Text und Fotos von Martin Kochem 26.9.2006
„Na, also – es geht doch...“ stellte ein zufriedener FFC 2-Coach Andy Pfaff nach dem Abpfiff fest und durfte sich zusammen mit seinen erschöpften Mädels über den ersten Auswärtssieg der Saison freuen. Besonders angetan war der 39-jährige Fußballlehrer von seinem Sturmduo Barucha / Bernhart, welches von Spiel zu Spiel besser harmoniert und das schon seit Jahren vorhandene traditionelle Sturmproblem der „Zweiten“ in dieser Saison vergessen zu machen scheint. Alle sechs FFC-Tore der noch jungen Saison gehen auf das Konto von „B&B“ – allein diese Tatsache spricht eine deutliche Sprache.
Eine besondere Note ergab sich hierbei aus der Tatsache, dass Birgit Bernhart vor wenigen Monaten noch für die Heimmannschaft aus Niederkirchen die Fußballschuhe schnürte, zum Beginn dieser Saison aber nach Frankfurt gewechselt ist. Doch nicht nur die Tore, sondern auch das Zusammenspiel der beiden unterschiedlichen Stürmertypen ließen Pfaff das eine oder andere Mal mit der Zunge schnalzen.
 Mara Milbredt (FFC/links) klärt hier kompromisslos gegen Christine Veth (TuS/rechts)
So beispielsweise nach elf Minuten, als die wieselflinke Barucha bis auf die Torauslinie durchstartete, mit einem klugen Rückpass die kompromisslose FFC-Mittelstürmerin Bernhart bediente, diese sofort abzog und der Ball nur Zentimeter am rechten oberen Winkel vorbeizischte. Nachdem zuvor Eyleen Aschenbachs Direktabnahme (3.) ihr Ziel ebenfalls nur knapp verfehlt hatte, war der sich anschließende FFC-Führungstreffer nur die logische Konsequenz einer starken Anfangshase der Gäste.
 Patrizia Kehrer (TuS, rechts) kann hier Stefanie Wagner (FFC) im letzten Moment stoppen
Eine Ecke von Steffi Wagner köpfte die am 5m-Raum lauernde Bernhart unhaltbar für Torfrau Sandra Stutzer zum verdienten
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Trotz ihrer Körpergröße von nur 1,62 m kommt Patrizia Barucha (FFC) hier unbedrängt zum Kopfball. Ihre kongeniale Sturmpartnerin Birgit Bernhart, letzte Saison noch bei Niederkirchen, schaut hier zu, erzielte aber die beiden Tore für den FFC Frankfurt
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0:1 ein. Ein Tor nach einer Standardsituation – wann hatten die FFC-Verantwortlichen dieses Erlebnis zuletzt bejubeln dürfen ? Dem wollten die nach diesem Gegentor aufgewachten Gast- geberinnen jedoch in nichts nachstehen und konnten durch Jaqueline Dünker mit einem direkt verwandelten Freistoss von der Strafraumgrenze von noch vor der Pause ausgleichen (38.).
Ärgerlich dabei für die anstelle von Marleen Wissink ins FFC-Gehäuse gerutsche Rückkehrerin Barbara Legrand, dass ihre gestellte Mauer ein besserer „Schweizer Käse“ war und sie den flach und hart geschossenen Ball folglich passieren lassen musste. Nur sechs Minuten später konnte „Babsi“ jedoch einmal mehr ihre Klasse unter Beweis stellen, als sie ein Geschoss der frei vor ihr auftauchenden Stefanie Dums mit Reflex entschärfen konnte.
Auch nach dem Seitenwechsel erwischten die Gäste den besseren Start, als die wiederum von Barucha herrlich bediente Bernhart das Kunststück fertig brachte, das Leder freistehend aus sieben Metern in die (an diesem herrlichen Fußballnachmittag nicht vorhandenen) Wolken zu jagen.
Niederkirchens Brankica Drljaca (links) gewinnt hier das Kopfballduell gegen Patrizia Barucha
Nur eine Minute später machte es die Ex-Niederkirchenerin nach gleicher Kombination jedoch deutlich besser und ließ ihrer ehemaligen Mannschaftskameradin im Tor der Pfälzerinnen mit einem noch leicht abgefälschten Drehschuss keinerlei Abwehrmöglichkeit (53.).
Gegen die bei glühender Hitze nun konditionell immer mehr abbauenden Frauen von TuS-Coach Michael Drese hätten beispielsweise Barucha (64.) oder aber Safi Nyembo (89.) nach Kontersituationen für die endgültige Entscheidung sorgen müssen, doch am Ende reichte es für das FFC-Farmteam –im Gegensatz zum vergangenen Jahr-
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auch so (damals konnten die Gastgeberinnen aus einem 1:2-Rückstand in der Nachspielzeit noch einen 3:2-Sieg machen).
Während FFC-Coach Andy Pfaff in der anschließenden Presse- konferenz einen „Riesenrespekt“ an seine Truppe zollte, sprach auch TuS-Coach Michael Drese von einem „verdienten Sieg“ der „aggressiveren“ Gäste, die „läuferisch sehr gut unterwegs waren“. Trotz des (durch den aberkannten Punktgewinn bei Wacker) nunmehr perfekten Fehlstarts bleibt man beim TuS zuversichtlich, das angestrebte Saisonziel (mindestens den Platz aus dem Vorjahr zu wiederholen) erreichen zu können.
 Mit dem Blick eines entschlossenen Stiers: Birgit Bernhart (links) erlegte ihren Ex-Club mit einem Doppelpack im Alleingang - Patrizia Kehrer (rechts) kann ihr nur ehrfurchtsvoll hinterherschauen...
TuS Niederkirchen:
Stutzer - Dünker (83. Boll), Egelhof, Kehrer, Drljaca (46. Ada) - Angel, Antonaci (58. Alilaj), Dums, Veth - Kustermann, Weber
Trainer: Michael Drese
1. FFC Frankfurt II:
Legrand – Milbredt, Engel, Schneider, Sikorski - Schatton (46. Junker), S. Wagner, Aschenbach (77. Demos), Nyembo - Bernhart, Barucha
Trainer: Andy Pfaff
Tore:
0:1 Bernhart (20.)
1:1 Dünker (38.)
1:2 Bernhart (53.)
Gelbe Karte: Bernhart
Schiedsrichterin: Moiken Jung (Worms)
Zuschauer: 120
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