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2. Bundesliga Süd, 7. Spieltag

Frankfurter Nachwuchs behauptet sich

1. FFC Frankfurt II - Bayer 04 Leverkusen 1:1 (0:0)

Text und Bilder von Tom Schlimme

29.10.2008   Bedingt durch eigene Ausfälle und die Verletztenmisere der ersten Mannschaft, die das Hochrücken wichtiger Spielerinnen erfordert hatte, blieben für die zweite des 1. FFC Frankfurt an diesem Spieltag kaum noch Spielerinnen übrig. In der Anfangsformation standen so zwei 16-jährige, vier 17-jährige und eine 18-jährige. Angesichts der gestandenen Mannschaft von Bayer Leverkusen, die letzte Saison noch für den TuS Köln rrh. das Halbfinale des DFB-Pokals erreicht hatte, keine leichte Aufgabe.

Allerdings brauchten die Gäste aus Leverkusen, die offensichtlich mit viel Respekt zum Tabellenzweiten nach Frankfurt gereist waren, eine Weile, um zu realisieren, dass an diesem Tage im Stadion am Brentanobad ein Dreier einzupacken und nach Hause mitzunehmen war. Leverkusen begann vorsichtig, mit einer gut gestaffelten Abwehr und setzte den Schwerpunkt erst einmal auf die Defensive. Ebenso die Frankfurterinnen, die mit ihrer jungen „Notelf” auch keine unnötigen Risiken eingehen wollten.

Rosalie Sirna und Theresa Tüllmann

Auf beiden Seiten dominierten die Abwehrspielerinnen. Hier gewinnt Theresa Tüllmann (links) das Kopfballduell gegen Rosalie Sirna

So neutralisierten sich beide Teams eine gute Viertelstunde gegenseitig im Mittelfeld, Torszenen blieben hüben wie drüben aus. In der 17. Minute kam dann Patrizia Barucha für Frankfurt nach einem Eckstoß erstmal zum Torschuss, zielte jedoch nicht genau genug. Drei Minuten später konnte Leverkusens Innenverteidigerin Theresa Tüllmann einen gefährlichen Schuss von Jobina Lahr noch zur Ecke abblocken, diese führte zu einem Kopfball von Meike Trach, der aber knapp neben den Pfosten ging. Doch auch Leverkusen kam jetzt gefährlicher nach vorne, in der 25. Minute mußte Frankfurts Keeperin Alisa Vetterlein vor der durchgebrochenen Susanne Beer retten.

Insgesamt blieben Torszenen aber Mangelware. Jasmin Herbert schoss ein Zuspiel von Lahr per Direktabnahme hoch in die Wolken, die beste Chance der ersten Halbzeit vergab aber auf der anderen Seite Maren Henseler, die angespielt von Beer den Ball aus kurzer Entfernung mit dem Kopf knapp neben das Tor setzte. Vanessa Wurth kam nach einem Eckstoß für Leverkusen auch noch einmal zum Schuss, zielte auch gut auf das lange Eck des Frankfurter Tores, doch der Ball wurde gerade noch abgefälscht, so dass mehr als ein weiterer Eckstoß nicht heraussprang. So ging es torlos in die Kabinen nach ordentlichem Auftritt beider Defensivabteilungen und mäßigen Angriffsversuchen.

Susanne Beer und Jasmin Herbert

Beide vergaben ihre Torchancen: Susanne Beer (links) wurde noch von Keeperin Vetterlein geblockt, Jasmin Herbert (rechts) traf mit einer Direktabnahme nur die Wolken

Dafür fiel das erste Tor dann recht bald nach der Pause. In der 51. Minute nutzte Leverkusen einen Frankfurter Ballverlust im Angriff zu einem schnellen Konter. Ein weiter Ball landete bei Audrey Knopp auf der rechten Angriffsseite, diese leitete platziert in die Mitte zu Henseler weiter, Innenverteidigerin Sabrina Schneider stand einen Tick zu weit weg, und Henseler köpfte derart platziert ins Eck, dass Keeperin Vetterlein machtlos war.


Tor durch Maren Henseler

Das war die Führung für Leverkusen: Maren Henseler (rotes Trikot) köpft den von rechts hereingekommenen Ball platziert ins lange Eck. Keeperin Alisa Vetterlein und Verteidigerin Sabrina Schneider (ganz rechts) konnten den Treffer nicht mehr verhindern, Julia Losert mit der 14 kann nur noch zuschauen.

Bild: Bildautor

Im direkten Gegenzug hätte Rosalie Sirna ausgleichen können, als sie allein mit dem Ball die herausgelaufene Leverkusener Keeperin Ina Quast umspielte, aber eine dazwischengelaufenen Abwehrspielerin konnte den Ball noch abfangen. Trainer Stephan Fröhlich hatte zwischenzeitlich mit Katharina Kiel für Lahr eine weitere 16-jährige auf den Platz gebracht, und damit einmal mehr ein glückliches Händchen bewiesen. Nur drei Minuten nach ihrer Einwechslung konnte Kiel nach Zuspiel von Julia Salokat bereits den jetzt doch ziemlich glücklichen Ausgleich markieren.

Katharina Kiel

Die 16-jährige Katharina Kiel brachte Frankfurt wieder heran

Glücklich deshalb, weil Leverkusen eigentlich sicher im Sattel saß und sich die Führung nicht aus der Hand hätte nehmen lassen brauchen. Entsprechend wütend wurden nun die Leverkuser Angriffe vorgetragen, doch ein Schuss von Henseler in der 67. Minute traf nur die Latte des Frankfurter Tores. Allerdings hatte der Großteil der 155 Zuschauer Henseler im Abseits gesehen, nicht jedoch das Schiedsrichterteam. Überhaupt, die Schiris... während etliche Situationen (Ball im Aus, Fouls, Abseits) nicht richtig gedeutet wurden, konzentrierte sich Linienrichter Patrick Hofmann vor allem darauf, die Leverkuser Trainerin Doreen Meier am Coachen zu hindern. Meier stand ihm, zwar innerhalb der Coaching Zone, aber in seinen Augen trotzdem zu weit vorne, zu oft in der Nähe des Platzes, und darauf verschwendete der junge Linienrichter dann den größten Teil seiner Aufmerksamkeit, und das auch noch in einer arroganten Art, wie ich sie bisher beim Frauenfußball noch nie erlebt habe. „Geh´n Sie zurück auf die Bank, junge Frau!” kommandierte der selber noch fast milchbärtige Hofmann die gestandene Trainerin.

Es ist schon sehr berechtigt, dass der DFB in der Regel Frauen die Spiele der Frauen-Bundesligen schiedsrichtern lässt!
Doch zum Glück war keiner von Hofmanns Fehlern spielentscheidend. Dieses Spiel endete dann auch mit dem 1:1, weil Leverkusen bis zum Schluss aus einer klar vorhandenen Feldüberlegenheit keine großen Gelegenheiten mehr herausspielen konnte.

Audrey Knopp und Jeanette Seitz

Jeanette Seitz (links) im Zweikampf mit Audrey Knopp, die die Vorlage zum 1:0 sehr präzise hereingegeben hatte


Stimmen zum Spiel:
Doreen Meier sah dann das Ergebnis auch als Punktverlust. Ihre Mannschaft sei klar spielbestimmend gewesen, sei viel häufiger im Ballbesitz gewesen. Doch die Konsequenz nach vorne habe gefehlt, das letzte Zuspiel sei oft nicht angekommen. Mit der Spielanlage sei sie sehr zufrieden gewesen, die Defensive habe sehr gut gestanden, doch das Ergebnis sei einfach enttäuschend. „Der Lattenball muss rein” haderte Meier mit dem Pech, „das wäre der Genickschuss gewesen” Doch insgesamt sah sich Meier mit ihrem Team auf einem guten Weg.

Spiegelbildlich zu dieser Einschätzung war Frankfurts Trainer Stephan Fröhlich mit dem Punkt hoch zufrieden angesichts einer Mannschaft, die man bald als U18 hätte bezeichnen können. Dazu hätten auch noch etliche Spielerinnen aufgrund der Not auf ihnen völlig neuen Positionen spielen müssen, so Laura Torchalla in der Innenverteidigung und Rosalie Sirna in der Spitze. Die Moral seiner Mannschaft könne er gar nicht hoch genug loben.

Fazit:
Mit Leverkusen wird weiter zu rechnen sein, wenn es um die Frage des Aufstiegs geht, auch wenn es dieses Jahr wohl eher noch nicht reichen wird. Das Frankfurter Nachwuchsteam hat aber auch sehr jung aufgestellt eine derart solide Leistung hingelegt, dass einem auch hier nicht vor der Zukunft bange sein muss. Natürlich wäre eine Niederlage schon im nächsten Spiel in Duisburg angesichts der vielen Ausfälle keine Überraschung, doch letztlich geht es ja vor allem darum, junge Spielerinnen vorwärts zu bringen, und auf diesem Weg kommt man in Frankfurt derzeit enorm vorwärts!

Laura Torchalla und Maren Henseler

Laura Torchalla (links), hier im Zweikampf mit der Torschützin Maren Henseler, spielte erstmals in der Innenverteidigung



1. FFC Frankfurt II:
Vetterlein - Seitz, Torchalla, Schneider, Losert - Salokat, Herbert (73. Junker), Lahr (61. Kiel), Trach (56. Dambier) - Barucha, Sirna

Bayer 04 Leverkusen:
Quast - Wurth, Tüllmann, Baudzus, Kramer (76. Fehrenbach) - Knopp, Steinbach (58. Dünker), Stein, Braun - Beer (76. Krumbholz), Henseler

Tore:
0:1 Henseler (51.)
1:1 Kiel (65.)

Gelbe Karte: Salokat

Schiedsrichterin: Sandy Kuchmann (Hachelbich) mit Patrick Hofmann und Susann Gaspar

Zuschauer: 750


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