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2. Bundesliga Süd, Nachholspiel vom 13.Spieltag

Saarbrücken souverän in Frankfurt

1. FFC Frankfurt II - 1. FC Saarbrücken 1:3 (1:2)

Text von Tom Schlimme

16.4.2006   Die zweite Liga Süd bleibt spannend. Das Team des 1. FC Saarbrücken hat auch in Frankfurt keine Federn gelassen und bleibt den Tabellenführern aus Crailsheim weiter dicht auf den Fersen. Dabei bot die zweite Mannschaft des FFC Frankfurt keineswegs eine schlechte Leistung, doch Saabrücken war einfach eine Nummer zu groß für das junge Frankfurter Team.

Die ersten beiden besseren Chancen aber hatte Frankfurt. Erst köpfte Julia Manger einen Eckball knapp vorbei, dann verpasste auch ein Fernschuss von Jasmin Jannermann das Ziel nur knapp. Doch schon in der achten Minute zeigte sich die Klasse der Nadine Keßler: Die U19-Nationalspielerin tankte sich im Alleingang gegen drei Frankfurterinnen durch und zog aus 15 Metern flach ins rechte Eck ab. Damit stand es 0:1 für Saarbrücken. Keßler wurde zur dominierenden Figur auf dem Platz, setzte ihre Mitspielerinnen aus dem Mittelfeld heraus in Szene und sorgte selbst immer wieder für Torgefahr.

Nadine Kessler

Nadine Keßler war oft nur durch Foul zu stoppen, hier von Mara Milbredt, die wegen dieser Notbremse gegen Keßler vom Platz mußte. Schwer zu sagen, ob das Foul vor oder hinter der Strafraumgrenze erfolgte

Bild: Nora Kruse

Die größte Gefahr für das Frankfurter Tor ging in dieser Phase allerdings von den eigenen Spielerinnen aus. Erst war es Jannermann, deren Kopfball knapp am eigenen Gehäuse vorbeiging, schon die daraus resultierende Ecke führte donnerte dann ihre Teamkameradin Sabrina Schneider mit Wucht in die eigenen Maschen. Völlig unbedrängt wollte sie den von Lisa Schwab hereingegebenen Eckball wegschlagen, erwischte den Ball jedoch so unglücklich, dass er in die falsche Richtung wegflog. Gegen eine solche Granate aus kürzester Entfernung war Frankfurts Torfrau Nicole Janischewski natürlich chancenlos.

Lisa Schwab und Sabrina Schneider

Teamwork der unfreiwilligen Art: Lisa Schwab, rechts, gab einen Eckball für Saabrücken in den Strafraum, Sabrina Schneider, links, beförderte das Leder ins eigene Tor. In dieser Szene jedoch konnte sie Schwab am Weiterkommen hindern

Bild: Nora Kruse

Die Frankfurterinnen hielten jedoch trotz dieses schnellen 0:2-Rückstands kräftig dagegen und kamen zu eigenen Chancen. In der 26. Minute startete Julia Manger einen tollen Lauf auf dem linken Flügel, setzte sich an der Torauslinie durch, gab nach innen, wo Anja Taubert ohne Mühe vollenden konnte. Schon eine Minute später faustete Frankfurts Keeperin Janischewski den Ball an die eigene Latte, von wo er jedoch ins Feld zurücksprang, so dass den Frankfurterinnen das zweite Eigentor an diesem Tag erspart blieb.

Nadine Keßler sorgte weiter für Gefahr und konnte in der 33. Minute nur durch eine Notbremse aufgehalten werden. Mara Milbredt war die unglückliche, die dafür den Platz verlassen mußte.


Nadine Kessler

Saarbrückens Nadine Keßler (im roten Trikot) war in Mittelfeld und Angriff überall zu finden, beste Spielerin auf dem Platz und schoss ihren 14. Saisontreffer. Hier kämpft sie gegen Frankfurts Eyleen Aschenbach

Bild: Nora Kruse

Schiedsrichterin Annett Grußer hatte den Tatort knapp außerhalb des Strafraums gesehen, Glück für Frankfurt, die Situation war schwierig zu erkennen und man hätte eventuell auch auf Elfmeter entscheiden können. Angesichts der konsequent gegebenen roten Karte gab es aber keine Proteste seitens der Saarbrücker Spielerinnen. Der Freistoß brachte nichts ein. Nach einer relativ ausgeglichenen Partie mit leichter Überlegenheit für Saarbrücken und den deutlich besseren Chancen für Saarbrücken ging es dann in die Halbzeitpause. Anja Taubert

Anja Taubert, hier am Ball, erzielte den Anschlusstreffer für Frankfurt. Mit der 10 Mira Krummenauer, Taubert wird bedrängt von Josephine Henning, im Hintergrund Sarah Karnbach und ganz rechts Patrizia Barucha

Bild: Tom Schlimme

Gleich nach der Pause ließ Saarbrückens Stürmerin Lisa Schwab Frankfurts Claudia Sikorski stehen, lief alleine auf Janischewski zu, doch die Keeperin konnte zur Ecke klären. Meike Dinger, in der Winterpause von Jägersburg nach Saarbrücken gewechselt und im erweiterten Kader der U19, traf dann nur das Außennetz. Wenig später konnte Frankfurts Kapitänin Mira Krummenauer im Strafraum einmal vormachen, wie man Keßler auch ohne Foul stoppen kann, doch in der 58. Minute sah dann Sikorski die gelbe Karte für ein Foul an der kaum zu bremsenden Keßler.

Zweikampf

Die Zweikämpfe waren hart, aber in der Regel fair. Hier Julia Manger, die das Frankfurter Tor schön vorbereitet hatte, gegen Barbara Haupenthal, die ob der engen Deckung keineswegs genervt erscheint. Oder hat Manger ihr gerade einen Witz erzählt?

Bild: Tom Schlimme

Saarbrückens Schwab und Dinger störten sich dann gegenseitig beim Torschuss, sonst hätte es erneut im Frankfurter Gehäuse einschlagen können. Hatte Saarbrücken in der ersten Halbzeit nur leichte Vorteile gehabt, war man nun deutlich überlegen und das Spiel verlagerte sich vor das Frankfurter Tor. Schwab, die die Torschützenliste der zweiten Liga Süd vor diesem Spieltag gemeinsam mit Keßler angeführt hatte, wollte wohl mit ihrer Mannschaftskameradin gleich ziehen, denn von ihr ging nun viel


Gefahr aus. Erst ging ein Schuss von ihr nur knapp vorbei, dann mußte Janischewski einen Kopfball von ihr an die eigene Latte lenken, doch im Ergebnis blieb Schwab heute erfolglos.

Statt dessen war es eine Abwehrspielerin, die den entscheidenden Treffer für Saarbrücken besorgen konnte. Dinger scheiterte mit einem Schuss an der wirklich mit guten Reflexen ausgestatteten Janischewski, der Ball ging hoch und Steffi Kaiser, deren Platz eigentlich vor allem rechts hinten in der Viererkette von Saarbrücken war, war bedrängt von Schneider zur Stelle, der Ball ging wieder hoch und senkte sich fast in Zeitlupe in die Maschen. Janischewski parierte dann noch glänzend in einer Eins-zu-eins-Situation gegen Agata Tarczynska und auch Frankfurt hatte noch eine gute Chance durch Marie-Joelle Sadien, die aber frei vor dem Tor hoch über den Kasten schoss. Torschützin

Steffi Schneider (Bildmitte) besiegelte mit ihrem Tor den Sieg des 1. FC Saarbrücken. Links hinten Sabine Blank, rechts Marie Joelle Sadien, die den Anschlusstreffer auf dem Fuß gehabt, aber übers Tor gejagt hatte

Bild: Tom Schlimme

Tarczynska hatte noch einmal das Vergnügen alleine gegen Janischewski, schaffte es auch beinahe, den Ball unter der Torhüterin durchzuspitzeln, aber Janischewski erwischte das Leder dann doch noch. So blieb es also beim verdienten Saarbrücker Erfolg in einem insgesamt guten Spiel, das von beiden Seiten fair geführt, von der Schiedsrichterin gut geleitet und mit zahlreichen Torchancen auf beiden Seiten wirklich ansehnlich gewesen war.

1. FFC Frankfurt II

Janischewski - Sikorski, Milbredt, Jannermann, Schneider (88. Galovic), Taubert, Manger (66. Gilles), Krummenauer, Aschenbach Barucha, Wagner (21. Sadien)

1. FC Saarbrücken

Wonn - Karnbach, Kaiser, Blank, Bitton, Haupenthal (46. Hinsberger), Henning, Tarczynska (88. Franck) Keßler, Dinger, Schwab

Tore:
0:1 Keßler (8.)
0:2 Schneider (24. Eigentor)
1:2 Taubert (26.)
1:3 Kaiser (74.)

Gelbe Karte: Sikorski
Rote Karte: Milbredt (33. Notbremse)

Schiedsrichterin: Annett Grußer (Großlehna)

Zuschauer: 200


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