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2. Bundesliga Süd, 14. Spieltag

Serien fortgesetzt

FFC Wacker München - 1. FFC Frankfurt II 1:2 (1:0)

Text und Fotos von Martin Kochem

16.03.2009   Man braucht schon ein außergewöhnlich gutes Langzeitgedächtnis, um sich als Anhänger des FFC Wacker München an den letzten Heimsieg in der 2. Bundesliga erinnern zu können, denn dieser datiert sage und schreibe vom 04.11.2007 und der damals mit dem knappsten aller Ergebnisse (1:0) bezwungene Gegner hieß - richtig - 1. FFC Frankfurt II!

So kam bei den abstiegsbedrohten Münchnerinnen vor der Partie berechtigterweise die leise Hoffnung auf, die rabenschwarze Serie von 12 Heimspielen ohne Sieg gegen das bis dato im Jahr 2009 noch gegentorfreie Team von Stephan Fröhlich endlich beenden zu können, doch am Ende jubelten lediglich die weiter verlustpunktfreien Hessinnen, die sich durch den vierten Sieg in Folge am FCR 2001 Duisburg II vorbei auf den dritten Tabellenplatz schieben konnten.

Spielszene

Maike Trach (FFC, Nr. 8) verpasste mit ihren Kopfbällen ein ums andere Mal das Ziel nur knapp - hier überspringt sie Wackers Torschützin Anna Lipp. Anne Egel (Nr. 20), Jeanette Seitz (verdeckt) und Melanie Kantor (hinten) beobachten die Szene mit Spannung

Dabei hätte es für die Wacker-Mädels vor nur knapp 60 Zuschauern gar nicht besser beginnen können, gingen diese doch gleich nach dem ersten Angriff in Führung. Anna Lipp kam nach einer Ecke und einem kollektiven Durcheinander in der zunächst nur körperlich anwesend zu scheinenden Viererabwehrkette der Gäste an der Strafraumgrenze frei zum Schuss und schlenzte das Leder mit links und viel Übersicht ins linke Toreck (3.) - die für die zur ersten Mannschaft bzw. deren Ersatzbank abgeordnete Alisa Vetterlein ins Tor zurückgekehrte Ramona Emig war zwar noch leicht mit der rechten Fanghand dran, streckte sich jedoch letztendlich vergeblich.

Nach kurzer Schockphase übernahmen dann jedoch die Gäste vom Main eindeutig das Spielkommando, taten sich aber gegen die defensiv sehr tief stehende und lediglich auf gelegentliche Konter lauernde Heimelf äußerst schwer. Zwar versuchten Anne Engel und die erneut von der ersten Mannschaft freundlicherweise erneut zur Verfügung gestellte Melanie Kantor auf der „Doppelsechs” das Frankfurter Spiel anzukurbeln, doch kam der letzte Pass auf dem neuen und trotz des Dauernieselregens gut bespielbaren Kunstrasenplatz an der Demleitnerstraße in schöner Regelmäßigkeit einfach nicht an.

 Maike Trach und Leila Jürgensen

Maike Trach (vorne, hier im Duell mit Leila Jürgensen) war an diesem Tage eine der auffälligsten Akteurinnen, auch wenn ihr ein Treffer versagt blieb

Zu selten wurde beim „kleinen” FFC konsequent über die Flügel agiert und wenn einmal die schnellen Maike Trach auf rechts bzw. Jobina Lahr über links mit langen Bällen in Szene gesetzt werden sollten, schlug meistens die von Kapitänin Ines Ortner-Bach glänzend organisierte Abseitsfalle des FFC Wacker erbarmungslos zu. In der Offensive wurde beim FFC II die verletzte Goalgetterin Selina Dambier schmerzlich vermisst, jedoch fieberte diese immerhin als offiziell registrierte Auswechselspielerin (!) mit Krücken am Spielfeldrand mit. Die beiden nominellen Sturmspitzen Michelle Baumann und Patrizia Barucha traten kaum in Erscheinung, während Jasmin Herbert wegen einer Grippe außer Gefecht gesetzt und erst gar nicht nach München mit angereist war.

In spielerischer Hinsicht blieb bei Fröhlichs Team in Halbzeit eins zu vieles Stückwerk und die wenigen guten Torchancen verpufften ohne Wirkung. So blieb ein Schuss der nach einer Engel-Ecke völlig frei zum Schuss kommenden Leonie Pankratz in der vielbeinigen Münchner Abwehr hängen (16.) und wurde der Versuch von Maike Trach - nach schöner Linkshereingabe von Jobina Lahr in den Rücken der Abwehr - im letzten Moment abgeblockt (28.).


Kopfball Maike Trach

Frankfurts Maike Trach (Nr. 8) demonstriert in dieser Szene ihre Kopfballstärke und überspringt Wackers Torfrau Brigitta Globke - Annika Fröhlich (Nr. 4), Sonja bauer (Nr. 9) und Anna Lipp (rechts) stockt der Atem

Auch nach der Pause blieb das Bild unverändert - der zwar technisch und spielerisch klar bessere FFC II drängte weiterhin geduldig auf den Ausgleich und bei Wacker hatte man sich unmittelbar nach dem eigenen Führungstreffer mental auf eine reine Abwehrschlacht eingestellt. Fast wäre es dann nach genau einer Stunde Spielzeit so weit gewesen, als wiederum Trach nach Ecke von Engel aus 6 Metern frei zum Kopfball kam, diesen jedoch knapp über den Querbalken setzte.

Anna Lipp

Anna Lipps früher Führungstreffer reichte dem FFC Wacker am Ende nicht mal zu einem Punkt

In der 67. Minute traf FFC-Coach Fröhlich dann die im Nachhinein spielentscheidende Maßnahme, indem er die bislang überwiegend in der Oberligamannschaft zum Einsatz kommende Aylin Karadag für die sich zwar stets bemühende, aber glücklose Engel einwechselte. Nur wenige Minuten später legte die am 5m-Raum lauernde Karadag eine weite Rechtsflanke von Trach per Kopf herrlich zurück und die bis dahin blass gebliebene Patrizia Barucha brauchte aus kurzer Distanz nur noch abzustauben - 1:1 (74.).

Aylin Karadag und Julia Kremser

Joker par excellence: Aylin Karadag (rechts) bereitete das Frankfurter Ausgleichstor mustergültig vor und schoss den Siegtreffer gar selbst - Wackers Neuzugang Julia Kremser (links) wußte dies nicht zu verhindern

Es folgte zweifellos die stärkste Phase des FFC-Nachwuchses, welchem nur eine Minute später durch einen 25m-Gewaltschuss von Kantor fast der Führungstreffer gelungen wäre, doch Wacker-Torfrau Brigitta Globke hielt deren strammen Schuss sicher. Wiederum nur 120 Sekunden später war diese dann allerdings machtlos, als Kantor das Spielgerät herrlich mit der Fußspitze weiterleitete und die in die Gasse gestartete Karadag das Leder aus 17 Metern Mittelstürmerposition mit Vehemenz flach ins untere Eck donnerte - ein Klassetor, zudem ihr erstes in der 2. Bundesliga, was auch ihren Trainer an der Seitenlinie zu wahren Freudensprüngen veranlasste.


Dank dem „glücklichen Händchen” des Trainers hatte der FFC-Nachwuchs das Spiel binnen weniger Minuten komplett gedreht, was allerdings auch aus Münchner Sicht als hochverdient bezeichnet werden muss! Nun endlich war auch der FFC Wacker gezwungen, seine destruktive Grundhaltung aufzugeben, die nächste Chance besaßen aber wiederum die FFC-Youngster vom Main, als abermals Trach einen weiteren Kopfball nach Ecke von Baumann knapp neben das Gehäuse setzte (81.). Mit einer erstaunlichen Abgebrühtheit und Souveränität schaukelten die Gäste den knappen Vorsprung über die Runden und hatten lediglich nur noch eine heikle Situation zu überstehen: Sonja Bauer drang in der Nachspielzeit in den Frankfurter Strafraum ein und versuchte mittels „Auflaufens” auf Jeanette Seitz einen Elfmeter zu provozieren, doch die souveräne Schiedsrichterin Widmann fiel nicht darauf hinein und ließ völlig zurecht weiterspielen.

Patrizia Barucha

Ist der Bann nun endlich gebrochen? Patrizia Barucha traf erstmals seit dem 1. Spieltag wieder ins Schwarze

So blieb es am Ende eines höhepunktarmen und auf mäßigem Niveau stehenden Spiels beim leistungsgerechten „schmutzigen” Frankfurter Sieg (O-Zitat Stephan Fröhlich) und dem Fortbestand beider Serien: während die Frankfurterinnen mit jetzt 26 Punkten eine sorgenfreie Restrunde und sogar die Option haben, die beiden Aufstiegsaspiranten aus Saarbrücken und Sindelfingen ein wenig zu ärgern, freut man sich beim FFC Wacker schon auf den 29.März 2009 - denn da steht für die Mädels von Trainer Thorsten Zaunmüller das nächste Auswärtsspiel beim SC Sand auf dem Programm...


FFC Wacker München:
Globke - Fröhlich, Ortner-Bach, Kremser, Merk - Lipp (82. Goessmann), Hudetschek (82. Key), D. Kaufmann - Jürgensen, Bauer, Brevart (75. Engstfeld)

Trainer: Thorsten Zaunmüller

1. FFC Frankfurt II:
Emig - Losert, Pankratz, S. Schneider, Seitz - Engel (67. Karadag), Trach, Lahr (75. Sirna), Kantor - Baumann, Barucha

Trainer: Stephan Fröhlich

Tore:
1:0 Lipp (3.)
1:1 Barucha (73.)
1:2 Karadag (77.)

Gelbe Karten: Kremser

Schiedsrichterin: Nathalie Widmann (Holzgerlingen)

Zuschauer: 60


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