2. Bundesliga Süd, 2. SpieltagFFC Frankfurt II behauptet Tabellenführung1. FFC Frankfurt II - FSV Jägersburg 5:0 (1:0) | ||
Text und Bilder von Tom Schlimme 16.09.2008 So feldüberlegen, wie das Ergebnis ausdrückt, war das Nachwuchsteam des 1. FFC Frankfurt gar nicht, doch was die Chancenverteilung angeht, hätte es auch 10:1 für Frankfurt ausgehen können, so unterschiedlich präsentierten sich beide Teams in Strafraumnähe. Es fällt mir schwer, dieses Spiel zu analysieren und zu erklären, wo diese krassen Unterschiede in der Effektivität her kamen, und auch die Erklärungen der Trainer hinterher halfen mir da nicht viel. Scheinbar ausgeglichen wogte das Spiel im Mittelfeld hin und her - und dann ging es plötzlich wie mit dem heißen Messer durch warme Butter, aber immer nur in eine Richtung, in Richtung des Strafraums des FSV Jägersburg, wo sich die Frankfurter Spielerinnen Großchancen herausspielten, die für drei Spiele reichen könnten.
![]() Vielleicht die entscheidende Szene des Spiels: Sarah Schatton spielt sich trotz ausreichender Anzahl an Abwehrspielerinnen in den Strafraum und schießt so fest und platziert, dass Keeperin Judith Jakob keine Chance hat. 1:0 für Frankfurt. Frankfurts Trainer Stephan Fröhlich, vom Co- zum Cheftrainer aufgestiegen, hat einiges umgestellt, und der Sinn dieser Umstellungen erschließt sich schnell. Sarah Schatton (laut Fröhlich „in der Abwehr verschenkt”) spielt im zentralen Mittelfeld eine herausragende Rolle. Torgefährlich (5 Treffer in 2 Spielen!) und mit genialen Pässen in die Spitze, dazu noch zweikampfstark, wo ihr die Erfahrung aus ihrer Zeit in der Innenverteidigung sicher zugute kommt. Auch Anne Engel wurde ins Mittelfeld geholt, auch sie war immer schon eine der besten im Team und kann weiter vorne ihre Stärken besser zur Geltung bringen. Dazu kam gegen Jägersburg noch Melanie Kantor, die inzwischen in den Kader der ersten Mannschaft aufgestiegen ist, und sich ebenfalls in sehr guter Form befindet. Allerdings war es dann auch gut, mit Christina Zerbe, ebenfalls dem Kader der ersten angehörend, eine hochkarätige Innenverteidigerin mit viel Erstligaerfahrung aufbieten zu können. Dabei war das Durchschnittsalter beim FFC trotzdem immer noch sehr niedrig, mit der 16-jährigen Julia Losert (linke Abwehrseite), der gerade erst 17-jährigen Meike Trach (linkes Mittelfeld) feierten zwei Youngsters ihr Heim-Debüt in der 2. Bundesliga. Aber die Mischung zwischen starken erfahreneren Spielerinnen und den ganz jungen stimmte zumindest in diesem Spiel perfekt. Als ich dann noch sah, dass U23-Nationaltorhüterin Alisa Vetterlein bei Frankfurt zwischen den Pfosten stand, tat mir Jägersburg fast schon leid. ![]() Jägersburgs Meike Dinger (rechts), hier gegen die später eingewechselte Julia Salokat, ging angeschlagen ins Spiel Auf Jägersburger Seite gingen mit Michaela Hemmer und Meike Dinger zwei wichtige Spielerinnen angeschlagen in die Partie. Der Aufsteiger legte sehr engagiert los und präsentierte sich im Mittelfeld scheinbar ebenbürtig. Aber nur scheinbar, die tödlichen Pässe gingen halt nur in die eine Richtung los. So wurde Frankfurts Spitze Selina Dambier schon in der dritten Minute steil angespielt, Jägersburgs Keeperin Judith Jakob kam ihr entgegen, Dambier schoss etwas über Kopfhöhe, wollte Jakob womöglich überlupfen, doch die holte sich mit einer Klasseleistung das Leder, obwohl sie nur ca. 2 Meter von Dambier trennten und der Schuss recht hart war. Es dauerte trotzdem nur bis zur 7. Minute, ehe Schatton das 1:0 markierte. Eigentlich hatte Schatton |
Da hätte Alisa Vetterlein im Frankfurter Tor aber auch rein gar nichts halten können. Der Freistoß von Meike Dinger knallte an die Latte, dass es nur so krachte | |
an der Strafraumgrenze drei Gegenspielerinnen vor sich, doch die ließ sie einfach aussteigen und schoss dann auch noch mit Wucht und platziert, so dass Jakob nicht den Hauch einer Chance hatte. Es folgte eine gute Chance für Dambier in der 16. Minute nach Steilpass von Schatton, doch Dambier verfehlte das Tor knapp. Jägersburgs Fleiß wurde durch einen Freistoß belohnt, den die starke Lena Zimmermann gegen Engel nahe der Strafraumgrenze herausgeholt hatte. Doch Dinger traf mit ihrem schönen Schuss nur die Latte.
Kristina Brenner erzielte drei Tore in 21 Minuten. Oben ihr Kopfball zum 3:0, in der Mitte ihr Treffer zum 5:0, unten das Abklatschen mit Patrizia Barucha nach Brenners 4:0. Gleich danach aber wieder so ein Traumpass von Schatton, diesmal auf Patrizia Barucha, die die herauseilende Jakob zwar überlupfen konnte, doch der Ball kullerte neben das Tor. Dann spielte sich Schatton wieder selber an zwei Gegenspielerinnen vorbei, schöner Schuss aus der Drehung, doch Jakob hielt souverän. Für Jägersburg kam Kristina Schwarz zu einem gefährlichen Schuss von links, der aber auch nichts brachte. Jägersburgs Innenverteidigerin Monika Vogelgesang klärte klasse gegen Dambier, damit sind die Höhepunkte der ersten Hälfte aufgezählt. Die zweite begann dann fast mit dem 2:0. Erst drei Minuten waren wieder gespielt, da setzte Dambier von links Schatton in Szene, die mit starkem Linksschuss den zweiten Frankfurter Treffer erzielte. „Zu hoch jetzt” habe ich auf meinem Zettel notiert. Aber auf meinen Bilder sehe ich, dass Schatton gute drei Meter rundum keine Gegenspielerin um sich hatte. So frei im Strafraum darf man eine so starke Spielerin nicht lassen! Und die Frankfurterinnen verdienten sich den hohen Sieg im folgenden. Nur zwei Minuten nach dem Tor wieder so ein starker Pass von Schatton auf Barucha, doch die sollte heute kein Glück haben, ihr Schuss ging knapp am langen Eck vorbei. Auf der Gegenseite traf Schwarz im Strafraum den Ball nicht richtig, sonst hätte es auch dort mal klingeln können. Das war es dann aber auch mit Jägersburger Chancen, insgesamt habe ich drei auf meinem Zettel. Um alle Frankfurter Chancen aufzuzählen, reicht der Platz nicht. Kantor spielte in der 63. auf links zwei Gegenspielerinnen schwindelig, doch Dambier köpfte frei vor dem Tor vorbei. Dann wieder Schatton knapp vorbei, Barucha aus 10m den Ball nicht voll erwischt, so dass er nur zur Torfrau kullerte, jetzt wurde es langsam fahrlässig, wie die Frankfurterinnen mit ihren Chancen umgingen. Jägersburg spielte immer noch mutig mit, vielleicht |
zu mutig, denn hinten kam es oft zu zwei gegen zwei Situationen, die gegen die starken Frankfurter Stürmerinnen nicht gut gehen konnten.
Jägersburgs Trainerin Patrizia Brocker sah nach dem Spiel ihre größte Aufgabe darin, ihr Team für den kommenden Sonntag wieder aufzubauen, wo mit dem FCR Duisburg die nächste starke Zweitvertretung eines Erstligisten wartet. Ihre Spielerinnen seien durch den frühen Rückstand geschockt gewesen, hätten sich dann langsam gefangen, um durch neue Fehler den nächsten Treffer einzufangen. Frankfurt habe die Räume enger gemacht, insgesamt cleverer gespielt und verdient gewonnen. Frankfurts Trainer Stephan Fröhlich machte seiner Mannschaft ein Kompliment für eine gute Leistung. Aus sicherer Deckung heraus habe man gut nach vorne gespielt.
![]() Irgendwas fanden wohl beide lustig bei diesem Zweikampf: Sabrina Schneider (links) uns Lena Zimmermann
1. FFC Frankfurt II:
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