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2. Bundesliga Süd, 11. Spieltag

Wechselndes Glück

1. FFC Frankfurt II - FF USV Jena 2:2 (0:0)

Text und Bilder von Tom Schlimme

11.12.2006   Tabellenzweiter gegen Tabellendritter, da kann man schon Spitzenbegegnung sagen. Und genau wie am Vormittag bei der gleichen Konstellation in der ersten Liga, bot auch dieses Spiel der 2. Bundesliga Süd ein ansprechendes Niveau - trotz nach wie vor extrem holprigem und schwer bespielbaren Platz.

Auch das Ergebnis geht in Ordnung. Am Ende jedenfalls. Vorher hätte Frankfurt gewinnen müssen, jedenfalls, wenn man die Überlegenheit in der ersten Halbzeit und die Vielzahl erstklassiger, aber vergebener Chancen betrachtet. Dann hätte Jena gewinnen müssen, als man in der zweiten Halbzeit mit 0:2 vorne lag und das Spiel sicher im Griff zu haben schien. Vergebene Chancen rächen sich, wenn die Heimmannschaft ihre nicht nutzt, gewinnen halt die Gäste, so geht das im Fußball, und jeder hätte es gerecht genannt. Aber das Glück kippte nochmal an diesem Tage, und am Ende einer hochdramatischen Schlussphase stand es dann 2:2.

Jasmin Jannermann und Julia Arnold

Jenas Julia Arnold im roten Trikot wird hier eng bedrängt von Jasmin Jannermann. Von links kommt Vanessa Schäfer hinzu, und hinten lauert Selina Dambier auf eine Balleroberung durch ihre Kameradinnen

Beide Teams hatten schwerwiegende Ausfälle zu verkraften. Bei Frankfurt fehlten mit Patrizia Barucha und Steffi Wagner zwei Leistungsträgerinnen, bei Jena mit Ivonne Hartmann eine ganz wichtige Führungsspielerin, und Sabrina Schmutzler konnte nach überstandener Mandeloperation erst eine Halbzeit lang antreten. Beide Teams steckten die Ausfälle jedoch gut weg.

Anne Engel und Sylvia Arnold

Sylvia Arnold (links) nutzte den einzigen Fehler von Frankfurts Abwehrchefin Anne Engel (rechts) zum Führungstor für Jena

Schon in der zweiten Minute kam Frankfurt zu einer Ecke, ein Schuss von Joelle Sadien wurde jedoch von der guten Jenaer Keeperin Jana Burmeister gehalten. Es folgten einige gute Aktionen von Selina Dambier, wie Sadien aus der 3. Mannschaft des FFC ins Team gerückt. Erst scheiterte Dambier mit einem allerdings zu ungenauen Schuss an Burmeister, dann traf sie nur den Pfosten nach schöner Vorarbeit von Birgit Bernhart, später schoss Dambier noch einmal knapp vorbei. Dazwischen hielt Burmeister noch einen gefährlichen Flachschuss von Jasmin Jannermann, die heute nicht links in der Viererkette sondern vor der Abwehr spielte.

Jena spielte im Mittelfeld gut mit, konnte sich aber keine echten Chancen erarbeiten. Die gab es weiter für Frankfurt: Bernhart verpaßte nach einem schnellen Konter eine flache Hereingabe von Annika Stunz, dann leistete Bernhart die Vorarbeit für Jannermann, die aber nach 37 Minuten den zweiten Pfostenschuss des Spiels produzierte. Dann setzte sich wieder Sadien rechts durch, gab den Ball nach innen, wo Dambier ihn mit dem Kopf Richtung Tor von Jena befördern konnte, doch Julia Arnold klärte auf der Linie. So ging es also torlos in die Halbzeitpause.


Sabrina Schneider, Stephanie Milde und Finoa Röhrig

Sabrina Schneider scheint es mit den Armen zu zeigen: Glück und Pech auf beiden Seiten, am Ende mußten sich alle mit einem Unentschieden abfinden. Stephanie Milde (links) und Fiona Röhrig konnten es auch nicht ändern

Jena kam dann gestärkt durch Schmutzler und mit mehr Offensivgeist als zuvor aus der Kabine. Sylvia Arnold konnte sich an der Grenze des Frankfurter Strafraums mit einer schönen Drehung durchsetzen, Flanke, Steffi Scheitler verpaßte nur knapp, den Kopf an den Ball zu bekommen. Dann umspielte Schmutzler Fiona Röhrig, Frankfurts Abwehrchefin Anne Engel klärte auf Kosten einer Ecke. Aber auch Frankfurt spielte weiter nach vorne, die für Sadien eingewechselte Safi Nyembo startete rechts einen Superlauf, ließ ihre Gegenspielerin stehen und schoss dann deutlich am fast freien Tor vorbei. Die erste wirklich gute Chance für Jena hatte dann Schmutzler in der 53. Minute, als sie bedrängt aus der Drehung nur knapp neben das Tor schoss.

Selina Dambier

Selina Dambier, die hier den Ball zum Einwurf fängt, sorgte auf ihrer linken Seite für mächtig Druck und erzielte den wichtigen Frankfurter Anschlusstreffer.

Nur wenig später war es dann soweit: ausgerechnet die beste in der Frankfurter Abwehr, Anne Engel, schlug den Ball nicht entschieden genug weg, Sylvia Arnold nutzte die Chance zum Führungstor für Jena. Und Jena stürmte weiter. Frankfurts Eyleen Aschenbach mußte in höchster Not vor Schmutzler klären, Frankfurt von der Rolle, Jena dominant. Dann Freistoß für Jena, auf den ersten Blick eine harmlose Situation, doch Tina Kopplin verwandelte direkt - bei dieser Entfernung muss man von gnädiger Mithilfe durch Frankfurts sonst fehlerfreier Keeperin Marleen Wissink sprechen.

Birgit Bernhart und Tina Kopplin

Noch zwei Torschützinnen: Birgit Bernhart (links) machte das 2:2, Tina Kopplin (rechts) hatte vorher mit direkt verwandeltem Freistoß das 0:2 besorgt. Im Hintergrund Stephanie Krämer

Neun Minuten später war Selina Dambier mit einem schönen Flachschuss nach ihren vielen vergebenen Chancen dann plötzlich erfolgreich, und der


Ausgleich folgte nur zwei Minuten später durch - na wen wohl, Strafraumspezialistin und Goalgetterin Birgit Bernhart, die eine scheinbar eher auf Verdacht und ungenau von Nyembo in den Strafraum geschlagene steile Flanke erreichte und unhaltbar verwandelte. Das Frankfurter Publikum tobte und feuerte die Mannschaft an, wie ich es bei keinem Spiel in dieser Saison und auch sonst kaum jemals bei Frankfurts Zweiter erlebt habe. Es gab auch noch Chancen für Frankfurt, aber der Ball ging nicht mehr zwischen die Torpfosten. Auch Jena hatte durch Madlen Günnel ganz zum Schluss noch mal eine Großchance, doch es blieb dann beim Unentschieden.

Ein Unentschieden, das Jenas Trainerin Heidi Vater nach dem Spiel als leistungsgerecht bezeichnete. In der ersten Halbzeit sei Frankfurt klar besser gewesen, nach der 2:0 Führung in der zweiten Halbzeit hätte sich aber ihr Team den Sieg nicht mehr nehmen lassen dürfen. Frankfurts Trainer Andy Pfaff verschwand schnell in der Kabine und schien mit dem Ergebnis nicht sehr zufrieden. Allerdings muss man faiererweise sagen, dieses Spiel hätte jede der beiden Mannschaften gewinnen können, und Jena hätte die drei Punkte dringend benötigt, um den Abstand zu Saarbrücken, die jetzt zum klaren Aufstiegsfavoriten avanciert sind, im Rahmen halten zu können. Frankfurt kann mit dem Ergebnis und sowieso mit dem Verlauf der Saison - man ist immer noch Vierter der Tabelle - zufrieden sein. Ich sage danke an beide Mannschaften für packenden Fußball von hoher Qualität!

Alle platt

Die Spielerinnen beider Teams hatten alles gegeben und fielen nach dem Schlusspfiff erschöpft auf den Rasen. Beide Mannschaften schienen das Unentschieden als Niederlage zu begreifen, doch für den Fußball war das gute Spiel ein Gewinn!

1. FFC Frankfurt II

Wissink - Stunz, Engel, Schneider, Röhrig (53. Schatton), Jannermann, Sadien (46. Nyembo), Aschenbach, Schäfer (67. Sikorski), Dambier, Bernhart

FF USV Jena

Burmeister - J. Arnold, Pompl (46. Schmutzler), Kopplin, Groll, Krämer, Höfer, S. Arnold, Günnel, Milde (76. Groß), Scheitler

Tore:
0:1 S. Arnold (56.)
0:2 Kopplin (70.)
1:2 Dambier (79.)
2:2 Bernhart (81.)

Gelbe Karten: Nyembo / Schmutzler, S. Arnold

Schiedsrichterin: Silke Lüken (Osnabrück)

Zuschauer: 200


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