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2. Bundesliga Süd, 10. SpieltagSvenja Huth mit entscheidendem Tor1. FFC Frankfurt II - TuS Köln rrh. 2:0 (0:0) | ||
Text und Bilder von Tom Schlimme12.11.2007 Der Ausgang des Spiels zwischen der zweiten Mannschaft des 1. FFC Frankfurt und dem TuS Köln war keineswegs so klar, wie das Ergebnis suggerieren mag. Es war eine knappe Partie zwischen zwei Mannschaften auf Augenhöhe, die aber durch zwei Situationen entschieden wurde, bei denen Youngsters eine Rolle spielten. Einmal durch einen Fehler der gerade erst 17 Jahre alt gewordenen Kölner Keeperin Raffaela Bamberg , die Vanessa Schäfer das 1:0 ermöglichte, und zum zweiten durch eine famose Einzelaktion der bis Januar noch 16-jährigen Svenja Huth, die das 2:0 im Alleingang erzielte. Die Anfangsphase der Partie wurde überschattet durch eine Verletzung der Kölnerin Johanna Krist, die bereits nach zwei Minuten nach einem Foul vom Platz getragen werden mußte. Auf dem nassen Rasen gelang beiden Mannschaften kaum etwas. Das Geschehen spielte sich komplett im Mittelfeld ab, beide Strafräume waren Tabu-Zone und wurden peinlichst gemieden, einfach weil es keiner Mannschaft gelang, gescheite Aktionen nach vorne zu setzen. ![]() In der zweiten Halbzeit nach Verletzungspause wieder dabei: Sarah Günther stabilisierte das Spiel des 1. FFC Frankfurt im Mittelfeld. Rechts Kölns Nina Windmüller Es dauerte 24 Minuten bis zum ersten Eckball, den gab es für Köln und er brachte keine Gefahr. Köln wurde jetzt aber langsam stärker und erspielte sich eine Überlegenheit, die dazu führte, dass sich das Spiel nun langsam in Richtung Frankfurter Tor verlagerte. So kam Köln dann in der 32. Minute durch einen Freistoß von Nina Windmüller, der vorbeiging, zur ersten - harmlosen - Chance des gesamten Spiels. Doch die Antwort der jungen FFC-Spielerinnen ließ nicht lange auf sich warten: ![]() Frankfurts Mirella Junker, hier am Ball, hatte es schwer gegen die Kölner Innenverteidigern Teresa Tüllmann Svenja Huth setzte sich auf dem linken Flügel erst gegen Claudia Bings, dann auch gegen Irmela Koch durch, zog mit dem Ball vor dem Strafraum nach innen, bediente Vanessa Schäfer auf der rechten Seite, die lief mit dem Ball in den Strafraum, wurde aber in letzter Sekunde noch von Christiane Braun gestoppt, auf Kosten einer Ecke. Der Eckball landete auf Umwegen bei Jeanette Seitz, die ihn von der Strafraumgrenze aus volley annahm, aber der Schuss ging über das Tor. ![]() Jeanette Seitz (links), auch erst 16 Jahre alt, hat hier den Ball mit dem Kopf vor Nina Windmüller erwischt In der 41. Minute dann eine Riesenchance für Köln, die beste überhaupt bis jetzt in diesem nun interessanter werdenden Spiel. Julia Koehne setzte sich auf rechts gegen Sabrina Schneider durch, ging mit Ball auf den rechten Pfosten, kluger Querpass zu Meike-Melanie Petri, die das leere Tor vor sich hat, aber haarscharf an dem Ball vorbeirutscht. Köln war jetzt gegen Ende der ersten Halbzeit deutlich überlegen, wieder Petri schoss wenig später aussichtsreich am Tor vorbei. In den letzten Sekunden vor dem Pausenpfiff mußte dann Frankfurts Keeperin Ramona Emig einen Schuss von Braun entschärfen. |
Die 16-jährige Svenja Huth jubelt. Soeben hat sie im Alleingang vor der Mittellinie gestartet, das 2:0 für den 1. FFC Frankfurt erzielt. Nicht fassen können es Kölns Christiane Braun, Maiko Okamura, Raffaela Bamberger und Vanessa Wurth (v.l.) | |
Nach der Pause erhielt dann die lange verletzte Sarah Günther, eigentlich Spielerin der ersten Mannschaft, Gelegenheit, Spielpraxis zu sammeln, und stabilisierte das Frankfurter Mittelfeldspiel durch Ballsicherheit, kluge Pässe und die Fähigkeit, Situationen schnell und richtig zu erkennen. Frankfurt wurde jetzt insgesamt stärker und hielt die Partie wieder offen. Ein Schuss von Mira Krummenauer neben das Kölner Tor bildete in der 46. Minute den Auftakt, im Gegensatz zum Spielbeginn gab es nun Torszenen auf beiden Seiten. In der 50. Minute war wieder Köln an der Reihe: Koehne mit klugem Pass auf Petri, die geht einen Meter in den Strafraum, zieht mit links ab, doch Emig steht im richtigen Eck und hält den wuchtigen Schuss. Doch wenig später dann der Fehler von Bamberger und das 1:0, durch die folgenden Bilder zu zeigen:
![]() Kölns Keeperin Raffaela Bamberger will einen Rückpass nicht aufnehmen, sondern wegkicken, der Ball springt ihr aber unglücklich weg zu Vanessa Schäfer, die dreht sich geschickt und schießt ins leere Tor
Wenig später setzte sich Huth in der Mitte gegen Koehne und Metzele durch, steiler Pass auf den rechten Flügel zu Krummenauer, schöne Flanke, Patrizia Barucha mit dem Kopf knapp über das Tor. Aber auf der Gegenseite mußte Seitz in höchster Not vor Petri zur Ecke klären. Diese führte zu einer Kopfballgelegenheit für Koch, doch auch dieser Ball ging über die Latte. Eine Minute später klärte Sabrina Schneider sehr gut vor Braun, so ging es nun im Minutentakt Schlag auf Schlag. Köln wurde deutlich offensiver, und dies öffnete Räume für Frankfurt, wieder Huth in der Mitte mit tollem Lauf, diesmal gegen Maiko Okamura, wieder nach rechts, wieder schöne Flanke, diesmal ist es Schäfer, die über das Tor köpft.
Svenja Huth startet, wie im obersten Bild an der roten Mittellinienfahne zu erkennen, weit in der eigenen Hälfte, läßt Christiane Braun hinter sich, (2. Bild), Maiko Okamura (Nr. 2) kommt auch nicht heran, dann grätscht von links noch Vanessa Wurth in den Ball, doch Huth hat Sekundenbruchteile vorher schon flach und hart geschossen, so dass Raffaela Bamberger im Tor keine Chance hat |
Es ging weiter nach vorne für den FFC: Barucha rechts durch, genaue Hereingabe zu Schäfer, doch Claudia Bings geht noch dazwischen. Mitten in das nun wirklich ansehnliche Spiel platzte ein kalter Regenschauer, und das für Köln gleich doppelt. Außer den Wassertropfen von oben war es eine Szene im Frankfurter Strafraum, die für Kölns Trainer Dietmar Herhaus den Gang auf die Tribüne bedeuten sollte:
Foul oder nicht foul? Es sieht so aus, als habe Sabrina Schneider auf jeden Fall den Ball nicht getroffen, wahrscheinlich aber das Bein von Vanessa Wurth, die allerdings auch recht theatralisch abhebt. Man hätte sicher Elfmeter pfeifen können, Schiedsrichterin Nadine Scheller entschied jedoch anders Als Reaktion auf den nicht gegebenen Elfmeter kickte Herhaus den Betreuerkoffer auf den Platz, was Schiedsrichterin Nadine Scheller veranlaßte, Kölns Kapitänin darüber zu unterrichten, dass diese ihren Trainer auf die Tribüne schicken sollte. ![]() „Das ist sonst nicht meine Art”, erklärte Kölns Trainer Dietmar Herhaus hinterher, doch da hatte er den Koffer schon auf den Platz gekickt ![]() Kölns Kapitänin Claudia Bings schaute gar nicht begeister drein, als ihr Schiedsrichterin Nadine Scheller die Aufgabe übertrug, ihrem Trainer zu sagen, dass er auf die Tribüne verbannt war
Der Rest des Spiels ist schnell erzählt. Köln baute noch viel Druck auf, die junge Frankfurter Mannschaft schlug die Bälle aber konsequent aus der Abwehr, was nicht schön aussah, aber letztlich von Erfolg gekrönt war.
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