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2. Bundesliga Süd, 13. Spieltag

Elfmeterfestival auf Kunstrasen

VfL Sindelfingen - SG Wattenscheid 09 4:0 (2:0)

Text und Bilder von Roland Baumann

02.03.2009   In beeindruckender Manier festigte der VfL Sindelfingen die Tabellenführung und rehabilitierte sich für die Schlappe vom letzten Spieltag beim SC Sand. Dabei fielen drei der vier Tore durch Elfmeter. Den erste Elfer des Tages vergab jedoch die SG Wattenscheid 09, die über die 90 Minuten einfach zu wenig Konstruktives zu Wege brachte.

Die Spuren des schneereichen Winters waren in Sindelfingen noch allgegenwärtig. So war das Floschenstadion noch immer gesperrt. Um den Spielbetrieb nicht weiter zu verzerren, arrangierten sich die Verantwortlichen vom VfL mit einem Verein der Nachbarschaft, dem TSV Dagersheim, der über einen Kunstrasenplatz verfügt. Bei strahlendem Sonnenschein mussten die Fans des VfL nicht lange mit den ersten Torschrei warten. Ein Freistoß von Nadine Rolser in der dritten Minute von links außen wurde zu kurz abgewehrt und fiel Karin Burger direkt vor die Füsse. Die fackelte nicht lange und hämmerte den Ball in die Maschen des Gästetors. Wenig später ergab sich für Tanja Coblenzer nochmals ein Riesenchance, als sie einen schnellen Vorstoss mit einem Rückwärtslob abschloss und nur knapp das Tor verfehlte.

Sarah Schröder vs. Nadine Rolser

So sehr sich Wattenscheid auch mühte, es gab kein Durchkommen gegen den VfL. Hier versuchte sich Sarah Schröder gegen Nadine Rolser durchzusetzen, aber auch Sturmpartnerin Jennifer Ninaus ist eng von Carina Spengler gedeckt.

Danach entwickelte sich zunächst eine eher niveauarme Partie. Die Abwehr des VfL stand sehr sicher und hatte wenig Mühe mit Wattenscheids Spiel durch die Mitte. Kamen die Gäste über die Außen, fanden sie im Zentrum aber keine Anspielstationen. Auf der Gegenseite bot sich das gleiche Bild. Weder Nicole Rolser noch Tanja Coblenzer konnten sich entscheidend gegen die Gästeabwehr um Kapitän Lena Wermelt durchsetzen. Es sollten aber noch einige Aufreger in der Halbzeit eins geben. In der 20. Minute störte Nicoles Schwester Nadine Rolser einen Wattenscheider Spielaufbau, eroberte den Ball und passte direkt in den Lauf von Coblenzer, die allerdings das Zuspiel nicht wahrgenommen hatte. Kurz vor der Pause überschlugen sich die Ereignisse. Sindelfingens Trainer Nico Koutroubis bezeichnete die Situation denn auch als Knackpunkt des Spiels.

Anke Langwisch

Mit dem gehaltenen Elfmeter war Anke Langwisch nicht unwesentlich am Sieg des VfL beteiligt


Der gehaltene Elfer von Ninaus

Die vermutlich spielentscheidende Szene. Anke Langwisch hält den von Jennifer Ninaus (11) getretenen Elfmeter

In der 40. Minute gab es eine Rangelei im VfL-Strafraum, bei der eine Wattenscheiderin zu Fall kam. Schiri Angelika Söder zögerte keine Sekunde und gab Strafstoß. Den Elfer von Jennifer Ninaus konnte aber Anke Langwisch glänzend parieren. Auch im Nachschuss wollte der Treffer nicht gelingen. Nur zwei Minuten später ein ähnliches Bild auf der Gegenseite. Beim Kampf um den Ball legte Julia Debitzki ihre Gegenspielerin Nadine Rosler. Auch hier entschied Söder sofort auf Strafstoß. Im Gegensatz zu ihrer Kontrahentin Ninaus zuvor, verwandelte Nadine Beck aber sicher zum 2:0.

In der zweiten Hälfte begannen die Rheinländerinnen etwas druckvoller, wurden allerdings gegen Konter sehr anfällig. Bei einem dieser Konter - in der 50. Minute - bediente Nicole Rosler ihre Sturmpartnerin Tanja Coblenzer, die aber zu unentschlossen wirkte und der Ball verlor. Mehr und mehr übernahm der VfL die Initiative. In der 54. Minute setzte Therese Betz auf rechts Nicole Rolser ein, die erst im Strafraum durch ein Foul gestoppt werden konnte. Nadine Beck nutzte ihre zweite Elfmeterchance und es stand 3:0. In dieser Phase wackelte Wattenscheids Abwehr bedenklich, wenn Sindelfingens Offensivkräfte den Spielaufbau der Gäste störte.

Hohlfeld vs. Coblenzer

Mit diesem rustikalen Einsatz gegen Tanja Coblenzer verursachte Lena Hohlfeld den Strafstoß Nummer 4 ...

Nadine Becks 3. Elfmeter

... mit der Folge, dass Nadine Beck ihren dritten Elfer verwandeln konnte

In der 62. Minute attakierte Tanja Coblenzer im Strafraum die ballführende Lena Wermelt und nahm ihr den Ball ab. Die zu Hilfe eilende Torhüterin Lena Hohlfeld rannte die VfL-Stürmerin um und es gab den Strafstoß Nummer vier. Auch im dritten Duell Beck gegen Hohlfeld blieb die Sindelfingerin Sieger. Bis in die Schlussphase blieb die Heimelf die gefährlichere Mannschaft, besonders wenn über die Außenpositionen Druck auf den Gegner ausgeübt wurde. Letztlich blieb es aber beim sicheren 4:0 Erfolg.


Nach dem Spiel war Thomas Obliers ziemlich enttäuscht. Während Sindelfingen immer präsent gewesen sei, hätte sich das eigene Team unnötig selbst unter Druck gesetzt. Keine seiner Spielerinnen habe ihre Leistung gebracht. Für Nico Koutroubis war der Sieg verdient, wenn auch zu hoch ausgefallen. „Wenn Wattenscheid seinen Elfer verwandelt, hätte das Spiel völlig anders verlaufen können!” Wichtig sei gewesen, dass sein Team nach der Schlappe gegen Sand wieder den Willen und Einsatz gezeigt habe, um wieder in die Spur zurückzufinden.

Maier vs. Wermelt

Gerade in der zweiten Halbzeit war der VfL häufig einen Tick schneller und entschlossener am Ball, so wie hier Leoni Maier gegen Lena Wermelt



VfL Sindelfingen:
Langwisch - Burger, Althaus, Spengler, Schanz (75. Lingelbach),Beck, Na. Rolser (79. Schindler), Betz, L. Maier, Ni Rolser, Coblenzer (65. Höller)

SG Wattenscheid 09:
Hohlfeld - Wermelt, Schröder, Debitzki (44. L. Hoffmann), Möller (46. Ließem), Petzelberger, C. Götte, Manzer, Ninaus, Malinowski, Doorsoun-Kahjeh (67. Cao)

Tore:
1:0 Burger (3.)
2:0 Beck (43.) FE
3:0 Beck (54.) FE
4:0 Beck (62.) FE

Gelbe Karten: - / Hohlfeld

Besondere Vorkommnisse:

Langwisch hält Foulelfmeter (41.)

Schiedsrichterin: Angelika Söder (Neuendettelsau)

Zuschauer: 100


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