2. Bundesliga Süd, 15. SpieltagVerdienter Auswärtspunkt für Sand1. FFC Frankfurt II - SC Sand 0:0 | ||
Text von Tom Schlimme 24.03.2009 Im Jahr 2009 hat noch kein Gast bei der zweiten Mannschaft des 1. FFC Frankfurt ein Tor geschossen. Dies gelang auch dem Team des SC Sand nicht, doch als erste in diesem Jahr konnten die Gäste wenigstens einen Punkt mit nach Hause nehmen, denn nach einem ausgeglichenen Spiel stand es am Ende immer noch wie zu Beginn: 0:0. Schon die erste Chance des Spiels hatten die Gäste. In der dritten Spielminute verschätzte sich Frankfurts Innenverteidigerin Sabrina Schneider etwas gegen die gefährliche Sander Spitze, Christine Veth, doch Frankfurts Keeperin Ramona Emig kam aufmerksam aus ihrem Tor heraus und konnte noch dazwischen gehen. Zwei Minuten später schon wieder Alarmstufe Rot vor dem Frankfurter Tor: Angela Migliazza trat einen Freistoß vor das Tor, der schlecht abgewehrt bei Veth landete, die das Leder mit dem Kopf in Richtung Frankfurter Tor beförderte. Doch auch diesmal war Emig auf dem Posten und hielt sicher. ![]() Auch wenn ihr heute kein Tor gelang, Christine Veth, die hier von Sabrina Schneider verfolgt wird, ließ in Frankfurt ihre Gefährlichkeit aufblitzen und zeigte, wieso sie mit 11 Treffern auf Platz zwei der Torschützenliste steht Meist kontrollierten sich die Mittelfeldreihen beider Mannschaften und ließen nicht viele Torszenen zu. Sand stand dabei ziemlich massiv in der Deckung, wo Angela Migliazza als Staubsauger vor der Abwehr ein Klassespiel machte, in dessen späterem Verlauf sie auch immer wieder gefährliche Offensivakzente setzen konnte. Doch insgesamt konzentrierte sich das Angriffsspiel des SC Sand vor allem darauf, die schnelle Veth in der Spitze durch lange Bälle in Szene zu setzen, der Schwerpunkt lag klar in der Defensive, die allerdings schon vor der Mittellinie begann. So wurde das Frankfurter Aufbauspiel schon von der Viererkette an empfindlich gestört. ![]() Artistische Einlage von Maike Trach, beobachtet von Anne Kaiser Die Frankfurter Nachwuchsspielerinnen, ansonsten ja als sehr ballsicher bekannt, kamen heute mit sich, den Gegnerinnen und dem wie so oft sehr holprigen Platz nur schlecht zurecht, vor allem auf der linken Seite ging der Ball immer wieder verloren. Immerhin, in der 12. Minute kam endlich mal ein Angriff bis zu Patrizia Barucha in die Spitze durch, doch diese wurde von der guten Sander Innenverteidigerin Noemie Freckhaus in letzter Sekunde noch gestoppt. Die folgende Ecke brachte nichts ein. Ein Eckstoß auf der anderen Seite führte zu einem Schuss von Birgit Zieger über das Tor. Sand hatte in dieser Anfangsphase deutlich mehr vom Spiel. Doch die Spielerinnen des FFC II bissen sich in diese schwierige Partie hinein, langsam erkämpften sie sich ausgewogene Spielanteile. In der 37. Minute mußte die zweite, ebenfalls gute Sander Innenverteidigerin, Desiree Schneider, eine Flanke von Jobina Lahr entschärfen, die um ein Haar brandgefährlich geworden wäre. In der 38. Minute kam dann Barucha links durch, ihren Pass nahm Aylin Karadag volley, doch Susanne Becker im Sander Tor |
Susanne Becker, Keeperin des SC Sand, fängt hier bedrängt von Maike Trach den Ball. Desiree Schneider und Anne Kaiser (v.l.) brauchen nicht einzugreifen. | |
hielt mit einer Klasseparade. Nach einer ersten Halbzeit, in der Sand den Beginn, Frankfurt das Ende dominiert hatte, ging es dann in die Kabinen. In der 65. Minute kam Zieger freigespielt von Veth zum Schuss, doch Emig lenkte den Ball noch an die Latte. In der 70. sahen dann zur Abwechslung die Frankfurter Spielerinnen eine Abseitssituation, während der Linienrichter Weiterspielen anzeigte. So kam Zieger allein vor Emig zum Schuss, brachte den Ball auch an der Keeperin vorbei, aber auch am Tor. Eine Szene in der 72. Minute sorgte dann bei den sowieso schon empörten Zuschauern für weiteren Unmut, denn Karadag lief mit dem Ball im Strafraum, Becker kam heraus und warf sich dazwischen, Karadag stürzte und das Publikum forderte Elfmeter. Eine Szene, die nicht einfach zu entscheiden war, wie die Bilder belegen.
Im oberen Bild sieht es so aus, als würde Keeperin Susanne Becker Aylin Karadag mit den Beinen zuerst erwischen, bevor sie mit den Armen den Ball greift. Doch die Szene ist schwer zu entscheiden, ein Elfmeterpfiff wäre schon sehr hart gewesen. In der 82. Minute war dann Maike Trach auf der rechten Seite plötzlich mutterseelenallein durch, flankte dann aber zu früh und zu schwach, statt erst mal ein Stück aufs Tor zu gehen. Das war es dann auch so im Großen und Ganzen, dieses Spiel hatte wohl keine Sieger verdient. Das kampfgeprägte Spiel bei flottem Tempo hatte auch viel Kraft gekostet, so dass in den letzten Minuten keine besonderen Aktionen mehr zu erwarten waren. |
Oliver Dewes, der Trainer des SC Sand erklärte nach dem Spiel, mit dem Punkt gut leben zu können. Die Mannschaft habe den Ausfall von Havva Kuttal gut verkraftet und mit etwas Glück hätte man den einen oder anderen Konter erfolgreich abschließen können. Er sei mit dem Spiel seiner Mannschaft beim Tabellenvierten jedenfalls sehr zufrieden. Als Saisonziel gibt Dewes weiterhin an, einen Platz besser als letztes Jahr abzuschneiden, also Platz fünf anzupeilen. Der Sieg gegen Sindelfingen habe gezeigt, dass man sich vor niemanden verstecken müsse, also sei der Platz fünf zu schaffen. (Momentan ist Sand auf Platz sechs). ![]() Unentschieden ging es auch zwischen Jobina Lahr (blaues Trikot) und Simone Hogenmüller aus Auch der Frankfurter Trainer Stephan Fröhlich sah Spiel und Ergebnis entspannt. Zwei Drittel seiner jungen Mannschaft habe erst am Donnerstag ein schweres Spiel für die U20 Hessenauswahl bestritten. Die Spielerinnen seien am Freitag so erschöpft gewesen, dass an ein normales Training nicht zu denken gewesen sei. Diese Doppelbelastung ziehe sich jetzt schon einige Wochen hin, und langsam sei einfach der Akku der Spielerinnen leer. Aufgrund der Verletzungsmisere im Sturm sei dieser nicht eingespielt gewesen, dafür sei es noch gut gelaufen. Positiv sei, dass Pia Wunderlich in ihrem ersten Spiel nach ihrem Kreuzbandriss wieder gut dabei gewesen sei, auch die Leistung von Keeperin Ramona Emig hob Fröhlich positiv hervor. „Hinten hat wieder die Null gestanden!” zog der Frankfurter Trainer dann ein weiteres positives Fazit.
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