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2. Bundesliga Süd, 10. SpieltagDie Grenzen aufgezeigt1. FC Saarbrücken – 1. FFC Frankfurt II 3:0 (0:0) | ||
Text und Fotos von Martin Kochem5.12.2006 Der 1. FC Saarbrücken marschiert weiter unaufhaltsam in Richtung 1. Bundesliga. Im mit Spannung erwarteten Topspiel des 10. Spieltages zeigte der Tabellenführer und Aufstiegsfavorit Nummer 1 auch dem bisherigen Tabellenzweiten vom Main deutlich die Grenzen auf und sicherte sich mit einem letztendlich klaren 3:0 (0:0)-Erfolg vorzeitig die Herbstmeisterschaft Dabei tat sich das bemerkenswert junge Team von Saarbrückens Trainer Guido Mey in der ausgeglichenen ersten Halbzeit gegen die defensiv äußerst kompakt stehenden Hessinnen zunächst mehr als schwer und besaß vor dem Seitenwechsel eigentlich nur eine einzige echte Torchance, als Lisa Schwab nach Stellungsfehler von Jasmin Jannermann alleine durchbrach, doch das Leder aus über 20 Metern sowohl über die herauseilende Marleen Wissink als auch über das Tor hob (28.). ![]() Lieferten sich packende Zweikämpfe: die beiden U 19-Europameisterinnen Nadine Keßler (FCS, in blau) und Jasmin Jannermann (FFC, in rot) Während der FFC-Abwehrriegel um die kompromisslose Anne Engel herum ansonsten nicht viel zuließ, lief bei den Gästen im Spiel nach vorne wenig bis gar nichts zusammen, was nicht zuletzt am frühen verletzungsbedingten Ausscheiden von Patrizia Barucha lag, die sich ohne Einwirkung einer Gegenspielerin bereits nach einer guten Viertelstunde schwer am Knöchel verletzte und durch Nachwuchshoffnung Mirella Junker ersetzt werden musste. ![]() Patrizia Barucha, seit Monaten in Bombenform und extrem wichtig für das Angriffsspiel des FFC Frankfurt, mußte bereits nach frühzeitig mit einem Bänderriss im Sprunggelenkt vom Platz. Gute Besserung, Patzi! Mit frischem Schwung kamen die Saarländerinnen aus der Kabine und gaben mit Nadine Keßler’s Kopfball knapp neben das Tor (50.) gleich ein erstes Lebenszeichen von sich ab. Nur 6 Minuten später wurde die nach überstandener Verletzung ins Team zurückgekehrte Christina Arend über die rechte Außenbahn auf die Reise geschickt, lief alleine auf das FFC-Tor zu, scheiterte zunächst an der hervorragend reagierenden Wissink, doch hatte die mitgelaufene Keßler sodann keine Mühe mehr, den ihr vor die Füße abprallenden Ball zur erlösenden FCS-Führung abzustauben. ![]() Das 1:0 für den FCS: Christina Arend schaute sich Marleen Wissink vergeblich aus, doch Nadine Keßler (noch im Hintergrund hinter Jasmin Jannermann) staubte den Abpraller anschließend locker ab Nachdem die niederländische Rekordnationaltorhüterin kurze Zeit später einen Knaller von Meike Dinger (60.) noch hatte entschärfen können, war sie nach 63 Minuten allerdings ein zweites Mal geschlagen, als die nunmehr mächtig aufdrehende Lisa Schwab ein herrliches Solo mit einem trockenen Schuss aus 12 Metern ins kurze Eck abschloss. Der Torschrei der gut 350 Zuschauer am Kieselhumes war noch nicht richtig verstummt, als der FFC im unmittelbaren Gegenzug zu seiner bis dato einzigen und größten Chance kam. Vanessa Schäfer hatte sich auf der linken Seite herrlich durchgetankt, doch deren eigentlich maßgeschneiderte Flanke versuchte Safi Nyembo aus 2 Metern mit dem (gestreckten) hohen Bein anstelle mit dem Kopf zu nehmen, sodass die ansonsten beschäftigungslose U-19-Europa- meisterin Romina Holz die Situation |
Zwei Fussballgenerationen bei der Seitenwahl: Marleen Wissink (FFC, links) und Nadine Keßler (FCS, rechts). In der Mitte Schiedsrichterin Christina Jaworek mit ihren Assistentinnen Elena Uhl und Sabrina Jene | |
entschärfen konnte und auch beim Nachschuss von Stefanie Wagner (ans Außennetz) nicht mehr einzugreifen brauchte. Müßig darüber nachzudenken, welchen Verlauf das Spiel wohl nach einem durchaus möglichen FFC-Anschlusstreffer genommen hätte… ![]() Stefanie Wagner (FFC, links) im Duell mit Nadine Dillenburger (FCS, rechts) Stattdessen wirbelte die nun immer besser in Schwung kommende FCS-Angriffsmaschinerie die FFC-Hintermannschaft mit geradlinig vorgetragenen Kontern das eine oder andere Mal kräftig durcheinander. So vergaben beispielsweise Schwab (65.) sowie Keßler (75.) in jeweils aussichtsreicher Position die endgültige Entscheidung und Wissink konnte einen Arend-Schuß gerade noch so an den Pfosten lenken (68.). ![]() FFC-Abwehrchefin Anne Engel (rechts) durfte die nach der Pause mächtig aufdrehende Lisa Schwab nie aus den Augen lassen.. Nach 76 Minuten war dann allerdings auch die beste Frankfurterin an diesem Tage machtlos, als es der Torschützenkönigin der Saison 2004/05 Christina Arend vorbehalten war, nach Vorarbeit von Schwab den Sack mit dem 3:0 aus kurzer Distanz endgültig zuzubinden. Beim anschließenden Torjubel ließ es sich der ganze Stolz des FCS-Vorsitzenden Oskar Arend dann im Übrigen nicht nehmen, in „Claudia Müller-Manier anno EM-Finale 2001“ ein wenig (Eigen-)Werbung für den an diesem Tage erschienenen FCS-Pin-up-Kalender 2007 zu machen und wurde (wohl nicht nur dafür) von den begeisterten Zuschauern bei ihrer Auswechslung kurze Zeit später mit „Standing Ovations“ bedacht. Von einem Torjubel weit entfernt waren an diesem Tage hingegen die lediglich in kämpferischer Hinsicht vollauf überzeugenden Frankfurterinnen, welche durch Vanessa Schäfer’s Schlenzer (88.) die letzte Torchance des Spiels und damit eine Ergebniskorrektur vergaben. Die Tatsache, dass sich die Offensivabteilung des FFC nach dem kompletten Ausfall des gefürchteten "B & B"-Sturms (Birgit Bernhart war nach der 5. gelben Karte gesperrt) als laues Lüftchen präsentierte, blieb auch FFC-Coach Andy Pfaff nicht verborgen: "Wir haben gegen einen spielerisch überlegenen Gegner in der ersten Halbzeit sehr gut dagegengehalten und in den Zweikämpfen auch meist die Oberhand behalten. Nach dem frühen Ausfall von Patrizia Barucha mussten wir leider umstellen und uns mangels Alternativen daher zwangsweise auf die Defensivarbeit konzentrieren. Nach der Halbzeit und dem viel zu früh gefallenen 1:0 hat man dann die ganze Klasse des Gegners gesehen, die unsere Abwehr mit zunehmender Spieldauer teilweise schwindelig |
gespielt haben. Wohl demjenigen, der so ein Reservoir an jungen, schnellen und technisch versierten Spielerinnen a la Keßler, Schwab & Co. hat und bei dem selbst die Einwechselspielerinnen abgehen wie Raketen. Nach den zwei Niederlagen wissen wir jetzt zumindest, wo wir stehen, und dass es für die absolute Spitze in dieser Liga eben (noch) nicht reicht. Trotzdem werden wir im letzten Heimspiel dieses Jahres gegen Jena noch mal alles geben und hoffen zudem, dass sich Patrizia Baruchas Verletzung als nicht so schwerwiegend entpuppt…"
Zufrieden zeigte sich hingegen FCS-Trainer Guido Mey, der den Sieg auch in dieser Höhe als verdient bezeichnete und das Lob gerne an seine Mannschaft weitergab: "In der 1. Halbzeit haben wir uns wahrlich sehr schwer getan und der FFC hat bewiesen, dass er in dieser Saison eine gute, teilweise erstligaerfahrene Mannschaft zusammen hat. In der 2. Halbzeit haben wir dann mit Windunterstützung gespielt, wobei uns sicherlich auch das frühe Tor zu Gute kam und unsere schnellen Spielerinnen bei den Kontern sodann zum Tragen gekommen sind. Während der FFC ja eigentlich nur um die goldene Ananas spielt, stehen wir insbesondere bei jedem Heimspiel unter enormen Druck – in Saarbrücken zählt in dieser Saison eben nur der Aufstieg…"
![]() FCS-Coach Guido Mey hält dem Druck des "Aufsteigenmüssens" in dieser Saison bisher souverän stand
1. FC Saarbrücken:
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