2. Bundesliga Süd 3.Spieltag

Erster Saisonsieg bei "Chrissis" Comeback

1. FFC Frankfurt II - VfL Sindelfingen II 7:1 (3:0)

Von Katja Öhlschläger

29.08.2005    Nach dem 8:0 für Frankfurt im Duell der ersten Mannschaften standen sich dann um 14 Uhr der 1. FFC Frankfurt II und der VfL Sindelfingen II gegenüber. Beide Mannschaften hatten in den beiden ersten Saisonspielen zwei Niederlagen einstecken müssen und wollten sich die ersten Punkte sichern. So war denn auch zu erklären, warum der Trainer der ersten Frankfurter Mannschaft, Hans-Jürgen Tritschoks, nicht gewechselt hatte. Gleich mehrere Spielerinnen, die im Kader der ersten Mannschaft stehen, verstärkten die zweite Auswahl des Vereins, um das Tabellenende zu verlassen.

Für eine Spielerin mit reichlich Bundesliga- ja auch Nationalmannschafts- und UEFA-Cup-Erfahrung, war es allerdings ein besonderes Spiel. Christina Zerbe kehrte, nachdem sie mehrere Monate unter dem heimtückischen Pfeifferschen Drüsenfieber litt, erstmals wieder zurück auf den Platz. Und so wurde ihr denn in einer rührenden Szene eine ganz besondere Ehre zuteil. Einige Spielerinnen der ersten Mannschaft (siehe Foto) hatten sich aufgestellt, skandierten bei der Mannschaftsaufstellung lautstark ihren Namen und hielten sieben Schilder, die zusammen die Aufschrift „CHRISSI“ ergaben, in die Höhe.

Ihr galt der Gruß der ersten Mannschaft: Christina Zerbe

Foto: Bernd Seume

Neben ihr liefen außerdem Patrizia Barucha, Meike Weber und Susanne Hartel, sonst Teil der ersten Mannschaft, von Beginn an auf. Mira Krummenauer, früher auch in der ersten Mannschaft, ist – in dieser Saison als Spielführerin - schon seit der letzten Saison festes Mitglied der Zweitliga-Mannschaft um den neuen Trainer Andy Pfaff.

Die personellen Verstärkungen machten sich denn auch bemerkbar, denn der FFC Frankfurt war von Beginn an überlegen. Anfangs allerdings ohne dabei wirklich Druck auszuüben oder zu Chancen zu kommen. Nach zähen Anfangsminuten kam Frankfurt dann zu ersten gefährlichen Gelegenheiten. In der 11. Minute ging der Kopfball von Barucha noch über das Tor, aber Krummenauers Pass auf Julia Manger in der 17. Minute kam goldrichtig. Manger zögerte nicht lange und schoss zum 1:0 ein. Nur drei Minuten später versuchte sich die Frankfurter Spielführerin dann selber als Schützin, doch ihr Fernschuss aus gut 20 Metern ging knapp rechts über das Tor.

Die pfeilschnelle Julia Manger - hier im Zweikampf mit Almut Müller - eröffnete den Torreigen

Foto: Nora Kruse

Zum zweiten Mal klingelte es dann im Kasten von Daniela Donoli, als sich Barucha mit einer feinen Einzelleistung durchsetzte, vor das Tor zu Susanne Hartel passte und diese ohne Probleme das 2:0 markierte. Der FFC machte nun ordentlich Druck. Torschützin Hartel setzte jedem Ball nach und verdiente sich mehrfach Szenenapplaus. 3:0 hätte es dann in der 28. Minute stehen können. Ein Kopfball von Manger nach Weber-Flanke verfehlte das Tor jedoch um Zentimeter. Zielsicherer präsentierte sich dann acht Minuten später Stefanie Wagner, die sich erst alleine entschlossen vor das Tor arbeitete und dann erkannte, dass Sindelfingens Torfrau Donoli zu weit vor ihrem


Tolle Idee der ersten Mannschaft zum Comeback von Christina Zerbe. Hinter den Schildern verbergen sich Pia Wunderlich, Sarah Günther, Uschi Holl, Nia Künzer, Marleen Wissink, Sandra Albertz, Katrin Kliehm und Kerstin Garefrekes (v.l.n.r.)

Foto: Bernd Seume

Kasten stand, weshalb ein Lupfer genau das richtige Mittel war.

Bis zur 39. Minute dauerte es, ehe Sindelfingen zur ersten großen Chance kam. Sandra Ruf fasste sich ein Herz und zog aus etwa 20 Metern ab, doch Nicole Janischewski, die gestern ihren 30. Geburtstag feierte, parierte glänzend. Das war es dann aber auch in dieser Richtung, Frankfurt dominierte zu deutlich. Nach einer Ecke von Hartel versuchte sich Wagner mit einer Direktabnahme, kurz vor dem Pausenpfiff war es die überragend schnelle Manger, die nach einem Alleingang knapp links am Tor vorbei schoss. So blieb es beim für Sindelfingen schmeichelhaften 3:0 zur Pause.

Patrizia Barucha war diesmal für die "Zweite" im Einsatz

Foto: Nora Kruse

In der zweiten Halbzeit tat sich lange nichts, erst in der 53. Minute hatte Sindelfingen eine Chance. Almut Müller passte zu Carmen Volk, doch Janischewski konnte rechtzeitig klären. Zählbares erarbeitete sich und dem FFC dann in der 63. Minute Susanne Hartel mit einem couragierten Alleingang, den sie souverän mit dem Torerfolg abschloss. Kurz darauf hätte Barucha für das 5:0 sorgen müssen, als sie mutterseelenallein auf Donoli zulief, im Moment des Abschlusses dann aber zu lange zögerte und schließlich der Torfrau direkt in die Arme schoss. So fiel das 5:0 dann erst in der 67. Minute durch Stefanie Wagner, die nach einem Pass von Weber im Nachschuss traf.

Ein Sindelfinger Freistoß kurz darauf blieb ungefährlich. Gefährlicher war da der eigentlich als Flanke gedachte Torschuss der gerade eingewechselten Selina Dambier auf Frankfurter Seite. Donoli hatte den Ball unterschätzt, konnte ihn aber im Nachfassen festhalten. In der 76. Minute

Meike Weber, die hier Verena Eipper enteilt, war die zentrale Schaltstelle im Mittelfeld der Frankfurterinnen

Foto: Bernd Seume

schickte dann Barucha Meike Weber mit einem gelungenen Pass, wohl verbunden mit der Hoffnung, sie mache es besser als sie selbst kurz zuvor bei ihrem Alleingang. Doch auch Weber konnte sich viel zu spät


zum Abschluss durchringen, wieder kam Donoli vor ihr an den Ball. Doch im Gegensatz zu Barucha hatte Weber nur eine Minute später die Gelegenheit, die Scharte auszuwetzen – und das tat sie. Wieder lief sie alleine auf Donoli zu, doch diesmal zog sie schnell und entschlossen mit voller Wucht ab, sodass der Ball unhaltbar in den Maschen landete.

Kerstin Waidelich war es dann in der 78. Minute vergönnt, den Ehrentreffer – und damit auch den ersten Treffer in der laufenden Spielzeit - für die Gäste zu schießen, sodass die beiden Teams nicht ohne jegliche Torausbeute die Heimfahrt gen Sindelfingen antreten mussten. Elisa Haug leitete den Konter ein, den Waidelich zum 6:1 erfolgreich abschloss. Doch es waren noch einige Minuten zu spielen und Frankfurt schlug noch mal zu. Einen langen Ball aus der Abwehr erlief Manger, Sindelfingens Abwehr verließ sich auf Donoli, doch diese verpasste den Ball, sodass Manger nur noch ins leere Tor einzuschieben brauchte.

Insgesamt ein ungefährdeter Sieg für Frankfurt, mit das Team von Trainer Andy Pfaff die untere Tabellenregion erst einmal verlassen konnte. Für das Team aus Sindelfingen wird es, auch wenn es gestern aufgrund der Frankfurter Verstärkungen aus dem Erstliga-Team besonders schwer war, sehr schwer werden, die Klasse zu halten. Kämpferisch allerdings, das gilt es für beide Gästeteams zu konstatieren, macht den Württembergerinnen keiner etwas vor. Es ist ihnen zu wünschen, dass sie sich diese Einsatzfreude erhalten können.

Stefanie Wagner war auf der rechten Seite sehr agil und schoss zudem noch zwei Tore

Foto: Nora Kruse

Aufstellungen:

1. FFC Frankfurt II
Janischewski - Manger, Milbredt, Zerbe (46.Demos), Schneider, St. Wagner (73. Dambier), Krummenauer, Weber - Hartel, Barucha (83. Schön), Schäfer

VfL Sindelfingen
Donoli - Gentges, Müller, Eipper, Vopper (46.Volk) - Mailänder (34. Krüger), Brauns, Haug, Hahn (58.Waidelich), Erdmann - Ruf

Tore:
1:0 Manger (17.)
2:0 Hartel (25.)
3:0 St. Wagner (36.)
4:0 Hartel (63.)
5:0 St. Wagner (67.)
6:0 Weber (76.)
6:1 Waidelich (78.)
7:1 Manger (82.)

Gelbe Karten: Weber - Mailänder

Schiedsrichterin: Hussein (Bad Harzburg)

Zuschauer: 250


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