Zweite Liga Süd, Nachholspiel vom 4. Spieltag (06.11.2005)

Eine gute Halbzeit reicht nicht, um Jena zu besiegen

FF USV Jena - FFC Wacker München 5:2 (0:1)

Text und Bilder von Sebastian Gille

15.11.2005    Ein herrlich sonniger Fußballnachmittag sollte es für den Fussballfan werden. Jena musste zu Hause gegen Wacker München ran - dass die Partie Spannung versprach, zeigten die Tabellensituation und die Spiele der letzten Saison. Jena gewann die letzte Partie souverän mit 3:0. Wie sollte es heute ausgehen?

Das Vorhaben war auf beiden Seiten klar definiert, ein Sieg sollte her. Die erste Halbzeit zeigte Wacker den stärkeren Willen und die besseren Kombinationen. Jena war vom Spielerischen her auf gleicher Höhe mit Wacker, allerdings scheiterten sie oft mit ungenauen Pässen oder mit der ungenauen Beobachtung der Laufwege der Mitspielerinnen. Dennoch hatte Jena gute Chancen in den ersten 10 Minuten, Wacker blieb aber mit schnellen Kontern immer wieder gefährlich. Vor allem die Spitze Mercedes Hartmann auf Seiten von Wacker sollte Jena das noch zeitig spüren lassen.

Zuerst war es aber Maria Breitenreiter, die die erste gefährlich Chance für München hatte. Jana Burmeister konnte erst im Nachfassen den prallenden Ball sichern. Beim 1:0 von Wacker durch Mercedes Hartmann in der 24.Minute war sie jedoch ohne Chance - cool und abgeklärt schoss sie Wacker zur verdienten Führung. Ein ums andere Mal ein lupenreiner Konter.

Ivonne Hartmann, Arlind Maurer

Ivonne Hartmann (Jena) und Arlind Maurer im Kopfballduell

Jena zeigte sich wenig beeindruckt und spielte die Linie weiter, aber immer noch mit zu vielen Fehlern und Ungenauigkeiten. Die Phase nach dem Tor war vor allem für das Tor von Wacker sehr gefährlich. Anna Blässe scheiterte zweimal an Kathrin Lehmann und ein klasse getretener Freistoß von Ivonne Hartmann verfehlte das Ziel nur knapp. Auch ein Freistoß von Arlind Maurer brachte nicht den erhofften Treffer für Wacker. Die Aktion war auch die letzte der 1. Halbzeit.

Dem versierten Fußballfan am Rande war klar - spielt Jena weiter so "schwach", wird das nichts gegen Wacker. So muss wohl auch Heidi Vater, die Trainierin von Jena, die Kabinenansprache gehalten haben, denn die Jenenserinnen legten in der 2. Halbzeit ordentlich


Anna Blässe, Andrea Siemer

Die dreifache Torschützin Anna Blässe (r.) im Zweikampf mit Andrea Siemer

zu. Kein Vergelich zu ersten Halbzeit. Anna Blässe sollte die Abwehr von München noch das Fürchten lehren.

Traf der Ball von ihr in der 46. Minute noch nicht das Tor, so sollte gleich zwischen der 48. und 63. ihr Hattrick die Siegchancen von Wacker gegen Null sinken lassen. Zuerst ein Kopfballtor nach Freistoß von Anna Höfer, danach ein Schuss aus kurzer Distanz und den dritten im Nachschuss ab in die Maschen. Das endgültige KO war das 4:1 durch Hartmann nach Ablage von Blässe in der 65. Minute.

München agierte wie ausgewechselt, die Abwehr ließ sich ein ums andere Mal ausspielen, hatte dem Sturmlauf nichts mehr entgegenzusetzen. Die rechte Seite wurde völlig vernachlässigt, was Raum für Jena ließ. Auflösungserscheinungen der Abwehr und des gesamten Spiels, was Wacker in der 1.Halbzeit noch auszeichnete. Ivonne Hartmann in der 86. Minute setzte für Jena den Schlusspunkt. Mit dem unnötigen 5:2 durch Mercedes Hartmann in der 88. Minute endete dieses Spiel.

Helen Nottebrock, Tina Kopplin

Anna Höfer nutzte geschickt die Lücken auf der rechten Abwehrseite und versucht hier, Lisa Lebert den Ball abzunehmen

Eine gute Hablzeit reichte nicht, um Jena zu besiegen, das musste Wacker München klar sein nach diesem Spiel. Hätten sie so klasse wie in der 1. Halbzeit agiert, wäre durchaus ein Sieg im Bereich des möglichen gewesen. Die weiten Abstöße von Lehmann und die daraus resultierenden Konter brachten die Abwehr von Jena


öfter ins Wanken - nicht zuletzt der überragenden Melanie Groll von Jena, die eine hervorragende Abwehrarbeit leistete, war es zu verdanken, dass diese noch rechtzeitig abgefangen wurden.

Einmal mehr war das Sturmduo um Blässe und Hartmann der Garant für den Erfolg, der - auch an der Spielentwicklung der 2. Halbzeit gemessen - in dieser Höhe völlig in Ordnung geht.

Helen Nottebrock, Tina Kopplin

Tina Kopplin (r.), die gute Abwehrarbeit leistete, kämpft mit Helen Nottebrock um den Ball

FF USV Jena:

Burmeister, Pompl, Herold, Groll, Wenzel, Kopplin (69. Pochert), Höfer, Günnel, I. Hartmann, Schlarp (66. Groß), Blässe

FFC Wacker München:

Lehmann, Karl (56. Lebert), Siemer, Maurer, Ortner-Bach, Preiss (30. Nottebrock), M. Hartmann, Rechl, Wiesmann (69. Wistel), Breitenberger, Cruz dos Reis

Tore:
0:1 M. Hartmann (23.)
1:1 Blässe (48.)
2:1 Blässe (53.)
3:1 Blässe (62.)
4:1 I. Hartmann (65.)
5:1 I. Hartmann (85.)
5:2 M. Hartmann (88.)

Gelb: Pompl, Kopplin - Maurer

Schiedsrichterin: Martina Storch-Schäfer (Petersberg)

Zuschauer: 107


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