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2. Bundesliga Süd, 22.Spieltag

Doppeltes Happy-End

Karlsruher SC - 1. FFC Frankfurt II 1:3 (0:2)

Text und Bilder von Martin Kochem

05.06.2006   Der Karlsruher SC bleibt trotz einer verdienten Niederlage gegen die Reserve des amtierenden UEFA-Cup-Gewinners der Südgruppe der 2. Frauenfussball-Bundesliga auch in der nächsten Saison erhalten ! Durch den Abstieg des VFL Sindelfingen aus der Eliteklasse sowie der gleichzeitigen 0:3-Schlappe des FSV Jägersburg in Aue sicherten sich die Badenserinnen mit insgesamt mickrigen 7 Punkten aus 22 Spielen den Klassenverbleib, während der sportlich eigentlich qualifizierte zweite Anzug des VFL Sindelfingen in der nächsten Saison in der Oberliga Baden-Württemberg einen neuen Anlauf starten „darf“.

Grund zum Feiern gab es dabei gleich in doppelter Hinsicht, hat doch die Frauenabteilung des KSC sich nicht nur mindestens ein weiteres Jahr in der zweithöchsten Spielklasse gesichert, sondern mit der Sportanlage von Germania Karlsruhe (in unmittelbarer Nähe zum Wildpark-Stadion) auch endlich eine zufrieden stellende Heimspielstätte gefunden.

Claudia Nußelt

Machte erneut ihr Tor: Julia Manger (in rot)

Dass deren Einweihung jedoch zumindest vom Ergebnis her gründlich misslang, lag nicht zuletzt an der vorbildhaften sportlichen Einstellung der Gäste, für die es neben der goldenen Ananas ja immerhin noch um die Verteidigung des 7. Tabellenplatzes ging. Dabei schien es zu Beginn fast so, als ob die im Übrigen zum allerersten Mal (!) in dieser Saison in unveränderter Aufstellung zum vorhergehenden Punktspiel auflaufende Pfaff-Elf erst durch einen Freistosspfostenknaller von Christina Regert (5.) aus ihrer anfänglichen Lethargie erwachte und

Fiona Röhrig

Solide Leistung zum Saisonabschluss: FFC 2-Abwehrstrategin Fiona Röhrig

das Spiel nach diesem „Hallo wach“ – Effekt eindeutig bestimmte. Mit dem ersten vernünftig vorgetragenen Angriff gelang der wieselflinken Julia Manger nach 19 Minuten mit einem herrlichem Drehschuß aus 14 Metern ins kurze Eck sogleich die Gästeführung, welche Christine Wagner mit einer Kopfballbogenlampe über die schlichtweg zu klein geratene Torfrau Kesel hinweg zur beruhigenden 2:0-Pausenführung sogar noch ausbauen konnte.


Monika Kesel, Eyleen Aschenbach

KSC-Torfrau Monika Kesel (verdeckt) greift sicher vor Eyleen Aschenbach (vorne) zu

Beide Male verdiente sich die alles überragende Akteurin auf dem Platz, nämlich die erst bei etwa 70 % ihrer Leistungsfähigkeit angekommene Stefanie Wagner nach jeweils herrlichen

Stefanie Wagner

Alle 3 Torvorlagen gingen auf das Konto der wiedergenesenen Stefanie Wagner

Flanken(-läufen) über die rechte Angriffseite den jeweiligen Assist-Punkt. In den Anfangsminuten der 2. Halbzeit versäumte es der „kleine“ FFC sodann, den Sack endgültig zuzubinden und vergab durch die sehr agile Christine Wagner in aussichtsreichster Position gleich zwei „Hundertprozentige“, wobei die KSC-Schlussfrau bei deren zweiten Versuch (49.) die Vorentscheidung mit einem Klassereflex zu verhindern wusste. Ein Missverständnis zwischen der ansonsten absolut zuverlässigen Mara Milbredt sowie Torfrau Christina Koch brachte den KSC nach gut einer Stunde überraschend wieder ins Spiel zurück, als Melanie Seel der Ball buchstäblich auf den Kopf fiel und diese das Leder nur noch einzunicken brauchte.

Monika Kesel, Christine Wagner

KSC-Torfrau Monika Kesel rettet vor der einschussbereiten Christine Wagner

Doch die Hoffnung auf einen Punktgewinn bzw. den aus KSC-Sicht so dringend benötigten Dreier erhielt nur 4 Minuten später erneut einen herben Dämpfer, als Eyleen Aschenbach nach einer von Stefanie Wagner (von wem auch sonst) getretenen Ecke in gewohnt energischer Art und Weise zur Stelle war und dem Ball auf dessen Weg ins Tor


buchstäblich nicht mehr ausweichen konnte (64.). Das nie aufsteckende, jedoch in seinen spielerischen Möglichkeiten doch arg beschränkte und nicht zweitligareife Team von Ex-Profi Michael Harforth tauchte lediglich noch einmal gefährlich vor dem FFC-Gehäuse auf, jedoch behielt dabei Nachwuchstalent Christina Koch in einer 1:1–Situation gegen Sandra Severac abgezockt die Oberhand. Nachdem auch der ebenfalls allein vor Kesel aufkreuzenden Christine Wagner ein weiteres Tor verwehrt geblieben war (77.), erlöste Schiedsrichterin Anita Cohan in Anbetracht des drohenden (und dann auch einsetzenden) Wolkenbruchs beide Mannschaften von den Strapazen einer langen Saison, welche für die Gastgeberinnen dann doch noch ein glückliches Ende finden sollte. Für das ambitionierte Team von FFC-Coach Andy Pfaff, in welchem diese Saison nicht weniger als insgesamt 33 (!) Spielerinnen zum Einsatz kamen, bleibt hingegen die (durchaus berechtigte) Aussicht auf eine noch erfolgreichere Saison 2006/07, vorausgesetzt man bleibt vom Verletzungspech sowie der in der abgelaufenen Saison schon als extrem zu bezeichnenden Zwangsrotation verschont…

FFC Frankfurt

FFC 2-Gruppenfoto zum Saisonabschluss 2005/06




Karlsruher SC:

Kesel - Henne (73. Ernst), D. Schneider, T. Rastetter, Zieger - Guthier-Boeuf (46. Krauter), Regert, Fleischer, Seel - Beuthner, Sevarac (69. Trautwein).

1. FFC Frankfurt II:

Koch – Milbredt, Sikorski (46. Gilles), Demos, S. Schneider – Röhrig (46. Taubert), Aschenbach, Manger, Schäfer (46. Sadien) – C. Wagner, S. Wagner.

Tore:
0:1 Manger (19.)
0:2 C. Wagner (38.)
1:2 Seel (60.)
1:3 Aschenbach (64.)

Gelbe Karten: Seel

Schiedsrichterin: Anita Cohan (Remshalden)
SR-Assistenten: Nathalie Wittmann, Maike Fricke.

Zuschauer: 285.


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