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2. Bundesliga Süd, 18. Spieltag

Abstiegskampf mit gerechtem Ergebnis

1. FFC Frankfurt II - ASV Hagsfeld 1:1 (1:1)

Text und Bilder von Tom Schlimme

22.04.2008   Große Fußballkunst war es nicht, was die beiden abstiegsgefährdeten Mannschaften von Frankfurt und Hagsfeld auf ungewohntem Kunstrasen (der Rasenplatz war kurzfristig gesperrt worden) zu bieten hatten. So lebte das Spiel hauptsächlich vom Kampf und von der Spannung. Der Punkt, den jedes Team am Ende behalten konnte, hilft beiden ein wenig, doch der erhoffte Befreiungsschlag, den die Partie für beide Vereine hätte bedeuten können, blieb aus.

Die Nachricht vom gesperrten Rasenplatz erreichte die Gäste erst mittags, so dass einige Spielerinnen nicht ihre optimalen Schuhe für den Kunstrasen dabei hatten. Dann erfolgte das Warmmachen auch noch auf dem Sandplatz nebenan, weil auf dem Kunstrasen noch ein Männerspiel ausgetragen wurde. Unter diesen Bedingungen war es kein Wunder, dass der Ball vor allem in der ersten Viertelstunde sprang, wie er wollte, und nicht, wie die Spielerinnen es planten. Dabei hatten es die Gäste naturgemäß noch schwerer als das Team des 1. FFC Frankfurt, das den Platz immerhin von früheren Trainingseinheiten her kannte.

Claudia Weigand und Melanie Kantor

Claudia Weigand (rechts) im Mittelfeld von Hagsfeld spielte wie aufgedreht und war kaum zu bremsen, hier schafft es Melanie Kantor

„Die Bedingungen waren für alle gleich, alle mußten damit zurecht kommen!” erklärte Hagsfelds Trainer Martin Bieser hinterher sehr fair, und hatte damit letztlich auch recht. Nach einer Weile ging es dann auch, und Bieser konnte sich über ein langsam stärker werdendes eigenes Team freuen, dass nach schwachem Beginn dann doch in der ersten Halbzeit dominierte. Doch da lag Hagsfeld erst mal zurück, denn in der 14. Minute war der Ball steil gespielt bei Frankfurts Spitze Selina Dambier gelandet, die sich von der herauslaufenden Keeperin Bianca Wilhelm nicht stoppen ließ und den 1. FFC II in Führung brachte.

1:0 durch Selina Dambier 1:0 durch Selina Dambier 1:0 durch Selina Dambier 1:0 durch Selina Dambier

Das 1:0 in seiner Entstehung: Sarah Schatton spielt den Ball aus der Abwehr nach vorne, Meike Becker schickt Selina Dambier mit einem steilen Pass, Dambier umspielt Keeperin Bianca Wilhelm und vewandelt

Für Aufregung sorgte dann eine Szene im Frankfurter Strafraum, als Sarah Schatton Hagsfelds vor allem in der ersten Hälfte sehr agile Stürmerin Sabrina Dirks von den Beinen holte - so sah es jedenfalls aus und so hörte es sich auch an. Doch Schiedsrichterin Miriam Dietz entschied auf Weiterspielen. Eine sehr enge Entscheidung, Frankfurt hätte sich über einen Elfmeter jedenfalls nicht beschweren dürfen.

Zwei Minuten später stand es dann aber sowieso 1:1. Sabrina Dirks schoss einen Freistoß direkt mit Wucht ins Frankfurter Tor. Mit diesem Spielstand ging es dann auch in die Kabinen, aus denen die Frankfurter Spielerinnen mit knapp


Judith Affeld und Stefanie Schielenski

Überraschung: Judith Affeld (rechts) schnürt für die letzten Saisonspiele noch einmal die Fußballschuhe und hilft der 2. Mannschaft des 1. FFC Frankfurt im Abstiegskampf. Links Hagsfelds Stürmerin Stefanie Schielenski, die in der ersten Halbzeit mächtig Druck machte

fünfminütiger Verspätung zurück kamen. Offensichtlich gab es da Gesprächsbedarf, und wie man sehen konnte, hatten die Gespräche auch gefruchtet, denn Frankfurt wurde nun stärker. In der 64. Minute kam die eingewechselte Kristina Brenner zu einem schönen Schuss von der Strafraumgrenze, der nur knapp am Winkel vorbei strich. Wenig später bekam Brenner im Strafraum den Ball auf den Kopf, sprang aber nicht hoch genug, um ihn drücken zu können. Doch in dieser Phase gelang es der jungen Elf des 1. FFC Frankfurt II, die Gäste in der eigenen Hälfte einzuschnüren.

Torgelegenheiten für Hagsfeld ergaben sich nun vor allem aus Standardsituationen, es gab etliche gefährliche Freistöße und Kopfballchancen nach Eckstößen, die jedoch allesamt nichts einbrachten. Ab der Mitte der zweiten Halbzeit konnte sich Hagsfeld dann auch wieder aus der Frankfurter Umklammerung befreien, das Spiel wurde wieder ausgeglichener, wobei es aber weitgehend im Mittelfeld stattfand, beide Strafräume waren weitgehend Tabuzone.

Freistoßtor Sabrina Dirks Freistoßtor Sabrina Dirks Freistoßtor Sabrina Dirks

Das Freistoßtor von Sabrina Dirks (nicht im Bild) zum 1:1: den Ball schön über die Mauer gehoben, Keeperin Ramona Emig hat keine Chance

Sieben Minuten vor Schluss hätte dann Hagsfelds Kapitänin Sarah Kniel zwei Meter vor dem Tor mit einem Kopfball nach Eckstoß die Führung erzielen können, doch der Ball ging über die Latte. Auch Frankfurt hatte noch Gelegenheiten, doch keine war richtig zwingend, und so blieb es letztlich beim 1:1, einem wie schon gesagt den Spielanteilen nach gerechtem Ergebnis.

Svenja Huth und Klara Junker

Ob am Boden oder in der Luft, fast jeder Ball war hart umkämpft. Hier köpfen Svenja Huth (links) und Klara Junker

„Die Schiedsrichterin meinte, sie hätte schon Spiele auf schlechteren Plätzen gepfiffen”, zog Martin Bieser hinterher die Berechtigung der Platzsperre in Zweifel. Seine Vermutung, dass der Platz für bespielbar erklärt worden wäre, wenn ein Spiel der ersten Mannschaft angestanden hätte, die am Mittwoch hier ihr Nachholspiel gegen Bad Neuenahr austragen wird, ist sicherlich nicht abwegig. Es sei der Stadt Frankfurt, die den Platz besitzt und schon seit Jahren immer wieder neu verspricht, ihn zu sanieren, ins Stammbuch geschrieben, dass das Stadion am Brentanobad kein gutes Licht auf die Stadt wirft! Bieser war mit dem Ergebnis in der Bilanz zufrieden. „Wir hätten gewinnen können,


aber Frankfurt hätte auch gewinnen können, und uns hilft der Punkt, Frankfurt steht jetzt noch mehr unter Druck”, erklärte er.

Dieser Druck und die daraus resultierende Verunsicherung der sehr jungen Frankfurter Spielerinnen war auch deutlich zu spüren. Trainerin Wiltrud Melbaum hat aber reagiert und mit Meike Becker, einer erfahrenen Spielerin aus der 3. Mannschaft des FFC, einen Ersatz für die am Meniskus verletzte Mira Krummenauer besorgt, die eigentlich die Aufgabe haben sollte, die jungen Spielerinnen zu führen und jetzt an allen Ecken und Enden fehlt. Aber noch eine alte Bekannte wurde kurzfristig reaktiviert: Judith Affeld, die ihre Laufbahn eigentlich schon vor der Saison beendet hatte, erklärte sich bereit, für die letzten Saisonspiele einzuspringen und dem jungen Team bei der Mission Klassenerhalt zu helfen. Affeld hatte erst seit Mittwoch mit der Mannschaft trainiert, sich aber selbst fit gehalten, und zeigte bereits in diesem Spiel, dass sie das Team gut verstärken kann, ebenso wie Becker, die im Mittelfeld ein gutes Spiel machen konnte. Mit der ersten Halbzeit ihres Teams war Melbaum gar nicht zufrieden, da habe das Zweikampfverhalten nicht gestimmt, das sei dem Abstiegskampf nicht angemessen gewesen. In der zweiten Halbzeit sei dann endlich das Tempo höher gewesen, Hagsfeld sei unter Druck gesetzt worden, so müsse man im Abstiegskampf spielen.

Ich selber bin sicher, wenn sich Affeld und Becker besser mit dem Team eingespielt haben, dazu noch die gerade erst wiedergenesene Patrizia Barucha zu alter Stärke zurückkommt, dann wird sich der 1. FFC Frankfurt II auch wieder fangen. „Wenn die jungen Spielerinnen diese Krise hier erst mal hinter sich haben, sind sie um eine wichtige Erfahrung reicher und gehen gestärkt in die nächste Saison!”, bilanzierte dann auch Wiltrud Melbaum, und da kann sie recht haben!

Meike Becker

Meike Becker aus der dritten Mannschaft soll ihre Erfahrung in das junge Team des 1. FFC Frankfurt II einbringen, was ihr stellenweise auch schon recht gut gelang. Im Hintergrund Hagsfelds Milena Weigand (links) und Elena Obert (rechts)



1. FFC Frankfurt II:
Emig - Torchalla, S. Schneider, Schatton, Seitz - Kantor, Becker, Affeld, Huth, Barucha (58. Brenner), Dambier (71. Pankratz)

ASV Hagsfeld:
Wilhelm - Greilach, Kniel, Beuthner, Junker - Soyk, Dirks (89. Schott), M. Weigand, C. Weigand, Obert (65. Recktenwald) Schielenski

Tore:
1:0 Dambier (13.)
1:1 Dirks (33.)
Gelbe Karten: Becker, Dambier / Kniel, Soyk

Schiedsrichterin: Miriam Dietz (Bad Sobernheim)

Zuschauer: 80


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