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2. Bundesliga Süd - 22. Spieltag

1. Liga – Jena ist dabei

VfL Sindelfingen - FF USV Jena 3:2

Text und Bilder von Roland Baumann

27.5.2008   Im Spitzenspiel der zweiten Liga Süd besiegte der VfL Sindelfingen zwar den USV Jena mit 3:2. Trotz Punktegleichstand konnte sich aber der USV Jena mit dem besseren Torverhältnis den Aufstieg in die erste Liga sichern. Nur mit einem 8-Torevorsprung hätte der VfL noch den Thüringern den Aufstieg streitig machen können.

Der VfL begann auch beherzt und druckvoll und kam auch schon in der zweiten Minute nach schönem Zuspiel auf Kim Kulig zum 1:0. Es entwickelte sich ein Spiel, dass nichts für schwache Nerven war. Die 350 Zuschauer

Theresa Betz vor Jana Burmeister

Hier entwischte Theresa Betz Jenas Abwehr und erzielt das 2:0

– darunter auch etliche aus Jena – kamen voll auf ihre Kosten. Zwar dominierte die Heimelf mit ungemein hohem Tempo, doch blieben auch die Gäste mit ihren Kontern stets gefährlich. Dadurch waren alle Mannschaftsteile voll im Einsatz, wobei besonders die beiden Torhüterinnen Jana Burmeister vom USV und Alisa Vetterlein vom VfL zu überzeugen wussten. Bis zur Halbzeitpause konnten aber die Abwehrreihen bis auf eine Ausnahme alle Lücken schließen. In der 18 Minute bekam Sindelfingen einen Freistoß zugesprochen. Die Abwehr bekam den Ball nicht weg und Teresa Betz drückte das Leder ins Tor. Mit diesem 2:0 ging es in die Halbzeitpause.

Jana Burmeister beim Eckball

Wieder einmal bewies Jana Burmeister im Tor des USV Jena ihr Können

Gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit fiel bereits die Entscheidung über den Aufstieg. Jenas Knipser Sabrina Schmutzler setzte sich gegen die VfL-Abwehr durch und markierte den 2:1 Anschlusstreffer. Danach wirkte Sindelfingen ziemlich verunsichert. Jena operierte zielstrebiger und kam zu zahlreichen guten Einschussmöglichkeiten. Eine der ganz wenigen Entlastungsangriffen nutzte aber Kim Kulig. Von der rechten Grundlinie zog sie den Ball scharf vor


Jubelszenen nach dem Spiel

Der Aufstieg des USV Jena ist perfekt: Jubelszenen nach dem Spiel

das Gästetor, wo er unglücklich abgefälscht zum 3:1 landete. Doch der USV hatte bereits genügend Stabilität gewonnen. Zehn Minuten vor Schluss war es wieder Sabrina Schmutzler, die die VfL-Abwehr zum 3:2 überwinden konnte. Jenas Fans waren aus dem Häuschen. 'Erste Liga – Jena ist dabei' schallte es durchs Floschen-Stadion. Eine letzte sehenswerte Aktion von Kim Kulig hatte die Schlussminute parat. Nach einer herrlichen Einzelaktion setzte sie den Ball an den Pfosten. Danach war Schluss. Jena war durch und kann sich nun – nicht zu unrecht – auf die erste Liga freuen. Aber auch der VfL Sindelfingen zeigte eine prima Saison mit einem souveränen zweiten Platz, wenn auch die meisten Spielerinnen ihre Enttäuschung über den verpassten Aufstieg nicht verbergen konnten.

Lisa Seiter, Steffi Fauser und Tanja Hees

Tanja Hees (rechts) - im Zweikampf mit Lisa Seiter - beendet ihre Fußballkarriere

Jenas Trainerin Heidi Vater sprach danach von einem schweren Spiel, bei dem man sich nur blamieren konnte. Ihr Team ging zu gehemmt ins Spiel. In der Halbzeitpause mussten ein paar passende Worte gesagt werden. Mit dem 2:1 gleich nach der Pause kam die Sicherheit zurück. Die zweite Halbzeit war zufriedenstellend und letztlich hätte mehr als die knappe Niederlage möglich sein können. Ein großes Lob wollte Heidi Vater ihrer Torhüterin Jana Burmeister aussprechen, die einige Hundertprozentige gehalten hatte. Ein Kompliment gab es auch für Sindelfingen, das versuchte, das Unmögliche doch noch möglich zu machen. Für die kommende Saison möchte sich Jena mit einigen jungen, sowie ein oder zwei gestanden Spielerinnen verstärken. Sindelfingens


Heidi Vater und Dietmar Sehrig

Frisch mit Sekt geduscht, stellte sich Heidi Vater - zusammen mit Dietmar Sehrig - den Fragen der Journalisten

Trainer Dietmar Sehrig gratulierte dem USV Jena zum Aufstieg und wünschte viel Erfolg in der ersten Liga. Das Spiel lief heute nach Wunsch. Er sah ein geiles, offenes Zweitligaspiel, bei dem beide Teams bis ans Limit gegangen waren. Über die Zukunft des VfL wollte Sehrig nur wenig sagen. Der VfL muss fünf Leistungsträger ersetzen. Melanie Müller und Tanja Hees beenden ihre Fußballkarriere. Dazu kommen die Abgänge von Kim Kulig (zum HSV), Eve Chandraratne (zum VfL Wolfsburg) und Alisa Vetterlein (USA-Studium). Auch er selbst wird den Verein verlassen.

VfL Sindelfingen:
Vetterlein, Hees, Althaus, Schanz (78. Spengler), Müller, Fauser, Kulig, Chandraratne (62. Grab), Betz (62. Roth), Heller, Coblenzer.

USV Jena:
Burmeister, Schwarz, J. Arnold, Pompl (27. Feulner), Schmutzler, Hartmann, S. Arnold, Groll, Milde (72. Schlarp), Seiter (80. Kopplin), Krämer.

Tore:
1:0 Kulig (2.)
2:0 Betz (18.)
2:1 Schmutzler (46.)
3:1 Kulig (69.)
3:2 Schmutzler (79.)

Gelbe Karten: Hees, Coblenzer / Hartmann

Schiedsrichterin: Miriam Dietz (Bad Sobernheim)

Zuschauer: 350


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