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2. Bundesliga Süd, 12. Spieltag

Klare Sache

1. FFC Frankfurt II - SV Dirmingen 3:0 (2:0)

Text und Bilder von Tom Schlimme

22.02.2009   Für den Tabellenletzten aus Dirmingen gab es bei der zweiten Mannschaft des 1. FFC Frankfurt nichts zu holen. Dabei waren die äußeren Bedingungen für ein kampfstarkes Team im Abstiegskampf nicht schlecht, denn der Platz war rutschig und holprig, so dass die Frankfurterinnen ihrer technischen Pluspunkte zumindest teilweise beraubt waren. Doch auch unter diesen Umständen zeigte sich die U23 des FFC überlegen und dominierte das Spiel deutlich.

Dirmingen begann forsch, die beiden Spitzen Ramona Weyrich und Susanne Fuchs griffen die ballführenden Frankfurter Abwehrspielerinnen schon in der Nähe des Frankfurt Strafraums an, auch das Dirminger Mittelfeld störte früh, so dass der Frankfurter Spielaufbau vor allem in der ersten Halbzeit nicht recht in die Gänge kommen wollte. Doch mit guten Einzelleistungen setzten sich die Frankfurter Spielerinnen dann doch immer wieder durch und sorgten für Gefahr vor dem Tor der Gäste. Ein Steilpass von Michelle Baumann auf Maike Trach, die auf dem rechten Flügel Platz vor sich sah und gehen konnte, brachte die erste Torchance. Trach passte in die Mitte zur ganz vorne aufgebotenen Selina Dambier, doch deren Schuss ging knapp über das Tor.

Leonie Pankratz, Ramona Weyrich, Jasmin Herbert

Leonie Pankratz (rechts) hatte ihre neue Position in der Innenverteidigung des FFC II fest im Griff. Hier schirmt sie gemeinsam mit Jasmin Herbert Dirmingens Stürmerin Ramona Weyrich ab

Wenig später mußte Frankfurts Keeperin Alisa Vetterlein eine hohe Flanke vor dem Kopf von Dirmingens Tanja Schwenk aus der Luft pflücken, was die U20-Nationaltorhüterin allerdings ebenso souverän erledigte wie noch 2-3 hohe Bälle danach. Ansonsten gab es für Vetterlein nichts schwieriges zu halten, in der zweiten Halbzeit blieb sie dann praktisch beschäftigungslos. Nachdem A-Nationaltorhüterin Nadine Angerer in der Winterpause aus Schweden zur ersten Mannschaft des FFC gekommen ist, wird Vetterlein, um Spielpraxis zu sammeln, nun fest, auch in den Auswärtsspielen, im Tor des FFC II stehen, während die bisherige Nummer eins, Stephanie Ullrich, als Ersatztorhüterin der ersten Mannschaft fungieren wird.

Die besseren Chancen gab es aber auch schon in der ersten Hälfte vor dem Dirminger Tor. Die sehr agile Dambier wurde in der neunten Minute durch Julia Schwinn gerade noch abgeblockt, schoss in der 13. Minute aus der Drehung volley über das Tor, dann in der 16. auf das kurze Eck, doch Keeperin Angelina Barth stand richtig und hatte keine Probleme mit diesem Schuss. In der Mitte der ersten Halbzeit hatten die Gäste aus Dirmingen dann ihre beste Phase, kamen zu einer Gelegenheit durch Julia Di Grazia, deren Kopfball nach Freistoßhereingabe jedoch knapp vorbei ging. Wenig später war es dann aber auf der Gegenseite wieder Dambier, die einen schwer zu nehmenden Ball nicht voll traf, so dass aus dem Schuss nur ein Kullerball wurde. Frankfurt erspielte sich jetzt mehrere Eckbälle in Folge, die aber außer einem Fernschuss über das Tor durch Anne Engel nichts einbrachten.

Anne Engel, Tanja Schwenk, Janine Ecker

Anne Engel (rechts) spielte wie gewohnt sowohl nach vorne als auch in der Defensive stark. Von ihr kam der Pass zum 2:0, das dritte Tor erzielte sie selbst. Mit der 22 Dirmingens Tanja Schwenk, im Hintergrund Janine Ecker

Dambier war es dann schließlich, die in der 37. Minute einer Gegenspielerin den Ball abnahm, man kann auch sagen, die Dirmingerin vertändelte leichtsinnig vor dem eigenen Strafraum, und eiskalt an Keeperin Barth vorbei den Führungstreffer erzielte. Zwei Minuten später mußte dann Barbara Holz einen Kopfball von Dambier mit letztem


Selina Dambier, Jobina Lahr, Claudia Fetzer

Selina Dambier, hier am Ball, wurde von Trainer Stephan Fröhlich für ihr mannschaftsdienliches Spiel gelobt. Dambier war an den meisten Frankfurter Chancen beteiligt, ihr gelang der wichtige Führungstreffer. In dieser Szene wird sie links von Jobina Lahr begleitet und rechts von Claudia Fetzer verfolgt

Einsatz zur Ecke abwehren, die eine weitere Kopfballchance für Trach brachte, doch auch dieser Ball ging knapp am Winkel vorbei. Doch kurz vor dem Pausenpfiff bekam Trach ihre zweite Kopfballchance, nach schönem Zuspiel durch Engel steil und halbhoch in den Strafraum erzielte sie per Flugkopfball das 2:0.

In der zweiten Halbzeit wurde die Partie dann noch einseitiger. Nach Zuspiel von Dambier kam Trach zur nächsten guten Gelegenheit, doch ihre Volleyabnahme ging knapp am rechten oberen Winkel des Dirminger Tores vorbei. Genau in diesen Winkel traf dann aber Anne Engel mit einem Distanzschuss 58. Minute. Damit war das Spiel natürlich endgültig entschieden. Die junge Mannschaft des FFC spielte munter weiter, von Dirmingen kam nach vorne gar nichts mehr. Wieder ein schöner Pass von Engel, Dambier legte auf für Jobina Lahr, doch deren Schuss strich in der 66. Minute knapp am langen Eck vorbei.

Flugkopfballtor Flugkopfballtor Flugkopfballtor

Der Flugkopfball von Maike Trach zum 2:0

Unter großem Beifall wurde dann Michelle Baumann ausgewechselt, die erstmals seit ihrer langen Verletzungspause (Beinbruch) wieder in einem Pflichtspiel auf dem Rasen gestanden hatte. Baumann ließ ihrer guten Leistung im Winter in der Halle heute ein gutes Spiel auf dem schwierigen Boden folgen, hat aber noch nicht die Kraft für 90 Minuten. In der 79. Minute konnte sich Lahr auf links gegen mehrere Gegenspielerinnen durchsetzen, verfehlte aber erneut das Ziel. Als dann in der 90. Minute Trach nach Zuspiel von Dambier die letzte Chance des Spiels verpasste, war das 3:0 besiegelt. Ein auch in dieser Höhe absolut verdienter Erfolg für das Frankfurter Team. Dirmingen zeigte hohe Laufbereitschaft, bewundernswert zum Beispiel, wie die beiden Stürmerinnen Weyrich und Fuchs lange Zeit der Partie von einer Abwehrspielerin zur anderen flitzten, um diese unter Druck zu setzen, doch spielerisch war es einfach zu wenig, was der Gast aus dem Tabellenkeller bot.

„Wir müssen gegen die Mannschaften gewinnen, die mit uns da unten gegen den Abstieg spielen” erklärte Dirmingens Abteilungsleiterin Gertrud Straub nach dem


Spiel. Straub hatte Frankfurt klar überlegen gesehen, es sei ihrem Team nicht gelungen, effektiv aus der Abwehr heraus die Spielzüge einzuleiten, deswegen sei der Frankfurter Druck einfach zu groß geworden, während man selber zwar eine ordentliche Abwehrleistung gezeigt, aber einfach nicht genug für die Offensive getan habe.

„Es war das erste Spiel nach drei Monaten Pause für beide Mannschaften, da weiß man nie, wie man steht” freute sich Frankfurts Trainer Stephan Fröhlich über die gute Leistung seines Teams, das im Gegensatz zu starken Mannschaften wie Sindelfingen oder Duisburg, diese Unterbrechung erfolgreich hinter sich lassen konnte. Über weite Phasen habe man dem Spiel seinen Stempel aufdrücken und den Gegner klar dominieren können, in der zweiten Halbzeit keinen Torschuss zugelassen und letztlich zu Null gespielt. Damit lasse sich mit positiver Erwartung in die Rückrunde schauen.

Maike Trach und Julia Schwinn

Nicht nur beim Flugkopfball zeigte sich Maike Trach artistisch, auch mit dieser Ballannahme bewies sie Koordinationsvermögen. Julia Schwinn startet da sicherheitshalber schon mal nach hinten




1. FFC Frankfurt II:
Vetterlein - Seitz (82. Torchalla), Pankratz, Schneider, Losert - Trach, Engel, Herbert, Kiel (19. Lahr) - Baumann (67. Sirna), Dambier

SV Dirmingen:
Barth - Canivet, Fetzer, Holz, Schwinn - DiGrazia, Bähr, Ecker (46. Petry), Schwenk - Fuchs (72. Trein), Weyrich (82. Neis)

Tore:
1:0 Dambier (37.)
2:0 Trach (45.)
3:0 Engel (58.)

Gelbe Karten: Schwenk / Dambier

Schiedsrichterin: Isabelle Herrmann (Mönchengladbach)

Zuschauer: 62


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