Text von Martin Kochem 15.5.2006
Ein imponierendes und bis zum Ende spannendes Kampfspiel bekamen die gut 150 Besucher am Frankfurter Brentanobad in diesem Duell der beiden Mittelfeldnachbarn „zwischen Gut und Böse“ geboten.
Die gegenüber der 0:7-Klatsche in Jena auf vier Positionen veränderten Gastgeberinnen nahmen in eindrucksvoller Art und Weise das Heft von Beginn an in die Hand und gaben durch die gut aufgelegte Eyleen Aschenbach nach 14 Minuten einen ersten Warnschuss ab, welcher aus gut und gerne 25 Meter nur knapp über die Latte des von der schweizerischen Nationaltorfrau Lehmann gehüteten Gehäuses streichte.
 Fiona Röhrig im Zweikampf mit Sabrina Cruz dos Reis
Bild: Peter Henkel
Nur 2 Minuten später war diese allerdings machtlos, als wiederum Aschenbach nach präziser Rechtsflanke von Julia Manger zur Stelle war und deren herrlicher Kopfball sich genüsslich zur Frankfurter Führung ins lange Eck
 Steffi Wiesmann (vorne) war mit den Schiedsrichterinnen nicht immer einer Meinung
Bild: Peter Henkel
senkte. In der Folgezeit kontrollierten die Hessinnen
weitestgehend das Spiel und ließen zumindest vor der Halbzeit keine echte Torchance der nach dem Rückstand zunächst etwas irritiert wirkenden Münchnerinnen zu, was nicht zuletzt ein Verdienst der von Sabrina Schneider gut organisierten Abwehrkette war.
 Julia Manger mit Steffi Wiesmann verfolgt von der Unparteiischen Christiane Schönfeld
Bild: Peter Henkel
Darüber hinaus sorgten Julia Manger sowie die in Jena schmerzhaft vermisste Vanessa
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Die Wacker-Torhüterin Katrin 'Ka' Lehmann macht sich lang und erreicht den Ball. Ausserdem im Bild: Christine Wagner, Nicole Guye, Mercedes Hartmann, Eyleen Aschenbach und Julia Manger
Bild: Peter Henkel
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Schäfer mit schnellen Vorstößen über die Außenbahnen immer wieder für Unruhe in der Wacker-Abwehr, richteten jedoch keinen weiteren Schaden mehr an.
Nach dem Pausentee merkte man dann insbesondere den tags zuvor in der Oberligamannschaft bzw. den noch am gleichen Morgen (!) in der hessischen U 16-Auswahl eingesetzten Akteurinnen des „kleinen“ FFC den Kräfteverschleiß spürbar an, welche sich sogar teilweise mit Krämpfen herumschlagen mussten (Wagner, Manger), jedoch mangels Alternativen auf der Auswechselbank zum Durchhalten verdammt waren.
Die Gäste von der Isar kamen somit (nicht zuletzt wegen des Rückstandes und der damit verbundenen Pflicht, etwas „tun zu müssen“) immer besser ins Spiel und hätten nach 66 Minuten eigentlich schon den Ausgleich erzielen müssen, als Helene Brevert FFC-Torfrau Koch bereits ausgespielt hatte, doch deren zu lascher Roller durch die zurückeilende Claudia Sikorski von der Linie gekratzt wurde.
Nachdem ein Schlenzer von Brevert das lange Eck nur denkbar knapp verfehlt (74.) und Vanessa Schäfer mit einem satten 22 m-Knaller in Tofrau Lehmann ihre Meisterin gefunden hatte (77.), war es in der 79. Minute letztendlich doch soweit: Nach einer Wacker-Ecke sprang der Ball Ines Rechl vor die Füße, welche aus gut 20 Metern
über die von der Sonne geblendete Christina Koch zum nicht unverdienten Ausgleich einnetzte.
 Torraumszene mit Alex Demos (in blau, links) und Ann-Kristin Gilles (Nr. 3, in blau / rechts)
Bild: Martin Kochem
Gegen die in den letzten 10 Minuten buchstäblich auf dem Zahnfleisch gehenden Frankfurterinnen hätte Wacker durch Mercedes Hartmann (88./91.) sowie Torschützin Rechl (89.) durchaus noch den
„Dreier“ einfahren können, welcher aber aufgrund der kämpferischen Topleistung der Elf von Coach Andy Pfaff alles in allem und insbesondere aufgrund der ersten Hälfte nicht verdient gewesen wäre.
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 Gefahr vor dem Tor der Frankfurterinnen. V.l.n.r.: Caroline Preiss, Mara Milbredt, Christina Koch, Ann-Kristin Gilles und Helen Nottebrock
Bild: Peter Henkel
So blieb es beim leistungsgerechten Remis, was bei FFC-Coach Pfaff nach Abpfiff für gemischte Gefühle hervorrief: „Ein Riesenkompliment an meine Mädels, welche in diesem Match gekämpft haben, als ginge es um Leben und Tod. Jedoch halte ich den gegenwärtigen Zustand auf Dauer für untragbar und empfinde es insbesondere gegenüber den jungen Spielerinnen als unverantwortlich, dass diese an einem Wochenende bzw. sogar am gleichen Tage noch Pflichtspiele für andere (Auswahl-)Mannschaften zu bestreiten haben…“

Torschützin Eyleen Aschenbach (links) mit Vorbereiterin Julia Manger
Bild: Martin Kochem
1.FFC Frankfurt
Koch – Taubert (61. Gilles), Röhrig, Milbredt, Sikorski - Schneider, Manger, Schäfer, Aschenbach – C. Wagner, Guye (57. Demos)
FFC Wacker München
Lehmann – Ortner-Bach, Wolfrum (72. Preiss), Gössmann, Hartmann – Rechl, Nottebrock,
Cruz dos Reis (81. Schwayer), Wiesmann – Siemer (65. Lebert), Brevart.
Tore:
1:0 Aschenbach (16.)
1:1 Rechl (79.)
Gelbe Karten: Koch, Milbredt.
Schiedsrichterin: Christiane Schönfeld (Mönchengladbach)
Zuschauer: 150
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