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2. Bundesliga Süd, 20. Spieltag

FFC II erreicht rettendes Ufer

1. FFC Frankfurt II - FFC Wacker München 4:0 (1:0)

Text von Tom Schlimme

13.05.2008   Von einem Spiel zweier Mannschaften im Abstiegskampf kann man nicht unbedingt spielerischen Glanz erwarten, aber es war dann doch ganz ordentlich, was die junge zweite Mannschaft des 1. FFC Frankfurt bot. Von den über 3000 Zuschauern der Erstligapartie waren 185 dageblieben und konnten sich am Ende über den ersten Sieg ihres Teams im Jahre 2008 freuen. Ein Sieg, der einen Vorsprung von sechs Punkten auf die Abstiegsplätze mit sich brachte, und dank des weitaus besseren Torverhältnis ist der Klassenerhalt für Frankfurts Zweite damit gesichert.

Schlechter sieht es für Wacker München aus, die mit drei Punkten Vorsprung vor Regensburg noch zittern müssen. Die Gäste aus München begannen nicht schlecht und hielten das Spiel anfangs völlig ausgeglichen und offen. Allerdings schaffte es kaum einmal ein Ball bis in den Strafraum, so dass es bis zur 12. Minute dauerte, ehe die erste Torchance zu verzeichnen war. Münchens gute Keeperin Isabell Rokitte klärte vor Selina Dambier, das war es dann aber erst mal wieder für eine ganze Weile.

Melanie Kantor und Andrea Wolfrum

Vor allem am Anfang war die Partie heiß umkämpft, hier ein Kopfballduell zwischen Andrea Wolfrum (links) und Melanie Kantor

Bild: Jan Kuppert

In der 23. Minute mußte dann die vorher schon verletzt behandelte Münchner Stürmerin Sabrina Cruz dos Reis ausgewechselt werden, eine deutliche Schwächung. Überhaupt mußte München auf vier Stammspielerinnen verzichten, was sich nach einiger Zeit schon bemerkbar machen sollte. Gegen Ende der ersten Halbzeit wurde Frankfurt langsam stärker. Melanie Kantor mit schöner Balleroberung im Mittelfeld, mit dem Ball am Fuß aufs Tor, doch die ihr entgegenkommende Rokitte klärte.

Sabrina Cruz dos Reis und Sabrina Schneider

Münchens Spitze Sabrina Cruz dos Reis (links), hier gegen Sabrina Schneider, mußte früh verletzt ausgewechselt werden

Bild: Tom Schlimme

Dann folgten einige Minuten, in denen München noch einmal stark aufspielte, sich am und im Frankfurter Strafraum festspielte, doch richtig gefährlich wurde es dabei nicht. Auf der Gegenseite landete ein Ball von Christina Zerbe auf dem Netz des Münchner Tores. Zerbe, lange Zeit Spielerin der ersten Mannschaft und eigentlich im „Ruhestand” hatte sich, genau wie Judith Affeld, angeboten, der jungen zweiten Mannschaft zu helfen und beiden gelang es, etwas mehr Ruhe und Übersicht ins Spiel des FFC II zu bringen.

Als besonderen Clou hatte Frankfurts Trainerin Wiltrud Melbaum Anna Marciak, eigentlich Reserveabwehrspielerin im Kader der ersten Mannschaft, als Sturmspitze aufgeboten. Dies funktionierte, Marciak wirbelte vorne mächtig herum und schaffte


Judith Affeld gegen Ines Ortner-Bach

Zwei, die zum Erfolg beitrugen: Judith Affeld (vorne) und Anna Marciak (hinten) nehmen Ines Ortner-Bach in die Zange

Bild: Jan Kuppert

damit Raum für die nicht ganz so laufstarke Dambier. Marciak stand dann kurz vor der Pause auch am Ende des bis dahin schönsten Spielzugs, ein Superpass über das halbe Feld von Affeld auf Anne Engel, von dort weiter zu Marciak, doch die verzog. Aber dafür stand Dambier zwei Minuten später nach super Zuspiel von Engel völlig frei und verwandelte souverän zur 1:0-Pausenführung.

So ging es nach der Pause auch gleich weiter: blitzschnelle Balleroberung im Mittelfeld, Dambier mit Ball am Fuß Richtung Tor, neben ihr läuft Marciak, Abspiel im richtigen Moment, und so stand es nach 46 Minuten plötzlich 2:0. Schon etwas unglücklich für die Münchnerinnen, die 44 Minuten alles torlos offen gehalten hatten - selbst aber kaum einmal zu einer Chance kamen. Erst in der 52. Minute konnte sich Stephanie Ullrich im Frankfurter Tor richtig beweisen, als sie einen harten Schuss von Vroni Hesse entschärfen mußte.

Kathrin Hosemann und Selina Dambier

Selina Dambier (rechts, gegen Kathrin Hosemann) war heute zweimal selbst erfolgreich und konnte sich einen Assist gut schreiben

Bild: Tom Schlimme

Dann jedoch schon wieder Marciak mit genialem Pass auf Affeld, die geht aufs Tor, Rokitte muss ihr entgegenkommen, doch Affeld hat genug Zeit, den Ball über die Keeperin in die Maschen zu heben. Die Spielsituation war jetzt sehr günstig für die Frankfurterinnen, München versuchte, nach vorne zu spielen, aber viel zu ungenau und harmlos, so dass der Ball immer wieder verloren ging, und bei den schnellen Kontern standen dann die Abwehrspielerinnen zu weit weg von ihren Gegnerinnen. Zwischendurch mußte Ullrich mal einen Kopfball von Andrea Wolfrum nach einem Freistoß halten und einen Steilpass auf Anna Lipp entschärfen, aber auch dies war nicht wirklich gefährlich.

Auf der anderen Seite klärte Rokitte im Herauslaufen mit Bravour vor Dambier und gegen die allein vor ihr auftauchenden Marciak, beides haarscharf, der FFC war jetzt einfach brandgefährlich. So war das 4:0 nur eine Frage der Zeit. In der 78. Minute war es auch soweit, Dambier umspielte Wolfrum und schob platziert ins lange Eck ein. Es gab noch eine Reihe guter Chancen für den FFC, doch diese blieben ungenutzt. 4:0 reichte aber auch!

Münchens Trainerin Christine Schmidt zeigte sich hinterher enttäuscht von der Einstellung ihrer Spielerinnen. Viele hätten nicht begriffen, worum es ging, die Laufbereitschaft habe gefehlt, da sei kein Aufbäumen gewesen, das, was diese Mannschaft die letzten Spiele noch stark gemacht habe, und das bei so einem wichtigen


Spiel. Nun, ich muss sagen, ganz so schlimm fand ich es nicht, vor allem in der ersten Halbzeit waren die Münchnerinnen schon sehr aktiv und liefen viel, allerdings ließen sie dann nach den zwei schnellen Gegentoren in der zweiten Halbzeit ihren Gegenspielerinnen viel zu viel Platz, was sicher verbesserungswürdig ist. Ein echtes Aufbäumen gegen die drohende Niederlage war auch in meinen Augen nicht zu erkennen, aber angesichts des deutlichen Rückstands auch schwer zu erwarten.

Frankfurts Trainerin Wiltrud Melbaum konnte naturgemäß zufriedener resümieren. Ihre Spielerinnen hätten über den Kampf den Weg in die Partie gefunden und dann auch frei aufspielen können. Die erfahreneren Spielerinnen wie Zerbe, Affeld und auch die sehr gute Engel hätten dem gesamten Team die nötige Sicherheit gegeben, so dass die junge Mannschaft wieder zu spielerischer Stärke finden konnte. Melbaum hofft jetzt auf ein gutes Ende dieser Saison und freute sich mit dem Team über das lange ersehnte und hochverdiente Erfolgserlebnis.

Sieger Sieger

So seh´n Sieger aus! Singend im Kreis, ob krank oder mit Krücken, das junge Team des 1. FFC Frankfurt II feierte den Klassenerhalt

Bilder: Tom Schlimme

1. FFC Frankfurt II
Ullrich - Milbredt, Schatton, Schneider, Seitz (61. Torchalla) - Engel, Zerbe (82. Herbert), Kantor, Affeld (79. Pankratz), Dambier, Marciak

FFC Wacker München
Rokitte - Fröhlich, Hosemann (46. Jürgensen), Ortner-Bach, Brevart - Wolfrum, Karl, Nottebrock, Breitenberger, Hesse (63. Fischer), Cruz dos Reis (23. Lipp)

Tore:
1:0 Dambier (44.)
2:0 Marciak (46.)
3:0 Affeld (58.)
4:0 Dambier (78.)

Gelbe Karte: Ortner-Bach

Schiedsrichterin: Nathalie Widmann (Erlangen)

Zuschauer: 185


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