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2. Bundesliga Süd, 19. Spieltag

Gotte rettet Punkt für Aue

1. FFC Frankfurt II - FC Erzgebirge Aue 2:2 (1:0)

Text und Bilder von Tom Schlimme

29.4.2007   Wenn man bis zur 79. Minute 2:0 führt, eine einzige Ecke zugelassen hat und die eigene Torfrau bis dahin nur mit Rückgaben beschäftigt war, aber keinen einzigen Ball zu halten hatte, dann hat man sicher das Recht, von einem guten Spiel der eigenen Mannschaft zu reden. Wenn dann aber der scheinbar mausetote Gegner noch durch zwei Tore in zwei Minuten ein Unentschieden holt, dann kann doch nicht alles so gut gewesen sein. So muss man das Spiel aus Sicht der zweiten Mannschaft des 1. FFC Frankfurt sehen, die sich auf eigenem Platz weiter extrem schwer tut, Siege einzufahren.

Die Spielerinnen des FC Erzgebirge Aue feierten das Unentschieden wie einen Sieg, und sie hatten auch allen Grund zur Freude. Für Aue bedeutet der Punktgewinn einen wichtigen Schritt im Abstiegskampf, da die beiden Tabellenletzten ihre Spiele verloren. Für Frankfurt dagegen war es der Verlust zweier Punkte und es hieß Abschied nehmen vom dritten Tabellenplatz.

Foul oder nicht Foul an Birgit Bernhart

Foul oder nicht Foul an Birgit Bernhart (blaues Trikot)? Die Frankfurter Spielführerin ging in dieser Szene in der 26. Minute zu Boden und die Zuschauer forderten Elfmeter, doch es ist aus dem Bild heraus nicht sicher zu erkennen, ob Cindy Matetschk (Nr.6) oder Juliane Zimmermann wirklich ein Bein von Bernhart berühren. Wahrscheinlich ist es schon, da in der Zange zwischen beiden Spielerinnen wenig Platz bleibt.

Die Partie begann ausgeglichen mit Chancen auf beiden Seiten. Zuerst ging ein Kopfball vom Mirella Junker nach Vorarbeit der heute wieder einmal mit vielen guten Flanken von rechts aufwartenden Steffi Wagner über die Latte des Gästetores. Dann zeigte auf der Gegenseite Christiane Gotte ihre Gefährlichkeit, indem sie sich bis zur Grundlinie durchspielte, gut in die Mitte passte, doch auch der folgende Schuss ging vorbei. Ebenso ein Kopfball von Aues Stürmerin Katrin Stiehl, die allerdings fast nur im Mittelfeld zu finden war. Aue spielte in der ersten Halbzeit praktisch nur mit Gotte als Spitze, von der alleine so etwas wie Gefahr ausging, in der zweiten Halbzeit wurde diese dann noch von Juliane Kühnel unterstützt.

Tor durch Karolin Thomas Tor durch Karolin Thomas Tor durch Karolin Thomas

Das 1:0 durch Karolin Thomas, die Grätsche von Katrin Stiehl kommt zu spät

Nach einer Viertelstunde wurde das Team des 1. FFC Frankfurt dann aber drückend überlegen und Aues Keeperin Isabel Rokitte hatte alle Hände voll zu tun, löste ihre Aufgaben aber sehr gut, egal, ob es darum ging, Flanken von Wagner aus der Luft zu fischen oder die meist zu unpräzisen oder schwachen Schüsse der Frankfurter Stürmerinnen zu halten.

So fiel dann der Führungstreffer wie eine verdient geerntete reife Frucht: Karolin Thomas, vor allem in der ersten Halbzeit wieder mit einem sehr guten Spiel, nahm den


Sabrina Schneider gegen Christiane Gotte

Ihre Duelle waren letztlich die entscheidenden: hier in dieser Szene und überhaupt in der ersten Halbzeit blieb Frankfurts Innenverteidigerin Sabrina Schneider (rechts) Siegerin gegen Christiane Gotte, doch in der 79. und 81. Minute setzte sich Gotte durch und schoss Aue mit ihren zwei Treffern zum Unentschieden

von der Seite flach kommenden Ball volley aus der Luft und drosch ihn unter die Latte des Auer Tores. Es blieb dann aber bei dieser knappen Halbzeitführung, denn Junker köpfte ein weiteres Mal über das Tor, Selina Dambier traf in bester Schussposition nach Vorarbeit von Wagner den Ball nicht richtig, und Wagner schoss dann selbst noch eine Handbreit über die Latte.

Nach dem Seitenwechsel blieb der FFC überlegen, Bernhart kam zu zwei Großchancen innerhalb von zwei Minuten, doch erst traf sie den Ball nicht richtig, dann hielt Rokitte ihren platzierten und festen Schuss mit ansehnlicher Parade. Bernhart hatte insgesamt nicht ihren besten Tag erwischt, besonders ihre Stärke aus der Hinrunde, ihre Effektivität vor dem Tor, ließ zu wünschen übrig. Überdies leistete sie sich ein unnötiges Foul an Keeperin Rokitte, für das sie zu recht gelb sah.

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Karolin Thomas (links), hier gegen Katrin Stiehl, machte wieder ein gutes Spiel für die zweite Mannschaft des 1. FFC Frankfurt, der damit in der ersten Mannschaft im Mittelfeld zunehmend der Qual der Wahl ausgesetzt sein wird

Allerdings muss ich an dieser Stelle auch einmal Schiedsrichter- innenkritik üben, denn Eva Kirschbaum lag öfter daneben, als im Frauenfußball üblich. Einmal verpfiff sie einen klaren Vorteil für Bernhart, dann übersah sie minutenlang trotz lauter Rufe, dass eine Spielerin von Aue nach Verletzungsbehandlung wieder auf den Platz wollte. Eine klare Rückgabe der eigenen Mitspielerin an Keeperin Rokitte, die diese mit der Hand aufnahm, übersah Schönfeld ebenso wie das regelmäßige Übertreten von Rokitte beim Abschlag aus dem Strafraum.

Tor durch Selina Dambier Tor durch Selina Dambier Tor durch Selina Dambier

Das 2:0 durch Selina Dambier: Dambier, verdeckt durch Beatrice Richter (Nr. 3) und Cindy Matetschk (Nr. 6), kommt zum Kopfball, der Ball geht steil nach oben und senkt sich unhaltbar für Isabel Rokitte in den Winkel

Frankfurt drückte weiter, weitere Glanzparade Rokitte nach Schuss der eingewechselten Vanessa Schäfer, wiederum vorbereitet von Wagner, Dambier mit weiterer


Gelegenheit, noch ein Schuss von Bernhart gehalten, dazwischen nur ein gefährlicher Konter über Gotte, die aber von der wieder einmal sehr sicheren Anne Engel souverän gestoppt wurde. Der zweite Frankfurter Treffer kann daher einfach nur als verdient bezeichnet werden (siehe Bilder). Nach diesem Tor hätte niemand im Stadion noch nennenswerte Beträge auf einen Punktgewinn von Aue gesetzt, doch es kam anders. Ein langer Ball zu Gotte, nur Sabrina Schneider ist bei ihr, bekommt den Fuß an den Ball, spielt ihn ein Stück zur Seite, doch damit genau an der herauslaufenden Keeperin Christina Koch vorbei und in die Laufbahn von Gotte, die dann ohne Mühe zum 1:2 einschießt.

Zweites Tor Cristiane Gotte

Christiane Gotte auf dem Weg zum 2:2 Ausgleichstreffer ist hier bereits Sabrina Schneider enteilt. Claudia Sikorski in der Bildmitte kann nicht mehr eingreifen.

Nur zwei Minuten später dann eine ähnliche Szene, wieder Gotte gegen Schneider, diesmal auf der linken Seite, Gotte setzt sich wieder durch, Koch halb in Herauslaufen ohne Chance, 2:2. Fehler von Schneider, ganz klar, aber für den Frankfurter Punktverlust sind viele Faktoren verantwortlich: die vielen vergebenen Chancen vor dem Auer Tor genauso wie die Tatsache, dass Schneider hinten mit der gefährlichen Gotte in diesen Situationen auch zu sehr allein gelassen wurde. Aue kann man nur gratulieren, mit der gerade erst 19 gewordenen Christiane Gotte ein großes Talent in ihren Reihen zu haben!

Anne Engel und Nadine Päßler

Anne Engel (oben), die hier den Ball gegen Nadine Päßler erobert, hätte als letzte Frau hinten stehend möglicherweise die beiden Gegentreffer verhindern können

1. FFC Frankfurt II

Koch - Milbredt (46. Demos), Engel, Schneider, Röhrig - Junker (46. Sikorski), St. Wagner, Thomas, Barucha (46. Schäfer) - Dambier, Bernhart

FC Erzgebirge Aue

Rokitte - Richter, Müller, Matetschk, J. Zimmermann - Martin (62. Korb) Liebold, Päßler, Stiehl - Kühnel, Gotte

Tore:
1:0 Thomas (30.)
2:0 Dambier (74.)
2:1 Gotte (79.)
2:2 Gotte (81.)

Gelbe Karten: Bernhart/ Liebold

Schiedsrichterin: Eva Kirschbaum (Düsseldorf)

Zuschauer: 51


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