2. Bundesliga Süd, 20. SpieltagLöchgau stärker als erwartet1. FFC Frankfurt II - FV Löchgau 0:3 (0:2) | ||
Text von Tom Schlimme 12.05.2009 Der FV Löchgau ist erst zu dieser Saison in die zweite Bundesliga Süd aufgestiegen und rangiert derzeit auf dem 10. Tabellenplatz. Doch was das Team um Spielertrainerin Stefanie Schuster dann beim Tabellenfünften ablieferte, war eine richtig gute Leistung, die zeigt, dass die Mannschaft mehr drauf hat, als der Tabellenplatz widerspiegelt. Löchgau agierte konsequent mit zwei Spitzen, Jasmin Klotz und Alexa Gantner, beide schnell, technisch stark und torgefährlich. Dagegen stand bei der Heimmannschaft meistens nur Patrizia Barucha alleine vorne in erster Linie und sollte durch Spielerinnen aus dem Mittelfeld heraus unterstützt werden, was aber viel zu zurückhaltend erfolgte. Man muss allerdings auch sagen, dass das Frankfurter Nachwuchsteam derzeit ziemlich auf dem Zahnfleisch geht, wie es Trainer Stephan Fröhlich nach dem Spiel formulierte. Zu viele Abstellungen an die erste bzw. auch an die dritte Mannschaft fordern ihren Preis. ![]() Michelle Baumann wird hier von Tammy Streicher und Nicole Friedrich angegriffen. Irgendwie war Löchgau in Ballnähe meistens in Überzahl Schmerzlich vermisst wurde auch die gelbgesperrte Torjägerin Selina Dambier, die wohl noch am ehesten für Torgefahr hätte sorgen können. Doch auch gegen eine so angeschlagene Mannschaft muss man erst mal gewinnen, und wie das geht, zeigten die Gäste aus Löchgau eindrucksvoll. Ihre schärfste Waffe waren dabei steile Pässe in die Spitze, mit denen immer wieder zwei-gegen-zwei-Situationen entstanden, bei denen die Frankfurter Abwehrspielerinnen gegen die starken Klotz und Gantner oft nicht gut aussahen. Dabei sah es in der ersten Viertelstunde noch ganz gut aus für Frankfurt, Michelle Baumann kam in der fünften Minute zu einem allerdings zu schwachen Schuss, dann dann kam Julia Losert von links zu einer Flanke, Maike Trach stand zwei Meter vor dem Tor, traf den Ball aber nicht richtig. Doch schon in der achten Minute gab es nach einem steilen Pass auf die Löchgauer Spitzen die erste brenzlige Situation, die aber noch gut geklärt werden konnte. Anne Engel, der an diesem Tag ungewohnt viele Fehlpässe unterliefen, kam zu einem Fernschuss, der nur knapp über das Löchgauer Tor ging. Doch auf der anderen Seite köpfte wenig später Klotz eben so knapp vorbei, nur aus viel kürzerer Entfernung. ![]() Insgesamt fünf gelbe Karten verteilte Schiedsrichterin Angelika Söder. Hier erwischt es Löchgaus Kapitänin Nicole Friedrich. Trotzdem kann man die Partie guten Gewissens als fair bezeichnen Da deutete sich schon an, dass hier kein Team angetreten war, um auf dem Weg zurück in die Regionalliga mal eben drei Punkte als Gastgeschenk da zu lassen. In der 15. Minute, nachdem sich Gantner foulverdächtig gegen Sabrina Schneider durchgesetzt hatte, musste dann Ramona Emig im Frankfurter Tor mit einer Klasseparade den torlosen Spielstand erhalten. Aber nur eine Minute später fiel dann die zu diesem Zeitpunkt schon verdiente Löchgauer Führung, Klotz war diesmal rechts völlig allein (Losert war offensiv stark, ließ ihre Abwehrseite aber etwas schleifen), ging aufs Tor und zog aus kurzer Entfernung ab. Emig parierte wieder klasse im Stil eines Handballtorwarts, doch der Abpraller landete erst wieder bei Klotz und dann bei Gantner, die nun völlig frei ins leere Tor einschießen konnte. |
Eine typische Szene: Alexa Gantner allein vor Frankfurts Keeperin Ramona Emig. Hier wurde es mal kein Tor, aber so ähnlich entstanden alle drei Löchgauer Treffer | |
In der 20. Minute verhinderte Emig im Herauslaufen eine Riesenchance für Löchgau, als sie gegen Klotz souverän klärte. Das Führungstor passte genau in Löchgaus Spielanlage, hinten dicht stehen, steile Pässe nach vorne auf die starken Spitzen, eine echte Kontermannschaft. Immerhin kam dann Baumann noch einmal zu einer Chance, doch ihr Schuss nach Flanke von Jobina Lahr von links ging knapp am langen Eck vorbei. Dafür traf dann Klotz auf der Gegenseite den Pfosten, wieder nach einem Steilpass und nachdem sie sich gegen Leonie Pankratz durchgesetzt hatte. ![]() Mirella Junker fasst sich an den Kopf. Eben hätte sie den Ball mit genau diesem Körperteil ins Tor bugsieren können! Vor der Pause fiel dann auch noch das 0:2, wie sollte es anders sein nach einem Steilpass in die Spitze, die Frankfurter Abwehrspielerinnen spekulierten auf Abseits, das aber wahrscheinlich durch Katharina Kiel ganz rechts aufgehoben war, Klotz ging in der Mitte durch und erzielte das zweite Löchgauer Tor. In der zweiten Hälfte agierte Frankfurt zwar personell noch mehr geschwächt, Innenverteidigerin Pankratz mußte verletzt ausgewechselt werden und Engel rückte auf ihre Position, aber doch mit etwas mehr Druck nach vorne. Nach einer schönen Kombination kam Barucha zum Schuss, doch Löchgaus Keeperin Tanja Arnold reagierte eben so gut wie ihr Pendant auf der anderen Seite vorher. Dann ging ein Kopfball von Trach vorbei und Losert scheiterte an der herausgelaufenen Arnold. ![]() Patrizia Barucha (rechts), hier gegen Tammy Streicher, war als eizige Spitze heute auf verlorenem Posten Mitten in diese gute Frankfurter Phase fiel dann das entscheidende dritte Löchgauer Tor, wieder nach einem Steilpass, wieder setzte sich Klotz, diesmal gegen Engel, durch, und das Spiel war entschieden. Dass Frankfurt nicht einmal der Ehrentreffer gelang, lag vor allem daran, dass nicht entschieden genug nachgerückt wurde, wenn vorne einmal eine Spielerin durch war. Symptomatisch war eine Szene in der 76. Minute, als Barucha vorne den Ball eroberte, sich rechts an der Torauslinie durchsetzen konnte, doch dann war der Strafraum voller schwarzer Löchgauer Trikots, nur eine einzige Frankfurter Spielerin gut abgeschirmt in Reichweite. |
Auf meine Frage, woran es gelegen habe, erklärte Frankfurts Trainer Stephan Fröhlich: „Wir haben in der ersten Halbzeit schlecht Fußball gespielt, ganz einfach. In der zweiten Halbzeit lief es dann besser, wir hatten auch viel Ballbesitz, aber das ist beim Fußball nicht immer das entscheidende. Ich freue mich, dass Maren Heller nach ihrer langen Verletzungspause das erste Mal dabei war, ansonsten war selbst die Ersatzbank heute fast leer, uns fehlen zu viele Spielerinnen.
Löchgaus Co-Trainerin Julia Schroff zeigte sich stolz auf ihr Team, das die ganze Partie über dominiert und kaum gegnerische Chancen zugelassen habe. „Wir haben viele Punkte unnötig verloren, wir gehören nicht auf diesen Tabellenplatz!” meinte Schroff und gab einen zuversichtlichen Ausblick auf die letzten beiden Spiele der Saison: Löchgau will gegen Wacker München und den SC Sand noch zwei Siege holen und sich damit noch vom 10. Tabellenplatz, der ja zur Relegation mit dem Tabellenzehnten der 2. Bundesliga Nord zwingt, nach oben entfernen. ![]() Jasmin Klotz hatte gut lachen: zwei Tore schoss sie selbst, eines bereitete sie vor
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