2. Bundesliga Süd, 5. SpieltagAlisa Vetterlein sensationell1. FFC Frankfurt II - SG Wattenscheid 09 3:0 (0:0) | ||
Text von Tom Schlimme 07.10.2008 Mit der SG Wattenscheid bekam es das Nachwuchsteam des 1. FFC Frankfurt erstmals in dieser Saison mit einem Aufstiegsaspiranten zu tun. Wattenscheid präsentierte sich dann auch als das bisher stärkste Gästeteam in der neuen Spielzeit, doch am Ende stand es 3:0 für die jungen Frankfurterinnen, bei denen allerdings Torhüterin Alisa Vetterlein mit einigen sensationellen Paraden großen Anteil am Sieg hatte. Nach vier Siegen in Folge hatte der FFC II in Sand in der Vorwoche die erste Saisonniederlage hinnehmen müssen, doch von Verunsicherung war nichts zu merken, es ging gleich los in Richtung Wattenscheider Tor. Schon in der zweiten Spielminute hatte Sarah Schatton im Strafraum die Gelegenheit zum Torschuss, traf jedoch den Ball noch nicht richtig. Vorausgegangen war eine Balleroberung durch Melanie Kantor im Mittelfeld, die das Leder dann auch schnell und gefährlich nach vorne leitete. ![]() Silke van den Berg, hier bewacht von Anne Engel, dirigierte das Wattenscheider Spiel im Mittelfeld Der Erstligaabsteiger aus Wattenscheid wirkte geschlossen, robust und spielstark, konnte auch technisch - im Gegensatz zu München vor zwei Wochen - mit Frankfurts U23 gut mithalten. Aber der Gast aus dem Pott war nur mit zwei Feldspielerinnen auf der Ersatzbank angereist, zu denen sich noch Lena Hohlfeld als zweite Keeperin gesellte. Mit Ramona Petzelberger und Kyra Malinowski fehlten zwei Akteurinnen wegen ihrer Abstellung zum DFB-U17-Länderpokal. Diese „Zwangsverpflichtung” wurde vom Verein mit Recht kritisiert, allerdings erscheint mir die Personaldecke bei der SGW so oder so reichlich dünn! Jedenfalls schien es bei Wattenscheid die meiste Zeit über nur einen Flügel zu geben, den linken, auf dem Jennifer Ninaus sich einige Male gut durchsetzen konnte. Doch in der Mitte fand sie keine Abnehmer, und das Spiel wurde von der FFC-Abwehr auch schnell durchschaut: Wattenscheider Angriff, alle nach links, Ninaus stoppen, Angriff gestoppt. Vielleicht war das ja Wattenscheider Plan: in der 33. Minute wurde der erste Angriff über rechts vorgetragen, und prompt wurde es richtig gefährlich. Janine Ganser zu Silke Tancyus, die mit präziser Flanke von rechts hoch in die Nähe des linken Torpfostens, dort stand Ninaus, nahm den Ball mit Wucht, aber U20-Nationalkeeperin Alisa Vetterlein hielt „mit einer unglaublichen Parade” (Wattenscheider HP). Eine bessere Formulierung für diesen Reflex gegen den harten Schuss von Ninaus aus kürzester Entfernung kann man nicht finden! ![]() Die Wattenscheider Angriffe liefen sehr häufig über Jennifer Ninaus (rechts), die ihre Gegenspielerin Jeanette Seitz ordentlich forderte Auf der anderen Seite traf die in der ersten Halbzeit heute etwas in der Luft hängende Schatton nach Vorarbeit von Kantor wenig später nur das Außennetz. So ging es nicht zuletzt dank Vetterleins Glanzparade nach ausgeglichener ersten Halbzeit torlos in die Kabinen. ![]() Auch Frankfurts Innenverteidigerin Sabrina Schneider mußte gegen die schnelle Jennifer Ninaus ihr ganzes Können aufbieten Aus diesen kam dann der FFC wesentlich engagierter auf den Platz zurück und Frankfurts U23 übernahm das Kommando, zunächst allerdings |
Sarah Schatton hat gerade zum 1:0 getroffen, Kristina Brenner kommt zum Gratulieren. Die beiden hatten allen Grund zur Freude, denn das Nachwuchsteam des 1. FFC Frankfurt hat sich mit dem vierten Sieg im fünften Spiel ganz oben in der Tabelle festgesetzt (Platz 2 hinter Sindelfingen). | |
ohne sich große Chancen zu erspielen. In der 55. Minute kam wieder Schatton im Strafraum an den Ball, diesmal mit dem Kopf nach Eckstoß von Anne Engel, das Leder sprang von einer Gegenspielerin hoch, Julia Salokat setzte mit dem Kopf noch einmal nach, wieder abgewehrt, Nachschuss in die vielbeinige Wattenscheider Abwehrmauer. Jetzt zeichnete sich ab, welches Team das erste Tor schießen würde. Zwei Minuten später kam wieder Salokat zu einem allerdings verunglückten Schuss, der Ball prallte im Gewühl zu Schatton, und die vollendete souverän aus sieben Metern. ![]() Nach dem Spiel waren sich alle einig: Alisa Vetterlein war mit ihren Glanzparaden ganz klar die Spielerin dieses Tages! Schatton spielte jetzt auch als Vorbereiterin stark, schon in der nächsten Minute gelang ihr ein Traumpass auf Kristina Brenner, doch Wattenscheids Keeperin Klara Muhle hatte gut mitgedacht und fegte den Ball gerade noch vor Brenner weg. Wattenscheid warf jetzt alles nach vorne, das Spiel änderte sich völlig. Wattenscheid stürmte, Frankfurt hatte dafür Platz bei den Kontern, der vorher gefehlt hatte. Zunächst war es jetzt aber die SGW, die die nächste Riesengelegenheit erspielte. Tancyus flankte dieses Mal von links (Ninaus wechselte in der zweiten Halbzeit öfter die Seiten, so dass das Wattenscheider Spiel etwas flexibler wurde), die eingewechselte Sara Doorsoun kam zentral vor dem Tor völlig frei zum Kopfball, doch Vetterlein hielt auch diesen eigentlich unhaltbaren Ball mit einem Wahnsinnsreflex. In den letzten Heimspielen hatte das Frankfurter Team meist sehr viele Chancen für die Tore gebraucht, allerdings auch bekommen. Gegen Wattenscheid gab es viel weniger Chancen, aber die saßen. Vier Minuten nach Vetterleins zweiter Riesentat setzte sich Schatton auf dem Flügel durch, schöner Ball auf die eingewechselte Jasmin Herbert in den Rücken der Wattenscheider Abwehr, die gibt weiter, Selina Dambier verpaßt, aber die hinter ihr stehende Kantor ist sowieso besser frei und verwandelt zum 2:0. Jetzt behielten die Frankfurterinnen das Spiel fest im Griff, das Sahnehäubchen gelang dann Mirella Junker kurze Zeit nach ihrer Einwechselung, als sie plötzlich mit dem Ball frei vor Muhle auftauchte, diese cool ausguckte und souverän in die Ecke verwandelte. Im Gegenzug mußte dann auch Vetterlein noch mal ran, doch einen Schuss von Tancyus fischte sie aus dem linken unteren Eck, auch den hätten viele Torhüterinnen nicht bekommen. Kuriosum zwischendurch: das Spiel mußte fünf Minuten unterbrochen werden, weil sich Schiedsrichterin Christine Weigelt in der 74. Minute das Knie vertreten hatte und von den Frankfurter Betreuern behandelt und |
bandagiert werden mußte. Weigelt biss
aber auf die Zähne und ermöglichte als Linienrichterin eine geordnete Fortführung des Spiels, während ihr Kollege Martin Wadewitz die Partie zu Ende pfiff. Wie vorher Weigelt übrigens sehr gut, gute Leistung des gesamten Schiri-Teams in dieser Partie! ![]() Mirella Junker im Freudentaumel, nachdem ihr kurz nach ihrer Einwechslung das Tor zum 3:0 geglückt war. Jasmin Herbert (links) freut sich mit
| |