Text und Bilder von Martin Kochem 7.5.2006
Einen unterhaltsamen Frauenfussballnachmittag bekamen die leider etwa nur 100 Getreuen an diesem herrlichen Frühlingstag auf dem Universitätssportgelände des USV geboten, an dessen Ende die FFC-„Reserve“ mit 7 Gegentoren im Gepäck die Heimreise antreten musste.
Dabei schwante Gästecoach Andi Pfaff schon vor dem Anpfiff nichts Gutes, stand diesem aus den verschiedensten Gründen doch buchstäblich das allerletzte Aufgebot zur Verfügung.
So wurden diesem beispielsweise nicht nur einige „Stammspielerinnen“ für die Pflichtaufgabe der „Ersten“ gegen Brauweiler entzogen, sondern darüber hinaus durften auch noch sage und schreibe vier Akteurinnen sowie die später gar als Feldspielerin eingewechselte Torfrau Christina Koch lediglich einen Tag zuvor bei der „Dritten“ im Abstiegskampf der Oberliga Hessen (6:1-Kantersieg in Wiesbaden) aushelfen.
 Weder Claudia Sikorski (hinten) noch Alex Demos konnte Sabrina Schmutzler (rechts) halten
Folgerichtig brach der vor dem Seitenwechsel durchaus nicht gänzlich chancenlose FFC mit dem Gegentor zum 0:4 unmittelbar nach Wiederanpfiff buchstäblich in sich zusammen und konnte sich letztendlich noch bei den gnädigen Jenenserinnen bedanken, die es nach Tor Nummer 7 dabei bewenden ließen.
 Marie Sadien (links, Nr. 14) steigt schulbuchmäßig zum Kopfball hoch - doch kriegt sie ihn auch?
Dabei hatte insbesondere die langsam aber sicher zu alter Schnelligkeit zurückfindende Julia Manger in Halbzeit eins gleich insgesamt drei Mal die Chance, den FFC wieder zurück ins Spiel zu bringen, doch scheiterte diese nach jeweils feinen Soli entweder an ihren Nerven (2./32.) oder aber an USV-Torfrau Burmeister (29.).
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Sindy Groß bleibt Kopfballsiegerin gegen Marie Sadien (FFC, Nr. 14)
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Auf der Gegenseite nutzten die Gastgeberinnen die eklatanten Abwehrschwächen des FFC bzw. zumindest ein Teil ihrer insgesamt 8 Großchancen eiskalt aus und führten nach einem Heber der alles überragenden Sabrina Schmutzler, einem herrlichen Hechtkopfball von Ivonne Hartmann (nach herrlicher Rechtsflanke von Schmutzler) sowie einem unglücklichen Eigentor (FFC-Torfrau Janischewski schoß die Hacken von Anja Taubert an) zur Halbzeit bereits deutlich mit 3:0.
 Sprachlos: FFC-Coach Andy Pfaff während der Halbzeitpredigt
Auch eine deutliche (unter freiem Himmel abgehaltene) Halbzeitansprache des Gästetrainers vermochte dem Leitsatz „der Geist ist willig, doch das Fleisch ist schwach“ keine Wende mehr verleiten, sodass es nach der Pause für die Hessinnen lediglich noch um Schadensbegrenzung ging.
Eine wie entfesselt auftrumpfende sowie weder von Sikorski noch von Demos auch nur ansatzweise zu haltende Sabrina Schmutzler machte letztendlich mit einem lupenreinen Hattrick das halbe Dutzend voll, bevor Tina Kopplin mit nicht weniger herrlichem Flugkopfball den Schlusspunkt eines (aus Sicht der Thüringerinnen) berauschenden Auftritts setzte.
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Dem bemitleidenswerten FFC dürfte der Schlusspfiff hingegen einer Erlösung gleichgekommen sein ...
 Ein seltenes Bild: Claudia Sikorski bereinigt die Situation
USV FF Jena:
Burmeister – Scheitler, Höhn (60. Pochert), Herold, Pompl – Schmutzler, Groß, Wenzel (60. Blässe), Hartmann – Groll, Kopplin.
1. FFC Frankfurt 2
Janischewski - Röhrig, Sikorski, Schneider, Taubert – Manger (70. Koch), Aschenbach, Demos (67. Gilles), Sadien, C. Wagner – Dambier.
Tore:
1:0 Schmutzler (12.)
2:0 Hartmann (36.)
3:0 Taubert (Eigentor, 40.)
4:0 Schmutzler (46.)
5:0 Schmutzler (57.)
6:0 Schmutzler (65.)
7:0 Kopplin (71.)
Gelbe Karte: Höhn
Schiedsrichterin: Ina Michel (Stolpen)
Zuschauer: ca. 100
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