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2. Bundesliga Süd, 13. Spieltag

Vorfrühlingsspaziergang

FSV Jägersburg - 1. FFC Frankfurt II 0:4 (0:2)

Text und Fotos von Martin Kochem

02-03-2009   Zweites Spiel, zweiter (klarer) Sieg, zweites „zu Null” in Folge - so lautet die Bilanz für die zweite Mannschaft des 1.FFC Frankfurt nach dem „saarländischen Doppler”, in welchem man - nach dem SV Dirmingen in der Vorwoche - nun auch dem anderen saarländischen Kellerkind der Liga, dem FSV Jägersburg, klar und deutlich die Grenzen aufzeigen konnte.

Dabei fiel der zu keinem Zeitpunkt des Spiels gefährdete 4:0-Auswärtserfolg des FFC II nicht nur nach Ansicht der etwa 80 einheimischen Frauenfußballinteressierten inklusive des FSV-Trainergespanns Brocker/Zimmermann, sondern auch nach Auffassung von Gästecoach Stephan Fröhlich („die Chancenverwertung ließ doch etwas zu wünschen übrig...”) viel zu niedrig aus. „Ankreiden lassen” muss sich dies insbesondere FFC-Torjägerin Selina Dambier, die in den Schlussminuten noch zwei „Hundertprozentige” versemmelte, indem sie jeweils völlig freistehend die Kugel nicht richtig traf und sich darüber -für jeden deutlich hörbar- auch selber am meisten ärgerte.

Selina Dambier

Vergab einige Chancen, ingesamt aber erfolgreich: Selina Dambier setzt hier mit ihrem zweiten Treffer den Schlusspunkt zum 4:0

Dabei hatte das gleich zu Beginn des Matches aber noch ganz anders funktioniert, als nämlich in dieser Szene Jägersburgs „letzte Frau” Johanna Müller einen in der Mitte der eigenen Hälfte aufprallenden Ball nicht unter Kontrolle bekam, Dambier in ihrer unnachahmlichen Art dazwischenspritze, Müller den Ball abstibitzte, anschließend mutterseelenallein auf das FSV-Tor zulief, Torfrau Anja Owens elegant umkurvte und zur frühen Gästeführung einschieben konnte (9.).

Kurz darauf fuhr den Saarländerinnen der nächste Schock in die Glieder, als Abwehrstrategin Kirsten Jung nach einem Zusammenprall verletzungsbedingt passen und durch Kristina Schwarz ersetzt werden musste. Der FFC nutzte diese Verunsicherung indes gnadenlos aus und legte sofort nach. Nach einer Ecke fiel Anne Engel der Ball direkt vor die Füße und diese ließ Owens mit einem herrlichen 17 m-Aufsetzer (volley und mit links genommen!) ins linke untere Toreck keine Abwehrmöglichkeit (16.) - ein sehenswerter Treffer der Marke „Tor des Monats”.

Anne Engel und Michaela Hemmer

Anne Engel (hier rechts neben Michaela Hemmer) bot auf der „Sechser-Position” eine herausragende Partie und krönte ihre ansprechende Leistung mit einem sehenswerten Treffer zum 2:0

Fortan dominierten die Hessinnen das Geschehen, ohne dabei jedoch wirklich zu glänzen (Fröhlich: „da haben wir viel zu hektisch agiert und zu viele Bälle verloren”) oder gar zu weiteren Torchancen zu kommen. Eine Ausnahme bildete dann kurz vor der Pause die auf der „Sechser-Position” eine erneut überragende Partie abliefernde Anne Engel, deren Heber aus 23 Metern nur knapp sein Ziel verfehlte (41.).

Monika Vogelgesang

Monika Vogelgesang versucht sich hier gegen Meike Trach (links) und Michelle Baumann (rechts) zu behaupten, Anne Engel (im Hintergrund links hinten) und Leonie Pankratz (rechts hinten) beobachten die Szene mit Interesse


Michelle Baumann

Michelle Baumann läuft hier gleich zwei Jägersburgerinnen (links Johanna Müller, rechts Bianca Herber) auf und davon und krönte ihre gute Leistung mit dem Treffer zum 3:0

Und der einheimische FSV Jägersburg? Bis auf einen harmlosen Schussversuch der eingewechselten Schwarz (24.) war vom letztjährigen Aufsteiger absolut nichts zu sehen, was aber auch nicht zuletzt an der sicher und souverän agierenden FFC-Viererabwehrkette um Kapitänin Leonie Pankratz lag, die zusammen mit Sabrina Schneider die undurchlässige Innenverteidigung bildete, während Jeanette Seitz auf rechts bzw. Julia Losert auf links die Außenbahnen dicht machten. Im massiven FFC-Mittelfeld lieferten Katharina Kiel auf der linken bzw. Meike Trach auf der rechten Außenbahn ein riesiges Laufpensum ab, jedoch kamen deren Flanken dann leider zu ungenau bzw. waren zu harmlos.

Katharina Kiel und Kira Lackmann

Katharina Kiel (links) sorgte auf dem linken Flügel für viel Wirbel - hier behauptet sie sich gegen Kira Lackmann

Ein herrlicher Angriff über vier Stationen sorgte dann kurz nach dem Wiederanpfiff für die Vorentscheidung, als die diesmal für die angeschlagene Jasmin Herbert von Beginn an auflaufende Jobina Lahr einen Abwurf der nahezu beschäftigungslosen FFC-Torfrau Alisa Vetterlein direkt an Dambier weiterleitete, diese wiederum mit einem ebenfalls direkt gespielten „No look”-Pass in den freien Raum die mitgelaufene Michelle Baumann bediente und diese dann keine Mühe mehr hatte, praktisch an der bereits überlaufenen FSV-Torfrau vorbei mit der Kugel ins Tor zu laufen.

Nur eine Minute später hätte „Kathi” Kiel dann beinahe ihr zweites Pflichtspieltor für den FFC 2 erzielt, doch konnte Owens deren Schuss mit den Fingerspitzen gerade noch so zur Ecke lenken (48.). Diese zirkelte die zusehend in Spiellaune kommende „Michi” Baumann genau auf den Kopf von Pankratz, doch „Leos” wuchtiger Kopfball strich denkbar knapp über den Querbalken.

Leonie Pankratz

Leonie Pankratz tanzt hier Nina Rauch (Nr. 7) aus und entwickelt darüber hinaus als Kapitänin und Organisatorin der Viererkette mehr und mehr Führungsqualitäten - auch Laura Torchalla (rechts) ist davon sehr beeindruckt

Nachdem Dambier in der 54. Minute noch eine weitere gute Gelegenheit verpasst hatte (ihr Schuß von der Strafraumgrenze war ein wenig zu hoch angesetzt), machte diese es nach 67 Minuten besser und netzte nach vorangegangenem herrlichem Steilpass von Lahr und abermaligen Alleingang auf das FSV-Tor eiskalt zum vierten Frankfurter Treffer ein.


Unmittelbar danach gab die nach ihrem Steißbeinbruch überraschend rasch genesene Patrizia Barucha ihr Comeback und sorgte zusammen mit der zeitgleich eingewechselten Rosalie Sirna weiterhin für viel Betrieb vor, am und im Jägersburger Strafraum. So schrammte Letztgenannte nach einem Abpraller an den Außenpfosten nur ganz knapp an ihrem ersten Zweitligatreffer vorbei (79.) und versäumte es Stoßstürmerin Dambier -wie bereits erwähnt-, das Ergebnis mindestens auf Hinspielniveau (5:0) zu schrauben.

Rosalie Sirna und Bianca Herber

Rosalie Sirna schrammte nur knapp an ihrem ersten Zweitligatreffer vorbei - Bianca Herber kommt hier zu spät

Dennoch überwog bei den mitgereisten Frankfurter Fans am Ende des von ihrem Team präsentierten „Vorfrühlingsspaziergangs” die Zufriedenheit über den klar aufgezeigten Klassenunterschied, während das FSV-Stadionheft in hellseherischer Art und Weise schon vor der Partie getitelt hatte: „Der Abstiegskampf beginnt” - damit dies für den FSV kein aussichtsloses Unterfangen wird, muss sich das Team von Patrizia Brocker jedoch in allen Mannschaftsteilen enorm steigern, sonst dürfte der Zweitliga-Fahrstuhl bald wieder abwärts fahren...

Jobina Lahr und Vanessa Skradde

Jobina Lahr (rechts) ließ Vanessa Skradde einige Male ins Leere laufen und bereitete zudem zwei Treffer mustergültig vor

FSV Jägersburg:
Owens - J. Müller, Herber, Marschall, Jung (10. Schwarz) - Hemmer, Lackmann, Skradde-Fries, de Nuzzo - Zimmermann (56. Vogelgesang), Rauch

Trainerin: Patrizia Brocker

1. FFC Frankfurt II:
A. Vetterlein - Losert (75. Torchalla), Pankratz, S. Schneider, Seitz - Kiel (67. Sirna), Engel, Trach, Lahr, Baumann (67. Barucha) - Dambier

Trainer: Stephan Fröhlich

Tore:
0:1 Dambier (9.)
0:2 Engel (16.)
0:3 Baumann (47.)
0:4 Dambier (67.)

Gelbe Karten: Keine

Schiedsrichterin: Kathrin Naber (Krummennaab)

Zuschauer: 90


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