Bayern war feldüberlegen, Frankfurt hatte trotzdem die besseren Chancen. Kurios irgendwie, doch am Ende mit einem verdienten Sieger. Denn die Bayern-Elf hatte einfach mehr vom Spiel, hielt den Ball meist in der Hälfte der Heimmannschaft. Die Kombinationen wirkten flüssig und liefen über 7, 8, manchmal mehr als 10 Stationen. Demgegenüber schafften es die Frankfurter Spielerinnen selten, den Ball mehr als zwei, dreimal durch die eigenen Reihen laufen zu lassen. Dies begann schon mit dem Spiel aus der Abwehr, wenn der Ball von dort überhaupt sauber im Mittelfeld ankam, war er spätestens beim nächsten Pass meist schon wieder weg. Man braucht sich also nicht zu wundern, dass der Ball meist schneller wieder in der Frankfurter Hälfte auftauchte, als er hinausgespielt worden war. Wundern muss man sich eher darüber, dass aus dieser eindeutigen Münchner Feldüberlegeneheit nur wenige Chancen resultierten. Da kann man der Frankfurter Abwehr mit Tina Wunderlich und Maren Heller innen, sowie Mara Milbredt und Anne Rheinheimer außen, ein Kompliment machen, sie hielten dem Angriffsdruck des Gegners souverän stand. ![]() Auch heute machte die linke Frankfurter Außenverteidigerin Anne Rheinheimer, hier gegen Christina Eckmann, ein gutes Spiel Gewundert habe ich mich auch darüber, dass Frankfurt bei dieser Spielweise überhaupt zu Chancen kam, aber irgendwie landeten einige lange Bälle doch immer mal bei Frankfurter Stürmerinnen, und die Dinger waren dann echt gefährlich. ![]() Ihr Eckstoß zum 1:0 war genial getreten: Nadine Prohaska, die hier von Rosalie Sirna verfolgt wird. Schiedsrichterin Ina Michel signalisiert weiterspielen In der 11. Minute gab es einen Eckstoß für München, den Nadine Prohaska hoch vor das Frankfurter Tor gab. Direkt über Keeperin Anne-Kathrine Kremer am kurzen Eck berührte der Ball die Latte, trudelte weiter zum langen Eck, wo Magdalena Mayr zum 0:1 einköpfen konnte. Doch schon zwei Minuten später landete ein von der Münchner Keeperin Sandra Schams unglücklich gespielter Ball bei Katharina Kiel, die die Situation sofort erfasste und aus dem Mittelfeld heraus über die weit vor ihrem Tor stehende Schams zum 1:1 ausglich. ![]() Meist war Magdalena Mayr (links) bei Frankfurts Innenverteidigerin Maren Heller in guten Händen, doch beim Eckstoß in der 11. Minute schaltete Mayr am schnellsten und köpfte zum Führungstreffer ins Netz Stärkste Spielerin bei München war in meinen Augen Christina Eckmann, die sehr agil wirkte und die meiste Arbeit im Angriff leistete. Eckmann war es auch, die in der 20. Minute eine Direktabnahme volley nahm, allerdings ging dieser Schuss deutlich über das Tor. Kremer im Frankfurter Tor zeigte dann eine Glanzreaktion aus kurzer Entfernung gegen Katrin Hartmannsegger, den resultierenden Eckball pflückte sie sauber herunter. |
Zwei Torschützinnen im direkten Zweikampf: Christina Eckmann (links) schoss den Siegreffer für Bayern München II per Freistoß aus 30 Metern, Katharina Kiel hatte vorher aus etwa der gleichen Entfernung den zwischenzeitlichen Ausgleich geschafft | |
Doch auch auf der anderen Seite war die Keeperin nun gefordert, Schams musste einen Schuss von Frankfurts Neuzugang für die erste Elf, der südkoreanischen Nationalspielerin Jang Mi Lee, zur Ecke abwehren. Die südkoreanische Nationalspielerin Jang Mi Lee kam zu selten ins Spiel, um ihm wesentliche Impulse aufzudrücken. Hier ist Sarah Puntigam eher am Ball
Lee sollte in der zweiten Mannschaft Spielpraxis erwerben und zeigte einige gute Ansätze, schnell, ballsicher, dribbelstark, aber da das Frankfurter Spiel kaum einmal über mehrere Stationen lief, kam der Ball auch nur selten zu ihr, und natürlich fehlte auch jede Form von Eingespieltsein beim ersten Spiel in dieser Elf. ![]() Mara Milbredt, hier gegen Annika Doppler, ließ auf ihrer rechten Abwehrseite genauso wenig anbrennen, wie die anderen Abwehrspielerinnen auf ihren Positionen Doch zwei Minuten nach dem Wiederanpfiff zur zweiten Halbzeit sah Kremer dann wieder weniger glücklich aus, als ein von Eckmann getretener Freistoß aus ziemlich großer Entfernung, es können fast 30 Meter gewesen sein, halbhoch an ihr vorbei ins lange Eck ging. Vor Kremer hatten sich Spielerinnen nach dem Ball gestreckt, was irritierend gewirkt haben wird. Wer jetzt erwartet hatte, dass Frankfurt nun drücken würde, um wenigstens noch einen Punkt im Abstiegskampf zu ergattern, sah sich getäuscht. Alle Bemühungen wurden durch die hohe Fehlpassquote zunichte gemacht, und so konnte München das Spiel auch weiterhin klar dominieren. Doch die Konterchancen von Frankfurt waren schon gefährlich. Nach einem Superpass von Lee tauchte die eignewechselte Anna Becker plötzlich vor Schams auf, doch die Keeperin blieb Siegerin. Wenig später war wieder Becker allein vor dem Tor, schoss jedeoch die Keeperin aus kurzer Entfernung an. Die kleine Lee kam dann noch zu einem Kopfball nach Flanke von Kiel, doch der ging über das Münchner Tor. Auch Mirella Junker hatte noch eine Gelegenheit, als sie steil angespielt plötzlich frei vor dem Tor war, aber auch ihr Schuss ging vorbei. |
So blieb es dann also bei einem aus Frankfurter Sicht enttäuschenden 1:2. Nach dem Punktabzug wegen des unberechtigten Einsatzes von Tina Wunderlich im Spiel gegen Duisburg (Wunderlich war zu diesem Zeitpunkt nach DFB-Regularien noch Stammspielerin der ersten Mannschaft gewesen) bleibt das Frankfurter Nachwuchsteam auf einem Abstiegsplatz. „Wir werden uns durch diese Niederlage nicht aus der Bahn werfen lassen. Der Kampf um den Klassenerhalt geht weiter bis zum letzten Spieltag. Jetzt gilt es, unser Augenmerk auf die folgenden Spiele zu legen und dort unsere Punkte zu holen”, erklärte Frankfurts Trainerin Mira Krummenauer später. Krummenauer sah im Kräfteverschleiss durch das Spiel in Leverkusen am Mittwoch einen Grund für die hohe Fehlpassquote im Spiel ihres Teams. „Wenn die Kraft fehlt, ist auch die Konzentration nicht da”, erklärte Krummenauer. „Die jungen Spielerinnen haben am Mittwoch beim Tabellenführer alles gegeben und ein Unentschieden geholt, jetzt war der Akku einfach leer!” ![]() Wenigstens die Abwehr des FFC II steht: Die Frankfurter Innenverteidigerinnen Tina Wunderlich (hinten) und Maren Heller hatten wenig Probleme im Spiel. Magdalena Mayr kommt hier auch nicht an den Ball Münchens Trainern Nathalie Bischof war demgegenüber natürlich sehr zufrieden mit dem Spiel ihrer Mannschaft: „Ich bin super froh, wir haben guten Fußball gespielt und das Spiel bestimmt. Doch der FFC war immer gefährlich, bis zum Schluss hätte noch ein Konter zum Ausgleich führen können. Insgesamt haben wir aber zurecht gewonnen.” Münchens Trainerin Nathalie Bischof hatte schon während des Spiels gute Laune - und allen Grund dazu!
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