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2. Bundesliga Süd, 21.Spieltag

Der "Joker"stach

1. FFC Frankfurt II – TuS Köln rrh 2:1 (1:0)

Bilder und Text von Martin Kochem

30.5.2006   Mit einem überraschenden 2:1 (1:0)-Heimerfolg über die favorisierten Domstädterinnen von der rechten Rheinseite verabschiedeten sich die jungen FFC-Wilden für die laufende Spielzeit von ihrem treuen Heimpublikum und rundeten mit dem immerhin schon siebten Dreier der Saison den tags zuvor errungenen UEFA-Pokal-Triumph der „Ersten“ somit nahtlos ab. Für die Aufsteiger aus Köln, die vor einer Woche noch den KSC mit 8:0 nach Hause geschickt hatten, war es erst die dritte Niederlage in der laufenden Saison, denn nur die beiden Spitzenmannschaften aus Crailsheim und Saarbrücken haben außer den Frankfurterinnen Köln schlagen können!

Gut 150 Zuschauer (von welchen es etwa 20 mit den Gästen hielten) hatten den ungewohnten Weg an die Sportanlage am Rebstock gefunden und bekamen von Beginn an ein abwechslungsreiches Spiel geboten, in welchem die optisch überlegenen Gäste schnell ins Hintertreffen gerieten.

Kornelia Kummer

Kornelia Kummer (vorne rechts) konnte sich gegen Sabrina Schneider (FFC, links) nur selten durchsetzen - im Hintergrund beobachten Mara Milbredt, Eyleen Aschenbach und Vanessa Wurth (v.l.n.r) die Situation

Christine Wagner hatte mit herrlichem Steilpass „die schnellste Maus von Würzburg“ (gemeint ist Julia Manger) auf die Reise geschickt, welche die komplette Kölner Abwehr wie angewurzelt stehen ließ, sogar noch Torfrau Corinna Ernst umkurvte und mit Saisontor Nummer 3 die frühe FFC-Führung erzielen konnte.

Julia Manger

Flügelblitz Julia Manger sorgte für die frühe 1:0-Führung

Nur schwer fanden die ob des Rückstandes sichtlich überraschten Rheinländerinnen ins Spiel zurück und kamen durch Alleinunterhalterin Maren Henseler lediglich zu drei guten Schußversuchen, welche jedoch entweder über das Tor gingen (18.) oder aber eine sichere Beute von Christina Koch wurden (20./34.). Richtig gefährlich wurde es erst in der 36. Minute, als sich ein verunglückter Flankenversuch von Nina Windmüller beinahe noch ins Frankfurter Netz gesenkt hätte, von der aufmerksamen FFC-Schlussfrau jedoch gerade noch so über die Latte gelenkt werden konnte.

Der mit gut funktionierender Abseitsfalle aufwartende FFC-Nachwuchs, von Coach Andy Pfaff taktisch hervorragend eingestellt und stets auf Konter lauernd, hätte kurz vor der Pause sogar auf 2:0 erhöhen können, als die ins Team zurückgekehrte Vanessa Schäfer in der eigenen Hälfte einen unwiderstehlichen


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Maren Henseler (TuS, Nr. 22) brachte die FFC-Abwehr vor allem vor der Pause in Bedrängnis

Sololauf startete, wobei ihr jedoch am Ende die Kraft beim Torschuss fehlte (44.).

Dem sichtlich angefressenen TuS-Trainer Marcus Kühn wurde es letztendlich kurz nach der Halbzeitpause zu bunt und er versuchte mit den Einwechslungen von Torjägerin Susanne Beer und Manuela Frettlöh (beide wohl angeschlagen?) für Grewe und Windmüller neuen Schwung in das festgefahrene Spiel seiner Mannschaft zu bringen – zunächst mit Erfolg. Die ansonsten überzeugende Claudia Sikorski hatte Frettlöh nur für eine Sekunde aus den Augen verloren und musste dieser hinterher schauend mit ansehen, wie Frettlöh sich nur 10 Minuten nach ihrer Hereinnahme mit einem Heber von der Strafraumgrenze über die chancenlose Koch hinweg zum nicht unverdienten Ausgleich (64.) bedankte.

Christine Wagner

Christine Wagner trieb das FFC-Konterspiel immer wieder an - Verena Metzele kommt hier zu spät...

Die Kölner Anhänger, welche sich nunmehr mit „Jetzt geht’s los“-Rufen die Wende erhofften, mussten stattdessen mit ansehen, wie die andauernd konzentriert zu Werke gehenden Gastgeberinnen weiter stets gefährlich blieben.

Corinna Ernst

TuS-Torfrau Corinna Ernst fängt den Eckball sicher vor Christine Wagner (FFC, Nr. 3) ab - Nina Windmüller (rechts) braucht nicht eingreifen

Zwar stand bei einem Kopfball von Julia Manger nach Flanke Aschenbachs noch der Pfosten im Weg (71.), doch sollte es nur wenig später soweit sein: die nach ihrer langen Verletzungspause bereits schon wieder vollauf überzeugende Steffi Wagner zog auf der rechten Seite auf und davon, bediente mustergültig und uneigennützig die erst 60 Sekunden zuvor eingewechselte Marie Joelle Sadien, welche sich ihrer eigentlich schon verloren geglaubten Torgefährlichkeit erinnerte und mit ihrem ersten Tor seit über 5 Monaten eiskalt zum vielumjubelten 2:1-Führungstreffer einlochte (79.). Nur 3 Minuten später „übersah“ (?) bzw. ignorierte Verena Metzele die sich


Steffi Wagner

Steffi Wagner (rechts) lauert hinter Christiane Braun (TuS, vorne)

verletzt am Boden krümmende Manger, passte stattdessen weiter auf Beer, doch deren Knaller aus 18 Metern streifte nur die Lattenoberkante. Letztendlich war es FFC-Torfrau Christina Koch vorbehalten, mit einer Glanzparade (Riesenreflex nach Beers’ Drehschuß / 86.) den gewiss etwas glücklichen, jedoch keineswegs unverdienten Heimerfolg des „kleinen“ FFC sicherzustellen, welcher nach Abpfiff der ordentlich leitenden Schiedsrichterin Grußer ausgelassen gefeiert wurde…

Christina Koch

Multitalent Christina Koch hilft öfters auch mal im Feld aus - heute hielt sie den überraschenden FFC-Sieg fest

1. FFC Frankfurt II

Koch – Milbredt, Sikorski, Demos, Schneider – Röhrig, Aschenbach, Manger (88. Gilles), Schäfer (77. Sadien) – C. Wagner, St. Wagner

TuS Köln rrh:

Ernst - Braun, Grewe (54. Beer), Windmüller (54. Frettlöh), Stein – Metzele, Wurth, Kummer, Unterbrink - Petri, Henseler.

Tore:
1:0 Manger (8.)
1:1 Frettlöh (64.)
2:1 Sadien (79.)

Gelbe Karte: Wurth
Gelb-rote und rote Karten: keine

Schiedsrichterin: Annett Grußer (Großlehna)
Assistentinnen: Christine Weigelt, Daniel Kressin

Zuschauer: 150.


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