2. Liga Süd, 11. Spieltag

Versöhnlicher Jahresausklang für FFC II

1.FFC Frankfurt II - Karlsruher SC 3:1 (2:0)

Bilder von Peter Henkel
Text von Tom Schlimme

11.12.2005    Nach zwei Heimniederlagen in Folge konnte die zweite Mannschaft des 1.FFC Frankfurt nun im letzten Heimspiel dieses Jahres noch einmal gewinnen. Bei Minusgraden auf einem schwer bespielbaren Platz war dazu allerdings noch einmal ein hartes Stück Arbeit zu bewältigen, denn der Karlsruher SC kam voll Selbstvertrauen aus dem ersten Saisonsieg am vorigen Wochenende und mit einem neuen Trainer an den Main gereist.

Glück war auch im Spiel bei diesem Erfolg zum Abschluss eines eher durchwachsenen Jahres. Schon in der 15. Minute senkte sich ein Fernschuss von Mira Krummenauer, der die Zuschauer um mich herum schon ob seiner offensichtlichen Aussichtslosigkeit zum Aufstöhnen brachte, dann doch noch über die dabei unglücklich aussehende Karlsruher Keeperin Monika Kesel in die Maschen. Vorher hatte Krummenauer bereits mit einem schönen Pass Jasmin Jannermann in Szene gesetzt, deren Schuss aus sechs Meter Entfernung knapp vorbei ging, und ein weiteres gefährliches Zuspiel von Krummenauer in den Strafraum auf Marie-Joelle Sadien konnte von Claudia Guthier-Boeuf nur haarscharf abgeblockt werden. So war diese Führung also glücklich, aber angesichts einer deutlichen Feldüberlegenheit für die Frank- furterinnen und der geschilderten Chancen keineswegs unverdient.

Jasmin Jannermann, Julia Manger und Tina Krauter

Auf dem hartgefrorenen Platz war jeder Ball umkämpft. Hier von links Jasmin Jannermann, Julia Manger und Tina Krauter

Gleich nach dem Führungstreffer konnte sich FFC-Stürmerin Julia Manger zweimal auf dem linken Flügel durchsetzen, doch das eine Mal schoss Manger selbst vorbei, das zweite Mal passte sie zu Sadien, die ebenfalls das Tor nicht traf. Doch schon der nächste Angriff saß wieder, und wieder sah Torhüterin Kesel dabei nicht gut aus, als sie einen schwachen, hohen Schuss von Sadien aus spitzem Winkel hoch über sich ins Tor trudeln ließ.

Tor durch Marie Joelle Sadien

Dieser Ball von Marie Joelle Sadien (im Hintergrund) überwand Keeperin Monika Kesel

Karlsruhe kam in dieser Phase nur zu gelegentlichen Angriffen. In der 25. Minute übersah Schieds- richterin Yvonne Bengfort ein elfmeterreifes Handspiel einer Frankfurter Spielerin im Strafraum, aber angesichts der Frankfurter Überlegenheit ging die Führung zur Pause völlig in Ordnung. Keeperin Kesel konnte bei einem weiteren Schuss von Krummenauer eine gute Parade hinlegen, aber meist gingen die Schüsse der Frankfurter Stürmerinnen daneben, wie beim


Ball im Netz

Zwei Tore durch haltbare hohe Bälle brachten den FFC Frankfurt II schnell in eine günstige Position. Hier das 2:0 durch Marie-Joelle Sadien

schönsten Angriff der ersten Halbzeit, als sich Sadien und Christine Wagner per Doppelpass durch die Karlsruher Abwehr spielten, Sadien aber dann aus sieben Metern verzog.

Gleich nach der Pause wieder Manger links durch, Pass in den Strafraum, doch Freund und Feind verpassen den Ball. Nur eine Minute später dann ein haarsträubender Schnitzer von Frankfurts Innenverteidigerin Sabrina Schneider, Melanie Seel nutzt die Gelegenheit, läuft etwa 20 Meter allein mit dem Ball aufs Tor, und läßt sich diese Chance auch von FFC-Keeperin Nicole Janischewski nicht nehmen.

Melanie Seel

Melanie Seel schoss den Anschlusstreffer für den Karlsruher SC

Nach diesem Anschlusstreffer wurde Karlsruhe stärker, wobei sich auch die Hereinwechselung von Manuela Lorentz zur zweiten Halbzeit positiv bemerkbar machte. Lorentz konnte sich auf dem linken Flügel einige Male gut durchsetzen und sorgte für Gefahr vor dem Frankfurter Tor. Aber auch KSC-Kapitänin Birgit Zieger bereitete der FFC-Abwehr immer wieder Probleme.

Mara Milbredt, Manuela Lorentz, Sabrina Schneider, Vanessa Schäfer

Mara Milbredt (links) klärt. Dahinter Manuela Lorentz, im Hintergrund Sabrina Schneider, rechts Vanessa Schäfer

Das Spiel war nun ausgeglichen mit Chancen auf beiden Seiten. Die größte für Karlsruhe versiebte Corinna Beuthner, die einen Meter vor der Mitte des Tores stehend einen Ball genau auf den Kopf serviert bekam und es schaffte, das Leder noch neben das Tor zu bugsieren. Auf der anderen Seite wurde aber auch weiter fleißig neben das Tor geschossen. Man muss allen Beteiligten dabei


zugute halten, dass der knochenharte Platz mit angetauter rutschiger Oberfläche alle vor besondere Probleme stellte.

In der 71. Minute wieder Glück für den FFC bei einer Schiri- Entscheidung: Lorentz kann sich in Strafraumnähe gut gegen FFC- Abwehrspielerin Mara Milbredt durchsetzen, doch der aussichtsreiche Angriff wird abgepfiffen. Ich habe kein Foul gesehen, war aber auch nicht so nah dran wie die Schiedsrichterin. Dann wieder der FFC, Sadien schickt Wagner, die ist rechts durch, gibt in die Mitte zu Krummenauer, doch Kesel zeigt eine gute Reaktion und hält. Eine Minute später steht auf der anderen Seite Milbredt wieder schlecht, der Ball kommt zu Lorentz durch, doch die schießt überhastet aus kurzer Entfernung vorbei. Wieder wechselt das Geschehen, Frankfurt greift an, schöner Alleingang von Jannermann, die spielt zu Wagner ab, und die vollendet zum 3:1 in der 77. Minute. Damit war die Entscheidung gefallen.

Tor durch Christine Wagner

Das entscheidende 3:1 durch Christine Wagner

1.FFC Frankfurt II:

Janischewski - Milbredt, Sikorski (70. Gilles), Schneider, Röhrig, Schäfer, Jannermann, Wagner, Krummenauer, Sadien, Manger(55. Guye)

Karlsruher SC:

Kesel - Schätzle (43. Henne), Schneider, Regert, Guthier-Boeuf, Zieger, Seel, Soyk (66. Ernst), Beuthner, Krauter, Sevarac (46. Lorentz)

Tore:
1:0 Krummenauer 15.
2:0 Sadien 22.
2:1 Seel 47.
3:1 Wagner 77.

Gelbe Karten: Lorentz

Schiedsrichterin: Yvonne Bengfort (Rhede)
Assistentinnen: Anke Gottfried/Simone Horn

Zuschauer: ca. 40


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