2. Bundesliga Süd , 4. SpieltagAlle Jahre wiederSC Sand – 1. FFC Frankfurt II 3:1 (1:0) | ||
Text und Fotos von Martin Kochem 30.09.2008 Im Fußball gibt es durchaus Ereignisse, die sich Jahr für Jahr bzw. von Saison zu Saison wiederholen und bei denen man die Ursachen bzw. Gründe hierfür einfach nicht zu erklären vermag. Ein gutes Beispiel hierfür bietet beispielsweise das Nachwuchsteam des 1. FFC Frankfurt im Hinblick auf deren Auswärtsspiele beim SC Sand. Diese finden – dem Einfallsreichtum des DFB bei der Spielplanbelegung sei Dank - nicht nur in schöner Regelmäßigkeit ausnahmslos im spätsommerlichen September bzw. Oktober statt, sondern kennen mit Ausnahme der vergangenen Saison (als man sich schiedlich friedlich 1:1 unentschieden trennte) am Ende immer nur einen Sieger, nämlich die Gastgeberinnen des SC Sand. ![]() Kristina Brenner (rechts) blieb heute ohne Torerfolg - Gegenspielerin Desiree Schneider schaut ihr hier interessiert beim Flanken zu Dabei standen die Vorzeichen für eine Beendigung dieser schwarzen Serie für „die Zweite” im Vorfeld des diesjährigen Aufeinandertreffens gar nicht mal so schlecht, reisten diese doch mit der breiten Brust von drei klaren Siegen und der alleinigen Tabellenführung in die schöne Ortenau, während die Frauen von Teamchef Oliver Dewes mit nur einem Punkt aus drei Partien schon gehörig unter Druck standen... Von diesem neuen Selbstbewusstsein der jungen Truppe um FFC-Coach Stephan Fröhlich war – zu dessen Entsetzen - in der ersten halben Stunde jedoch absolut gar nichts zu sehen. Gegen die wie immer äußerst defensiv eingestellten und auf Konter lauernden Gastgeberinnen fanden die „jungen Wilden” auf dem engen und kleinen Gelände des Kühnmatt-Stadions in der Offensive keine probaten Mittel. Zwar stand die aufgrund der „Abordnung” von Anne Engel zur 1. Mannschaft zwangsläufig veränderte Viererkette nicht zuletzt dank einer umsichtigen Christina Zerbe bombensicher, jedoch reihte sich im Aufbauspiel Fehlpass an Fehlpass und das zuletzt so viel gepriesene Spiel über die Flügel fand mehr oder weniger überhaupt nicht statt. Da man zudem auch dem SCS die Verunsicherung im Spielaufbau deutlich anmerkte und diese sich dem Fehlpass-Festival nahtlos anschlossen, entwickelte sich ein typisches Spätsommerfussballspiel ohne große Höhepunkte. ![]() Svenja Broß hält hier Patrizia Barucha in Schach So musste leider eine sehr bedauerliche Szene herhalten, um die Akteurinnen auf dem Platz endlich wachzurütteln. Nach einer scharfen flachen Hereingabe von Maike Trach prallte die bis dato nahezu beschäftigungslose Sander Torfrau Susanne Becker mit der hereingrätschenden Jasmin Herbert so unglücklich zusammen, dass diese nach fünfminütiger Spielunterbrechung letztendlich vom Platz getragen und mit Verdacht auf Rippenbruch ins Krankenhaus eingeliefert werden musste – Fansoccer wünscht an dieser Stelle alles Gute und schnelle Genesung ! Für Becker kam die für eine Torfrau extrem klein geratene Monika Kesel ins Tor und durch die Blau-Weißen ging spürbar ein Ruck. So sah sich der FFC auf einmal früh attackierenden Gegenspielerinnen ausgesetzt und als logische Konsequenz daraus resultierte der Sander Führungstreffer nach 40 |
Frankfurts Maike Trach springt hier höher als die Sander Torfrau Monika Kesel, kommt aber trotzdem nicht an den Ball. Kesel wurde in der 36. Minute für die verletzte Stammtorhüterin Susanne Becker eingewechselt | |
Minuten. Die zu Saisonbeginn aus Niederkirchen gekommene Christine Veth luchste der im eigenen Strafraum zu lässig agierenden Sarah Schatton im Stile einer echten Mittelstürmerin mit Torinstinkt den Ball ab und ließ der ins Frankfurter Gehäuse zurückgekehrten Ramona Emig mit einer Körperdrehung und einem platzierten Schuss keinerlei Abwehrchance. Kurze Zeit später ergab sich für die in dieser Saison bislang so treffsichere Kristina Brenner die große Chance zum Ausgleich, doch Rücklage bei deren Schuß aus 18 Metern verhinderten diesen. ![]() 1,2,3 - wer hat den Ball? Maike Trach (Nr. 15) spitzelt hier Birgit Zieger (Nr. 21) das Leder von der Fußspitze weg Nach der Pause erhöhten die Gäste sichtbar den Druck und nicht zuletzt mit der Einwechslung von Selina Dambier kam neuer Schwung ins bis dato absolut unkonstruktive Frankfurter Angriffspiel. So traf Schatton aus 17 Metern einmal den Ball nicht richtig (52.) und auch ihr herrlicher Volleyschuss nach vorausgegangener Ecke zischte nur knapp am linken Torpfosten vorbei (57.). Nur eine Minute später tauchte Dambier alleine vor dem Gästegehäuse auf, kam jedoch ebenfalls in Rücklage und verzog kläglich. Mitten in diese Frankfurter Drangphase hinein schickte die laufstarke Havva Kutal mit einem langen Pass Sturmkollegin Veth auf die Reise, Emig zögerte mit dem Herauslaufen und als sie sich letztendlich doch dazu entschloss, in ihrem Kasten zu bleiben, war es schon zu spät und „Tine” hatte keine Mühe, sich mit ihrem zweiten Treffer zum 2:0 (68.) selbst das schönste (nachträgliche) Geburtstagsgeschenk zu machen. ![]() Doppeltorschützin Christine Veth ist für den SCS eine echte Verstärkung - in 4 Spielen traf sie bereits 4 mal Der FFC rannte nun mit dem Mute der Verzweiflung an und wurde durch Schiedsrichterin Jene innerhalb von wenigen Minuten (mindestens) um einen klaren Elfmeter gebracht. So übersah die bis dato unauffällig agierende Unparteiische aus Neunkirchen ein klares Handspiel im |
sowie ein eindeutiges Foul an Barucha am (oder doch im ?) Strafraum (75.).
Zu Gute halten muss man dem FFC, dass er trotz des aus seiner Sicht
deprimierenden Spielverlaufs nie aufgab. Dies wurde sieben Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit dann auch belohnt. Nach einem langen Ball aus der eigenen Hälfte lief Dambier alleine auf Torfrau Kesel zu, legte uneigennützig auf Schatton ab und diese versenkte das Leder von der Strafraumgrenze zum Anschlusstreffer unhaltbar ins rechte untere Eck. Doch der nun aufkommende Keim der Hoffnung auf eine Wiederholung des Punktgewinns vor einem Jahr wurde nur vier Minuten später jäh erstickt, als sich die in der 2. Halbzeit immer mehr in den Mittelpunkt spielende Kutal mit einer herrlichen Einzelleistung über die linke Außenbahn durchsetzte und dem FFC mit einem unhaltbaren Schlenzer ins lange Eck den endgültigen K.O. verpasste. ![]() Ein nachdenklicher FFC-Coach Stephan Fröhlich nahm die erste Saisonniederlage mit Fassung zur Kenntnis
SC Sand:
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