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2. Bundesliga Süd, 8.Spieltag

Siegeszug fortgesetzt

Erzgebirge Aue – 1. FFC Frankfurt II 0:3 (0:1)

Text und Bilder von Martin Kochem

12.11.2006   Mit einem deutlichen 3:0 (1:0)-Auswärtserfolg bei den abstiegsgefährdeten Veilchen-Ladies untermauerte der zweite Anzug des 1. FFC Frankfurt eindrucksvoll seine immer unheimlicher werdende Siegesserie und bleibt mit dem insgesamt siebten Dreier in Folge Tabellenführer Saarbrücken dicht auf den Fersen.

Bei der minusrekordverdächtigten Kulisse von gerade mal 25 zahlenden Zuschauern im Rudolf-Harbig-Stadion zu Bad Schlema entwickelte sich auf tiefem Boden von Beginn an ein reines Kampfspiel, bei dem sich zunächst keine Mannschaft wesentliche Vorteile erarbeiten konnte. Nach einer guten

Kathrin Stiehl, Anika Stunz

Kathrin Stiehl (Aue, links) und Anika Stunz (FFC, rechts) in gespannter Erwartung auf das Spielgerät

Viertelstunde enteilte Birgit Bernhart dann erstmals ihrer Gegenspielerin und konnte von Sandy Matetschk als „letzter Frau“ nur noch durch ein vorsätzliches Foul gestoppt werden, doch anstelle des fälligen Platzverweises beließ es die insgesamt keineswegs überzeugende Schiedsrichterin Kausch bei „Gelb“.

Birgit Bernhart, Patricia Barucha

Das phänomenale B & B - Sturmduo brachte es zusammen schon auf 18 Saisontore und hatte auch in Aue Grund zur Freude

Im Gegenzug tauchten die auch in dieser Spielzeit abstiegsgefährdeten Gastgeberinnen erstmals gefährlich vor dem FFC-Tor auf, doch die Volleyabnahme von Anna Petrusova verfehlte ihr Ziel doch recht deutlich. Nachdem die Unparteiische ein klares Foulspiel im Strafraum an Bernhart einfach „übersehen“ hatte, bewahrte FCE-Torfrau Rokitte ihr Team nach 22 Minuten vor dem sicheren Rückstand, als diese nach Rechtsflanke von Stefanie Wagner und schöner Kopfballablage Bernharts einen strammen Schuss von Vanessa Schäfer mit blitzschneller Fußabwehr gerade noch abwehren konnte.

Kathrin Stiehl, Anika Stunz

Nadine Helwig (Nr. 2) kann sich hier im Zweikampf gegen Anika Stunz (hinter ihr) behaupten

Auf der gegenüberliegenden Seite demonstrierte auch Hollands Rekordnationalspielerin Marleen Wissink ihr nach wie vor präsentes Können und bereinigte die erste wirklich brenzlige Situation im Strafraum des Tabellenzweiten (Kopfball von Franziska Schlien aus kurzer Distanz) auf die gleiche Art und Weise.


Stefanie Wagner

Steffi Wagner (Nr. 8) als "Herrin der Lüfte" - Teamkollegin Sarah Schatton (Nr. 7) sowie die Auerinnen Kathrin Stiehl (Nr. 7) sowie Tina Liebold beobachten die Szene

Als sich die fröstelnden Zuschauer bei einsetzenden Regenschauern schon alle auf ein torloses Remis zur Pause eingestellt hatten, fasste sich die unermüdlich rackernde Birgit Bernhart nach schönem Solo ein Herz und besorgte mit einem herrlichen Schlenzer in den rechten oberen Winkel den eminent wichtigen Führungstreffer der im Vorfeld favorisierten Gäste.

Sandra Eckelmann

Ausgerutscht: Sandra Eckelmann's Schussversuch bezeichnend für die derzeitige Tabellensituation der Veilchen-Ladies

Der bereits 9. Saisontreffer der Ex-Niederkirchenerin schien nach dem Seitenwechsel dann auch die bis dato etwas unglücklich agierende „B&B“-Sturmpartnerin Patrizia Barucha inspiriert zu haben, war diese doch nach einem Freistoss von Sarah Schatton zur Stelle und grätschte das Leder in klassischer Mittelstürmermanier über die Torlinie (57.).

Von diesem Schock erholten sich die jetzt auch kräftemäßig immer mehr nachlassenden Erzgebirglerinnen letztendlich nicht mehr und mussten nunmehr nahezu tatenlos die Übermacht des Gegners anerkennen. Aus einer sicheren Deckung um die überragende Anne Engel und die solide Sabrina Schneider heraus konnte der FFC der Partie nun endlich seinen Stempel aufdrücken

Sandra Eckelmann

Sarah Schatton bereitete per Freistoss das vorentscheidende 2:0 vor

und hätte die Führung durch Fiona Röhrig (61.) sowie einer verunglückten Flanke Wagners auf die Torlatte (63.) durchaus erhöhen können, doch musste für die endgültige Entscheidung letztendlich schon ein Foulelfmeter herhalten. Bernhart war hart an der Strafraumgrenze von 2-3 Auerinnen wieder einmal nur unsanft zu bremsen gewesen und Barucha konnte daraufhin mit ihrem souverän verwandelten Strafstoß (68.) in der internen Torschützenliste mit der Gefoulten gleichziehen. Abgeklärt sowie im Stile eines echten Zweitliga-Spitzenteams verwalteten die Hessinnen anschließend ihren Vorsprung und hätten das Ergebnis durch die kurz zuvor eingewechselte Mirella Junker (nach schönem Doppelpass mit Bernhart/71.) sowie Kapitänin Anika Stunz (mit Distanzschuß/76.) in die Höhe treiben können, doch war man am Ende froh und erleichtert darüber, auch die unangenehme Hürde genommen zu haben.


Trotz der doch relativ deutlichen Niederlage war FCE-Coach Lutz Reichel mit der Gesamtleistung seiner Truppe durchaus einverstanden: “Wir waren nicht so schlecht, wie das Ergebnis es vermuten lassen könnte. Ich kann zwar nicht mit dem Ergebnis, jedoch aber mit der kämpferischen und spielerischen Leistung meiner Mädels zufrieden sein. In der ausgeglichenen ersten Halbzeit waren wir mit dem Gegner auf Augenhöhe, der dann nach dem zu schnell gefallenen 2:0 seine Cleverness ausspielen konnte. Der Frankfurter Sieg ist verdient, jedoch um ein Tor zu hoch ausgefallen.“ Frankfurt ist in dieser Saison eine Nummer zu groß für uns – wir müssen unsere Punkte gegen den Abstieg gegen andere Mannschaften holen…“
Auf der Gegenseite war Gästecoach Andy Pfaff vor allem wichtig, dass „das Spiel mit einer beeindruckenden Willenskraft gewonnen werden konnte“, sah allerdings auch noch weiteren Verbesserungsbedarf im spielerischen Bereich. Mit dem bisherigen Saisonverlauf bzw. den erreichten 21 Punkten sei er „sehr stolz und zufrieden“, doch „werde sich erst in den letzten 3 Vorrundenspielen gegen die Topteams aus Köln, Saarbrücken und Jena zeigen, was Sache ist.“

FFC Frankfurt II

Siebter Sieg in Folge: Hier freuen sich (v.l.n.r.) Sarah Schatton, Patrizia Barucha, Anika Stunz, Jasmin Jannermann, Steffi Wagner, Birgit Bernhart und Mirella Junker




Erzgebirge Aue:

Rokitte – Helwig (69. Päßler), Zimmermann, Matetschk, Eckelmann – Gotte, Liebold, Buchmann, Schlien - Petrusova, Stiehl.

1. FFC Frankfurt II:

Wissink – Engel, Schneider, Röhrig, Jannermann - Stunz, Schäfer (74. Milbredt), Schatton (64. Junker), S. Wagner – Bernhart, Barucha..

Tore:
0:1 Bernhart (40.)
0:2 Barucha (57.)
0:3 Barucha (68./Foulelfmeter)

Gelbe Karten: Matetschk, Eckelmann

Schiedsrichterin: Doris Kausch (Essenbach)
SR-Assistenten: Stephanie Weber, Andrea Knauer.

Zuschauer: 25 zahlende


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