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2. Bundesliga Süd, Nachholspiel

Frankfurt II für Hagsfeld Nummer zu groß

1. FFC Frankfurt II - ASV Hagsfeld 2:0 (2:0)

Text und Bilder von Tom Schlimme

08.03.2009   Der ASV Hagsfeld war mit drei Siegen in Folge im Rücken an den Main gereist, doch das Nachwuchsteam des 1. FFC Frankfurt erwies sich heute technisch und spielerisch so deutlich überlegen, dass bei normaler Chancenauswertung sogar ein höheres Ergebnis als 2:0 nicht unverdient gewesen wäre. Doch in den Schlussminuten vergaben die jungen Frankfurterinnen etliche Großchancen, was jedoch die Freude über den klaren Erfolg nicht zu sehr trüben sollte.

Letzte Woche hatten die Gäste aus Hagsfeld noch richtig gut gespielt und gegen dasselbe Team aus Sand 3:1 gewonnen, das vorher Spitzenreiter Sindelfingen mit 3:0 die erste Saisonniederlage beigebracht hatte. Heute machten sie ein vor allem in der ersten Halbzeit ein richtig schlechtes Spiel und verloren 2:0. So ist Fußball, es gibt Tage da läuft es, und es gibt Tage, da gelingt gar nichts. Allerdings waren die Hausherrinnen vom FFC II auch von Anfang an prächtig dabei und ließen ihren Gegnerinnen fast keine Möglichkeiten zur Entfaltung.

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Irgendwiel sah es meistens so aus: Die Frankfurterinnen Jasmin Herbert (vorne) und Kristina Brenner setzen sich durch, Hagsfelds Spielerinnen, in diesem Fall Corinna Beuthner am Boden und Klara Junker, ziehen den Kürzeren

Auffällig waren die vielen Balleroberungen durch Frankfurter Spielerinnen. Bei Hagsfeld gelang kaum einmal eine Kombination über drei Stationen, fast immer war der Ball schon bei der zweiten Station wieder weg, während er auf der Frankfurter Seite ziemlich glatt durch die Reihen lief. Nach solch einer Balleroberung spielte Christina Zerbe schnell einen Steilpass nach vorne, Selina Dambier nahm den Ball an, drehte sich um Corinna Beuthner herum und traf unten ins kurze Eck, wobei Keeperin Stefanie Schäfer auch nicht besonders gut aussah. In der neunten Minute war Dambier nach Klassezuspiel von Kristina Brenner schon wieder gefährlich im Strafraum, doch Hagsfelds Kapitänin Sarah Kniel konnte in höchster Not noch dazwischengehen.

Doch schon in der nächsten, also zehnten Minute kam Melanie Kantor zu einem Schuss von der Strafraumgrenze, hart, platziert, und es stand 2:0. Wenig später kam es zu einem Zusammenprall von Selina Dambier mit Keeperin Schäfer - Schiedsrichterin Julia Heuschkel entschied mit Recht auf Foul von Dambier - der dazu führte, dass Dambier verletzt ausscheiden mußte. Erst im Krankenhaus wird geklärt werden können, ob im Knie etwas ernsthafteres passiert ist. Ich wünsche Selina Dambier von dieser Stelle eine schnelle Genesung!

Zusammenprall Selina Dambier - Stefanie Schäfer Zusammenprall Selina Dambier - Stefanie Schäfer

Selina Dambier und Keeperin Stefanie Schäfer richteten beide den Blick auf den Ball (Bild oben) und rasselten ineinander. Dambier mußte daraufhin verletzt ausgewechselt werden

Nach einer kurzen Schockphase fand das Team des FFC aber wieder zurück zu der drückenden Überlegenheit der Anfangsminuten. Hagsfelds Spielerinnen machten praktisch keinen Stich. Vorne versuchten Claudia Weigand, Stefanie Schielenski und auch Carolin Rauth auf der rechten sowie Sabrina Dirks auf der linken Seite die Frankfurter Spielerinnen schon in der Abwehr anzugreifen, doch diese ließen sich nicht nervös machen, sondern spielten sich souverän immer wieder durch, so dass eine Angriffswelle nach der anderen auf das Hagsfelder Tor rollte, während umgekehrt jeder Ansatz von Spielgestaltung auf Hagsfelder Seite von den Frankfurter Spielerinnen sofort unterbunden wurde.


Maike Trach gegen Stefanie Schäfer

Eine typische Szene für die Schlussphase dieses Spiels: eine Frankfurter Spielerin, hier ist es Maike Trach, geht allein auf Hagsfelds Keeperin Stefanie Schäfer zu. Keine dieser Gelegenheiten wurde genutzt, was aber letztlich am verdienten Frankfurter Sieg nichts änderte

Gegen Ende der ersten Halbzeit hatte die für Dambier eingewechselte Patrizia Barucha dann noch zwei Möglichkeiten, das Ergebnis auszubauen, doch einmal wurde sie von Beuthner gefoult, dann wehrte Schäfer ihren Schuss ab. Kurz vor dem Pausenpfiff legte Barucha dann schön für Jasmin Herbert ab, doch auch deren Schuss wurde von Schäfer noch über die Latte gelenkt.

Nach der Pause begannen die Hagsfelderinnen dann stärker und drückten auf das Frankfurter Tor. Schon in der 46. Minute schoss Rauth über den Kasten, erster Torschuss der Gäste bis dahin. Kurz nach diesem Warnschuss mußte Frankfurts U20-Nationalkeeperin Alisa Vetterlein dann in einer Klassereaktion gegen Schielenski parieren, die nach einem Steilpass plötzlich durch war. Diese Szene hätte das Spiel kippen können, meinte Hagsfelds Trainer Martin Bieser hinterher und könnte damit richtig liegen, wenn man Frankfurts schwache Chancenverwertung, zu der ich später komme, in Rechnung stellt und unterstellt, dass Hagsfeld nach einem Anschlusstor aufgedreht hätte, während Frankfurt nervös geworden wäre. Doch dafür hat man ja eine gute Torhüterin, damit so etwas nicht passiert...

Patrizia Barucha gegen Stefanie Schäfer

Hier ist es Patrizia Barucha, die an Stefanie Schäfer scheitert

Nur wenige Minuten später parierte auch Hagsfelds Keeperin gegen Barucha im Herauslaufen, und überhaupt fand das Frankfurter Team ins Spiel zurück, das sich wieder in Richtung Hagsfelder Tor verlagerte, wenn auch nicht mehr so einseitig wie in der ersten Halbzeit. In der 57. Minute nahm Herbert einen hohen Ball artistisch aus der Luft, aber zu ungenau, kein Problem für Keeperin Schäfer. Dann in der 62. kullerte die Kugel getreten von Barucha an den Pfosten. In der 66. ging dann Brenner mit Ball allein aufs Tor, doch ihr Abschluss allein gegen Schäfer war zu schwach, um erfolgreich zu sein. Hagsfeld machte jetzt etwas auf, was den Frankfurterinnen das Stürmen erleichterte.

Kristina Brenner gegen Stefanie Schäfer

Auch Kristina Brenner konnte Stefanie Schäfer nicht überwinden

Ein Freistoß für Hagsfeld in aussichtsreicher Position an der Strafraumgrenze, der aber nicht wirklich gefährlich wurde, war aber letztlich schon der Gipfel der Hagsfelder Angriffserfolge. Auf der anderen Seite machten sich aber die Frankfurter Stürmerinnen selber das Leben schwer. In der 74. Minute dribbelte Brenner solange am Strafraum in guter Position hin und her, bis sie von vier Gegenspielerinnen umzingelt war. In der 78. Minute scheiterte Herbert aus spitzem Winkel an Schäfer, in der 79. dann die nächste Großchance für Brenner, doch ihr Schuss gerät zu schwach und unplatziert und wird zur leichten Beute für Schäfer.

Auf der Gegenseite sprang Schielenski in der 84. ein Zuspiel von Claudia Weigand weg, das hätte noch einmal eine Möglichkeit für Hagsfeld werden können. In der 87. Minute war es dann Barucha, die allein auf das Tor zuging, Schäfer blieb stehen, parierte den Schuss aber trotzdem, und der Nachschuss von Herbert ging dann über die Latte. Eine Minute später versuchte es Maike Trach, die ebenfalls allein mit dem Ball vor Schäfer auftauchte, (großes Bild), doch auch ihr gelang es nicht, das Runde ins Eckige zu bringen. Barucha vergab dann ganz zum Schluss noch eine gute Gelegenheit, und so


bleibt die Chancenauswertung das einzige, was es an einem guten Frankfurter Spiel zu bemängeln gibt.

Melanie Kantor und Anja Giraud

Melanie Kantor (rechts), hier im Zweikampf mit Anja Giraud, erzielte das 2:0 mit einem sehenswerten Schuss von der Strafraumgrenze

Hagsfelds Trainer Martin Bieser bezeichnete den Frankfurter Sieg dann auch als hochverdient. In der ersten Halbzeit habe sein Team kaum einen Zweikampf gewonnen, sei nicht präsent und zu Beginn auch noch unkonzentriert gewesen, was zu den Gegentoren geführt habe. Gegen Ende habe man dann alles versucht und hinten aufgemacht, so hätten sich dann die Frankfurter Möglichkeiten kurz vor Schluss ergeben. In der zweiten Halbzeit habe sein Team aber besser ins Spiel gefunden, und hätte Schielenski in der Anfangsphase der zweiten Hälfte sich gegen Vetterlein durchsetzen können, wäre vielleicht noch etwas drin gewesen.

Frankfurts Trainer Stephan Fröhlich konstatierte hochzufrieden, dass seine Elf schon wieder zu Null gespielt habe. Die drei Spielerinnen „von oben” Zerbe, Kantor und Brenner, seien von der Stammelf prima aufgenommen worden, hätten sich gut ins Spiel integriert und eine gute Leistung gebracht. Aber sein ganzes Team habe hervorragend gespielt, besser als in der ersten Halbzeit könne man einen Gegner nicht dominieren.

Christina Zerbe und Sabrina Dirks

Christina Zerbe (vorne), hier gegen Sabrina Dirks, machte ein gutes Spiel und gab den öffnenden Pass zum 1:0



1. FFC Frankfurt II:
Vetterlein - Zerbe, Pankratz, Schneider, Losert (76. Seitz) - Engel, Trach, Herbert, Kantor, Brenner (81. Baumann), Dambier (19. Barucha)

ASV Hagsfeld:
Schäfer - Junker (81. Margrander), Beuthner, Kniel, Greilich - Rauth (65. Seiler), M. Weigand, Giraud (76. Schuster), Dirks, C. Weigand, Schielenski

Tore:
1:0 Dambier (6.)
2:0 Kantor (10.)

Gelbe Karten: Zerbe / Kniel, Beuthner

Schiedsrichterin: Julia Heuschkel (Zeulenroda)

Zuschauer: 85


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