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2. Bundesliga Süd, 8. Spieltag

Knapp, aber verdient

1. FFC Frankfurt II - SC Regensburg 1:0 (0:0)

Text und Bilder von Tom Schlimme

28.10.2007   Knapp, aber verdient, so kann man dieses Spiel auf den Punkt bringen. Verdient war dieser Sieg der zweiten Mannschaft des 1. FFC Frankfurt über den SC Regensburg, weil die Heimmannschaft fast das ganze Spiel über deutlich überlegen war, einen Platzverweis verdauen konnte und kaum eine Torchance der Gäste zuließ. Knapp war es, weil sich die jungen Frankfurterinnen (Altersdurch- schnitt 18,8 Jahre) beim Toreschießen nicht unbedingt clever anstellten und zu viele ihrer Torchancen versiebten.

Im Mittelfeld lief es rund bei den Frankfurterinnen, wo Melanie Kantor die Fäden zog, gut unterstützt von Mirella Junker. Vanessa Schäfer, sonst oft Stürmerin, spielte heute im rechten Mittelfeld und sorgte dort zusammen mit Rechtsaußen Patrizia Barucha für reichlich Druck in Richtung Regensburger Strafraum. Aber auch auf dem linken Flügel kamen über die heute Linksverteidigerin spielende Anne Engel und Svenja Huth vielversprechende Angriffe zustande.

Michelle Baumann

Im Mittelfeld sah es gut aus beim 1. FFC Frankfurt. Hier Michelle Baumann mit einem schönen Trick auf Svenja Huth, die links auf den Ball wartet. Stefanie Eichenseer kann da nur zuschauen

Bis zum Strafraum jedenfalls. Dann wurde es eng, die Regensburger Abwehr um die starke Ramona Fachtan vielbeinig, und die Aktionen der Frankfurterinnen mal zu überhastet, mal zu umständlich, ließen die nötige Durchschlagskraft vermissen. Dann war da noch die gute Caroline Rieger im Regensburger Tor, die immer wieder zur Endstation Frankfurter Angriffe wurde. Rieger hielt, was auf sie zukam, allerdings waren die Schüsse der Frankfurter Stürmerinnen auch allesamt gut haltbar.

Caroline Rieger

Caroline Rieger im Regensburger Tor, hier beim Schuss von Anne Engel, bot eine gute Leistung

Der erste Einsatz Caroline Riegers war in der achten Minute zu verzeichnen. Nach einer schönen Kombination zwischen Svenja Huth und Michelle Baumann, die ganz vorne in der Spitze spielte, kam Anne Engel zum Schuss, der jedoch eben kein Problem für Rieger darstellte. In der elften Minute verzog dann Huth von der Strafraumgrenze aus, wenig später dann ein schöner Doppelpass zwischen Huth und Baumann, doch Rieger hielt auch diesen Schuss von Huth.

Trikottest durch Sabine Treml

Trikottest: Sabine Treml zupft an Patrizia Barucha herum. Die Partie war hart, aber nicht überhart

In der 18. Minute eine gute Gelegenheit für Sarah Schatton, die die Abwehr gut zusammenhielt, bei Standards aber immer wieder mit nach vorne kam. Bei einem Freistoß rutscht der Ball nur wenige Zentimeter vor der einschussbereiten Schatton im Fünfmeterraum vorbei. Zwei Minuten später entschärfte Rieger einen Schuss von Barucha. In der 22. Minute wieder Chance für Schatton aus kurzer Distanz, doch Rieger hält. In der 26. Minute ist es dann Fachtan, die Baumann in letzter Sekunde noch abblocken kann, Baumann hätte wohl früher schießen müssen in dieser Szene.


Tor durch Melanie Kantor

Da gab es nichts mehr zu halten für Caroline Rieger im Regensburger Tor. Melanie Kantor (nicht im Bild) traf von der Strafraumgrenze flach ins Eck und entschied mit diesem einzigen Treffer des Tages das Spiel

Nachdem in der 28. Minute Vanessa Schäfer und Janine Maier mit den Köpfen zusammengeprallt waren, mußte Maier vorsorglich ins Krankenhaus, Schäfer konnte weiterspielen. Für Maier kam Daniela Siedler zum Einsatz. Es ging aber weiter mit Frankfurter Überlegenheit, ein schöner Fernschuss von Jeanette Seitz, die als rechte Verteidigerin auch kaum gefordert viel für die Offensive tat, ging knapp vorbei. Erst in den letzten Minuten der ersten Halbzeit kam Regensburg in die Nähe des Frankfurter Strafraums, doch die gut zurückgekommene Huth konnte gegen Katharina Rheinheimer klären und Keeperin Barbara Legrand einen von Anna Friedrich aus ungünstigem Winkel direkt aufs Tor getretenen Freistoß mühelos parieren. In den letzten Sekunden vor dem Pausenpfiff wurde es dann noch mal ganz knapp für Regensburg, als Patrizia Barucha bei einem schnellen Konter nur den Pfosten traf und Rieger den abprallenden Ball im Nachfassen noch erwischen konnte. So ging es also torlos in die Kabinen.

Pfostenschuss

Glück für Regensburg in dieser Szene in der 45. Minute: Patrizia Barucha hat den Ball an den Pfosten geschossen, Keeperin Caroline Rieger sitzt schon geschlagen auf dem Boden, doch sie kann den abprallenden Ball noch erwischen

Nach dem Seitenwechsel ging es weiter wie gehabt: Rieger lenkte einen strammen Schuss mit der Faust über die Latte, beim nachfolgenden Eckball schoss Schäfer dann über das Tor. Erst nach einer guten Stunde dann mal wieder Regensburg im Angriff, Verwirrung im Frankfurter Strafraum nach einem Eckstoß, doch keine Regensburger Stürmerin konnte daraus Kapital schlagen. Doch Frankfurter Unbeholfenheit kam nun den Gästen zu Hilfe: Mirella Junker, gegen Ende der ersten Halbzeit bereits wegen eines Fouls verwarnt, erwischte von hinten den Fuß von Katharina Rheinheimer. Ein völlig unnötiges Foul an der Mittellinie direkt neben dem Seitenaus, das Schiedsrichterin Sabine Stadler geradezu zur gelbroten Karte zwang.

Sabine Stadler zeigt rot

Sabine Stadler zeigt Mirella Junker die gelb-rote Karte für ein Foul, wie es überflüssiger kaum sein kann

Schade für Junker, die gut gespielt hatte, und schlecht für das Frankfurter Team, denn nun ging auch im bisher so starken Mittelfeld etwas die Linie verloren und Regensburg wurde stärker. So kam die eingewechselte Siedler zu einem gefährlichen Schuss von rechts, der nur knapp am Frankfurter Gehäuse vorbeiging, und wenig später mußte Schatton in höchster Not vor Siedler klären. Doch nun zeigte sich auch der Kampfgeist des jungen Frankfurter Teams, über den Kampf fand die Mannschaft ins Spiel zurück und erspielte sich weitere Chancen. Doch diese wurden genauso vergeben wie zuvor, eine gute Flanke von Huth von rechts fand keine Abnehmer, dann Riesen- chance für die eingewechselte Jasmin Herbert, die alleine vor Rieger auftauchte, dann aber zu schwach die Keeperin anschoss, den abprallenden Ball konnte Diana Papp dann vor Herbert klären. Doch der Bann brach dann doch noch in der 83. Minute. Melanie Kantor traf von der Straf-


raumgrenze aus flach ins lange Eck und rettete damit ihrem Team einen aufgrund der Überlegenheit insgesamt hochverdienten Sieg.

So sah es auch Regensburgs Trainer Daniel Reich, der die Frankfurterinnen wesentlich agiler gesehen hatte als sein Team. „Meine Spielerinnen haben vergessen, dass man beim Fußball auch nach vorne spielen muss”, analysierte Reich. Nach zehn teils hochkarätigen Abgängen und zehn Zugängen vor allem aus der Jugend müsse sich sein Team noch finden. An den nächsten Spieltagen warten mit Brauweiler und Dirmingen Gegner, gegen die sich Regensburg im Abstiegskampf beweisen muss.

Anna Friedrich und Jeanette Seitz

Anna Friedrich, gegen Frankfurt meist als einzige Spitze auf sich allein gestellt, wird in den nächsten Spielen große Verantwortung tragen müssen. Hier schirmt sie den Ball vor Jeanette Seitz ab

Frankfurts Trainerin Wiltrud Melbaum vewies ebenfalls auf die Überlegenheit ihrer Mannschaft vor allem in der ersten Halbzeit. Die jungen Spielerinnen seien dann aber nicht clever genug vor dem Tor gewesen, daran sei noch zu arbeiten. Nun gehe es gegen München, die Mannschaft brenne immer wieder darauf, zu gewinnen, und eine derart lange Heimfahrt ohne drei Punkte im Gepäck sei auch ziemlich langweilig.

Melanie Kantor

Melanie Kantor, hier gegen Erika Koller, bot eine Klasseleistung im Mittelfeld und erlöste ihr Team mit dem entscheidenden Tor

1. FFC Frankfurt II

Legrand - Seitz, Schatton, Schneider, Engel - Junker, Kantor, Schäfer (56. Dambier) - Huth, Barucha (87. Pankratz), Baumann (62. Herbert)

SC Regensburg

Rieger - Eichenseer, Fachtan, Papp, Maier (32. Siedler), Treml, Rheinheimer, Koller, Fellner, Merl (72. Schreiber), Friedrich

Tor:
1:0 Kantor (83.)

Gelbe Karten: Seitz, Dambier, Schatton / Fachtan, Eichenseer
Gelb-Rot: Junker (59., wiederholtes Foulspiel)

Schiedsrichterin: Sabine Stadler (Fulda)

Zuschauer: 50


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